Blickpunkt Jöllenbeck

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Benefizveranstaltung in Theesen
Richtich gute Jungs.
Es geht um die Aktion „Existenz der Kirche“ in Theesen. Es geht darum, ganz unterschiedliche Menschen anzusprechen, nicht nur die „üblichen Verdächtigen“. Es geht auch darum, einen netten Abend miteinander zu verbringen und dabei Spaß zu haben.
Ein erster Versuch: die Benefizveranstaltung der anderen Art.
Am 21. April war Premiere: Folk-Songs und Klassiker aus den späten 60er bis 90er Jahren (und auch aktuelle Stücke wie z.B. von Coldplay) wurden von den Richtich guten Jungs musikalisch in Szene gesetzt. Auch wenn die Gitarre das verbindende Instrument der drei Jungs ist, waren Multiinstrumentalisten am Werk: Klavier, Geige, Mundharmonika, Bass, Cajon brachten enorme akustische Abwechslung in das Gemeindehaus neben der Kirche.
Die drei Jungs sind Thomas Pollmer, Andreas Hellweg und Rainer Kruse. Sie musizieren seit Jahren in dieser Zusammensetzung.
Perfektes Zusammenspiel, die Jungs haben Freude an der Musik und dieser Funke sprang auch sehr schnell auf das Publikum über. Gut 50 Menschen waren der Einladung gefolgt, wurden nicht enttäuscht und sangen viele der Lieder von Simon & Garfunkel, Manfred Mann oder den Beatles mit. Natürlich versuchten die Gäste das Ende des Konzerts noch etwas hinauszuzögern und forderten eine Zugabe nach der anderen ... zum Schluss dann „Hallelujah“ von Leonard Cohen, danach konnte nix mehr kommen.
Die Benefizveranstaltung für die Kirche in Theesen wurde von Friedbert und Anja Nowitzki, Rüdiger Jesußek und Anke Butz organisiert.
Nicht nur die Musik sondern auch die Getränke und Snacks waren für jeden frei. Um eine Spende für die Kirchengemeinde Theesen wurde gebeten. Ein großes rosa Spendenschwein nahm dankbar die raschelnden und klimpernden Spenden entgegen. Ganz voll wurde der rosa Bauch noch nicht, daher ist eine Wiederholung unbedingt erwünscht!

  
Anne Beisenkötter
Facetten
Sechs lange Jahre musste Jöllenbeck auf die neue Ausstellung der Künstlerin aus Gellershagen warten. Jetzt wartet eine Auswahl ihrer jüngeren Arbeiten im Bezirksamt auf kunstbegeisterte Jöllenbecker: großformatige Acrylbilder im Obergeschoss und kleine Aquarelle in der Stadtteilbibliothek.
Überwog vor sechs Jahren als flächiger Grundton in ihren Bildern die Farbe Rot, sieht sich der Betrachter jetzt einem bunten Kaleidoskop gegenüber: leuchtende Blautöne neben einem frechen Grün. Waren ihre Motive seinerzeit fast ausschließlich im Abstrakten anzusiedeln, wechseln jetzt abstrakte Kompositionen mit eingebetteten linienhaften Umrisszeichnungen und expressionistische Darstellungen aus Natur und Umfeld einander ab.
Weiterhin schlägt die Künstlerin ihre Staffelei überwiegend zu Hause auf. Daneben besucht sie regelmäßig die Malkurse bei Bettina Noack, wo alle sechs Wochen vier bis fünf Teilnehmer*innen nicht nur gemeinsam malen, sondern sich gegenseitig inspirieren, sich Anregungen geben, Ideen austauschen. Ihre Motive findet Anne Beisenkötter oft auf Reisen und Ausflügen in die nahe Natur und auch der Alltag hält immer wieder Inspirationen bereit. Die Künstlerin zitiert in diesem Zusammenhang Pablo Picasso: Ideen sind nur Ausgangspunkte. Um zu wissen, was man zeichnen will, muss man zu zeichnen anfangen.
Die großformatigen Acrylbilder unterlaufen z.T. einen mehrmonatigen Entstehungsprozess, dünnere und dickere Farben mit Pinsel oder Spachtel aufgetragen lassen mehrschichtige Motive erwachsen, verleihen Dimension und Tiefe. Zu den Arbeiten von August Macke und Peter-August Böckstiegel fühlt die Künstlerin eine besondere Beziehung.
Staffelei, Leinwand, Farben und Pinsel etc. lassen sich oft nicht auf Reisen mitnehmen. Daher hat Anne Beisenkötter begonnen, kleine Zeichnungen mit Aquarellstiften anzufertigen. Mappe und Aquarellstift wurden so zu ihrem ständigen Begleiter. Dennoch möchte sie in der Zukunft weiter ihrem Faible für große Acrylbilder frönen und dabei ihren eigenen Stil immer konkreter herausarbeiten.
Entdecken Sie die Facetten von Anne Beisenkötter noch bis zum 19. Juni im Bezirksamt.
  
Vorlesewettbewerb der 4. Klassen
Zum 13. Mal traten Schülerinnen und Schüler der 4. Grundschulklassen zum Vorlesewettbewerb im Heimathaus an, der von der Stadtteilbibliothek Jöllenbeck veranstaltet wird. Dieses Jahr hatten sich 16 Kinder in den internen Vorentscheiden der Klassen bzw. Grundschulen qualifiziert. Der Wettbewerb besteht aus zwei Teilen: in dem ersten lesen die Kinder einen selbst ausgewählten Text, wobei sie dafür jeweils drei Minuten Zeit haben. Im zweiten Teil müssen sie aus einem ihnen unbekannten Buch fortlaufend jeweils zwei Minuten vorlesen – in diesem Fall eine Geschichte vom Sams, Autor Paul Maar.
Die Jury bewertet akribisch Lesegeschwindigkeit, Deutlichkeit der Aussprache, Textgestaltung und Betonung, Lesetechnik und Lautstärke. Auch die einführenden Worte bei der Kurzvorstellung des jeweils eigenen Textes gehen in die Wertung ein. In der Jury saß übrigens ein Lehramtsstudent für Grundschulen, der den allerersten Jöllenbecker Lesewettbewerb seinerzeit gewonnen hatte!
Während alle Teilnehmer ein Präsent mit nach Hause nehmen konnten, das neben einer Urkunde, ein Buch und einen Rucksack mit verschiedenen Kleinigkeiten beinhaltete, gab es für die drei Sieger zusätzlich einen Gewinn in Form eines aktuellen Kinderbuches, gestiftet von der Jürmker Bücherstube.
Nicht nur die Jury nahm die Sache sehr ernst – auch die Teilnehmer/innen waren hoch konzentriert und aufmerksam. Nach drei Stunden war die Anspannung dann ausgestanden: der 1. Platz wurde Justus Pape (GS Vilsendorf) zuerkannt, dicht gefolgt von Sarah Trautwein, ebenfalls GS Vilsendorf. Juli Steinsiek aus der GS Waldschlößchen erreichte den 3. Platz. Herzlichen Glückwunsch!
  
5 Jahre Näh-Manufaktur
happy, happy, happy!
Vor gut einem Jahr eröffnete Stefanie Müller ihre Näh-Manufaktur in der Gunststraße/Ecke Sudbrackstraße, der Blickpunkt berichtete (Ausgabe Mai 2017). Deutlich länger war sie vorher im Lenkwerk – wenn man in Wolfsburg aufgewachsen ist, liegt einem ein Faible für Autos ja quasi im Blut. Auch heute ist Stefanie Müller nicht nur gern gesehener Gast im Lenkwerk, sie betreut auch weiterhin ganz unterschiedliche Kunden aus der automobilen Szene.
In der Menge der Gäste, die das Atelier am Freitagabend bevölkerten, vielen letztere aber kaum auf, zumindest nicht durch den typischen Benzingeruch. Die Mehrzahl der Gäste waren hingegen von der gleichen Droge wie die Gastgeberin befallen, die vor einem Jahr im Interview von sich behauptete „ich brauche den Stoff und an der Nadel hänge ich auch!“
Die Stimmung schwankte zwischen gut und ausgelassen, aber etwas fehlte noch: der geheimnisvolle Gast aus Hamburg verspätete sich, da die Deutsche Bahn irgendwo auf der Strecke einen Umweg oder eine nicht geplante Pause eingelegt hatte.
Aber dann kam er doch zur Tür herein, raumgreifend, unübersehbar. Nach einer kurzen, durch heiße Suppe unterstützten Aufwärmphase war es dann soweit und das „Wohnzimmerkonzert“ mit Georg auf Lieder begann. In nullkommanix hatte der Sänger nicht nur die ungeteilte Aufmerksamkeit der Gäste, sondern eroberte sich alle Sympathien im Sturm. Das Konzert war eine vergnügliche Mischung aus Stories, Songs, Mitmach-Liedern. Seine jahrelange Erfahrung als Straßenmusikant in Berlin, dazu eine Vielzahl von Wohnzimmerkonzerten in den letzten eineinhalb Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum: seine One-Man-Show war gut getimed und trotzdem immer spontan und vor allem absolut authentisch. Die Zuhörer dankten es mit frenetischen Applaus/Jubel, soweit das bei der doch überschaubaren Gruppe machbar war. Der Sänger war sichtbar durchgeschwitzt und genauso begeistert, natürlich gab es Zugaben – der lauthals mitgesungene Refrain des letzten Liedes endete mit der Zeile „und dann rieselt aus allen Poren Deines Körpers quietschbuntes Konfetti ...“
Mehr zu Georg auf Lieder unter www.georg-auf-lieder.de, Infos zum Angebote der Näh-Manufaktur finden Sie unter www.naeh-manufaktur.de.
Übrigens: in den Osterferien finden wieder Nähkurse für Kinder und Jugendliche statt, einfach anrufen unter 0521 39 95 57 88.
Happy!
  
Sozialseminar der Ev.-Luth. Versöhnungs-Kirchengemeinde Jöllenbeck 2017 / 2018
Thomas Beblo: Dem Glück mit Achtsamkeit auf die Sprünge helfen ?
Thomas Beblo (auf dem Foto links neben Alois Herlth) stammt aus Hannover, hat Neuropsychologie studiert und leitet in Bethel die Forschung im Bereich Neuropsychiatrie.
Zu Anfang seines Vortrags erinnert er sich an seine Jugend. Seine Eltern als gläubige Katholiken hätten ihn jeden Sonntag mit in die Kirche genommen und über viele Jahre hinweg konnte er sich damit vollkommen identifizieren. Als Jugendlicher hatte er jedoch viele „Fragen an die Welt“ und die Antworten, die er dazu in der katholischen Kirche fand, waren für ihn nicht hinreichend. Auch während seines Studiums hatte Thomas Beblo oft den Eindruck, das neben dem fachlichen Wissen die Dozenten ihm nur wenig sinnstiftendes für das Leben mitgeben konnten. Nach dem Studium hatte er die Möglichkeit, für ein halbes Jahr die nordamerikanische Westküste zu gehen. In San Diego fand er Anschluss an eine Gruppe, die Meditation im buddhistischen Sinne praktizierte und er durfte für einige Wochen in einem buddhistischen Kloster in der Nähe leben. Dort traf er Jack Kornfeld, der über zehn Jahre in einem buddhistischen Kloster gelebt hatte. In den Gesprächen mit ihm fand er auch Antworten auf offen gebliebene Fragen aus seiner Jugend.
Die vier Achtsamkeitsaspekte von Jack Kornfeld lauten:
1. halte inne und erkenne
2. lasse etwas geschehen und akzeptiere
3. schau näher hin und erforsche (dich) sanft
4. de-identifiziere dich (beobachte dich selbst), schaffe Raum für Gefühle
Nach Thomas Beblo hat Achtsamkeit nicht allein einen hohen Stellenwert im Buddhismus und Taoismus, sondern genauso in den Wurzeln des Christentums (z.B. in der Mystik). Allerdings erfolgte die präzise Ausformulierung im Buddhismus bereits rund 500 Jahre vor Christi Geburt. Achtsamkeit kann jeder Mensch praktizieren, und ohne jeglichen „religiösen Ballast“ die Wahrscheinlichkeit des Glücklichseins erhöhen. Der erste Schritt ist die Meditation. Da man die Wirkung der Meditation besser versteht, wenn man es mal ausprobiert hat, machte Thomas Beblo sogleich mit allen Anwesenden im Sozialseminar die Probe aufs Exempel. Seine Kurzanleitung, die man durchaus fast überall nachvollziehen kann:
• aufrecht und entspannt sitzen
• die Augen schließen oder bewusst ins Leere laufen lassen
• auf Geräusche in der Umwelt achten
• anschließend sich langsam auf den eigenen Atem konzentrieren und so in sich hineinhören
• diesen Zustand möglichst einige Minuten durchhalten
Achtsamkeit basiert laut der Definition von Jon Kabat-Zinn auf einer reproduzierbaren Erfahrung. Sie ist eine bestimmte Art der Aufmerksamkeit, gekennzeichnet dadurch, dass man sich absichtlich so verhält, wertungsfrei, offen und freundlich gegenüber inneren und äußeren Erfahrungen in der erlebten Gegenwart (jetzt) ist.
Quasi im Schlepptau der Achtsamkeit erfährt der Mensch die Freundlichkeit. Thomas Beblo insistiert, dass Achtsamkeit keine Technik ist, sondern eine Haltung dem Leben gegenüber. Sie erfordert lebenslanges Lernen, ist erfahrungsbasiert und übungsintensiv. Der Erfolg ist eine positive Orientierung, eine akzeptierende Grundhaltung im Alltag. Hier zitiert er ein

Gedicht von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207 – 1273):
Das Gästehaus
Dieses menschliche Sein ist ein Gästehaus, jeden Morgen ein neuer Ankömmling,
eine Freude, eine Depression, eine Gemeinheit; manch augenblickliche Bewusstheit kommt als unerwarteter Gast.
Empfange und unterhalte einen jeden von ihnen. Und seien es eine Menge Sorgen, die gewaltsam dein Haus durchfegen und das Inventar ausräumen.
Wer weiß, vielleicht bereitet es dich vor auf neue Seligkeit.
Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Angst, begegne ihnen lächelnd an der Tür, und lade sie ein, herein zu kommen.
Ein jeder von ihnen ist gesandt vom Jenseits – als Führung.

Schließlich definiert Thomas Beblo drei glücksrelevante Faktoren:
Achtsamkeit
Zu Anfang steht die Aufgabe, Distanz zu schaffen, die Desidentifikation. Man gewinnt Raum, gelangt vielleicht auf eine neue Ebene im Bewusstsein, sieht neue Perspektiven. Darauf folgt die Erfahrung von Ganzheit und Heilsein. Dies setzt positive Emotionen frei, z.B. in der liebevollen Wertschätzung. Innere Kämpfe gilt es zu vermeiden. Lieber betrachten statt einmischen, besser akzeptieren statt aufbegehren (Metapher: Es gibt immer zwei Pfeile im Leben. Der erste Pfeil kommt immer von außen, den zweiten Pfeil schießt man selber ab und er trifft in die gleiche Wunde). Schließlich gewinnt man die Freiheit, alte Reiz-Reaktionsmuster zu durchbrechen. Man lebt im ‚Hier und Jetzt‘ und kann so bewusster genießen, gelangt zu einer umfassenderen Einsicht über sich selbst.
Verhaltenssteuerung
Die Achtsamkeit ist die notwendige Voraussetzung, gewohnheitsmäßige Verhaltensweisen zu durchbrechen. Selbstreflektion bietet dann die Chance, mit schwierigen Situationen besser umzugehen. Karma: Alles entsteht aus vorangehenden Handlungen! Allerdings ist das Leiden nicht vermeidbar.
Soziale Aspekte
Indem man sein Verhalten an dem Wohlergehen anderer orientiert erfährt man eine Verbesserung im sozialen Umfeld. Mitgefühl und Wertschätzung verbessern (indirekt) auch das eigene Wohlbefinden.
Sein Fazit:
• Wenn Achtsamkeit im Alltag integriert und persönlich kultiviert ist, setzt sie Glück frei
• Achtsamkeit ist komplex, natürlich, setzt Übung voraus, widerspricht unseren Gewohnheiten
• Mehrere Faktoren sind in Bezug auf die Achtsamkeit glücksrelevant, direkte und indirekte
• Die Aufmerksamkeitssteuerung ist wichtig für positive Gefühle
  
Ein neues Kinderhaus in Jöllenbeck
Weltenbummler
Zu den Sternenseglern gesellen sich die Weltenbummler. Siebenundsiebzig Kinder bis sechs Jahre werden vom 1. August an von der Eickumer Straße aus zunächst ihre neue Kita, dann das nähere Umfeld samt Jöllenbeck erkunden. Später stehen auch weiter entfernte Ziele auf dem Programm, wobei bereits bei Distanzen von zehn oder zwanzig Kilometern für solch junge Menschen „Welten“ dazwischen liegen können.
„Weltenbummler“ soll aber auch darauf verweisen, dass Inklusion, Integration und Vielfalt gelebte Praxis sein werden. Kinder aus unterschiedlichen Nationen werden das Miteinander bereichern. Dies gilt auch für Kinder mit einer Behinderung. Träger (Gesellschaft für Sozialarbeit, GfS) und Projektentwickler (Brautmeier & Bohmeier GbR) betonen die gute und fruchtbare Zusammenarbeit.
Jan Brautmeier: „Wir haben uns zunächst verschiedene neue Kitas in der Region angeschaut und dabei viele interessante Detaillösungen entdeckt. Ganz wichtig war der Austausch mit dem Team der GfS. Herausgekommen ist eine wirklich schöne Kita mit einer freundlichen Wohlfühlatmosphäre, drinnen und draußen.“ Frank Horn (GfS): „Unsere Gesellschaft betreibt acht Kinderhäuser im gesamten Stadtgebiet, eines davon bereits in Jöllenbeck. Wir freuen uns sehr über die Chance, mit dieser neuen Einrichtung die erfolgreiche Quartiersarbeit im Oberlohmannshof nochmals zu stärken. Gemeinsam mit Herrn Brautmeier und dem Architekturbüro Heye aus Gütersloh konnten wir unsere praxisorientierten Vorgaben früh in die Planung einbringen. Auf zweimal 350 m² wurde alles verwirklicht, was zur Ausstattung einer modernen Kita gehört, inklusive eines Turn- und Mehrzweckraumes von fast 50 m².“
Claudia Köhler (GfS) spannt den Bogen weiter: „Die GfS steht für wirkliche Gemeinwesenarbeit. Daher muss man das neue Kinderhaus Weltenbummler eingebettet in das Netzwerk der weiteren GfS-Einrichtungen im Stadtbezirk betrachten, von der Quartiersbetreuung bis hin zur OGS. Diese vielfältigen Kompetenzen - ergänzt durch die intensive Zusammenarbeit mit allen anderen Akteuren vor Ort - bildet die Basis für eine effektive Unterstützung von Familien in Jöllenbeck.“
Alexandra Sell (GfS) lenkt den Blick auf einige Details: „Auch die Weltenbummler wollen gesund versorgt werden. Daher wird an vier Tagen in der Woche im Kinderhaus frisch gekocht, gesund und mit Produkten aus der Region. Die Kinder werden ermutigt, sich für eine gesunde Ernährung zu interessieren und dürfen bei der Zubereitung mithelfen. Salat- und Rohkostteller, Obst und selbst zubereitete Joghurt-/Quarkspeisen stehen jeden Tag für die Kinder zur Verfügung. Das Frühstück wird selbstverständlich ebenfalls vom Kinderhaus gestellt.“
Vier Gruppen mit unterschiedlicher Alterszusammensetzung werden das Kinderhaus bevölkern, zur Auswahl stehen 35 oder 45 Stunden Betreuungsumfang pro Woche. Bei Redaktionsschluss waren noch vierzig Plätze verfügbar, davon acht im U3-Bereich. Alexandra Sell nimmt Ihre Anfragen/Anmeldungen gerne entgegen: Tel. 0160 / 99 62 26 63.

Wenn Sie sich vorstellen können, die neugierigen Weltenbummler auf ihrem Weg zu neuen Entdeckungen und Erfahrungen zu begleiten und anzuleiten, freut sich Claudia Köhler über Ihre Bewerbung als Erzieher*in oder Praktikant*in: Telefon 0521 / 52 00 17 01 oder per eMail claudia.koehler@gfs-bielefeld.de
  
Stiftung der Stadtwerke Bielefeld fördert Kiebitzschutz in Bielefeld
Die Stiftung der Stadtwerke Bielefeld unterstützt ab März die Biologische Station Station Gütersloh/Bielefeld e. V.. Die auf drei Jahre angelegte Förderung ist für den Kiebitzschutz in Bielefeld.
Ziel des Projektes ist es den Kiebitz, als typische Vogelart des bäuerlichen Kulturlandes auf Dauer in Bielefeld als Brutvogel zu erhalten. Der Kiebitz hat in den letzten Jahren stark im Bestand abgenommen, nicht nur in Bielefeld sondern auch in NRW und Deutschland insgesamt. In Bielefeld brüteten 2007 noch 50 Paare, 2016 waren es nur noch 24 Paare, 2017 33 Paare. Als Hauptgrund für den rapiden Rückgang wird die Intensivierung in der Landnutzung angesehen, die durch Zunahme von Monokulturen, Verlust von Feldrainen und Brachflächen zu einer Strukturarmut in der Feldflur führt. Dies wirkt sich negativ auf die Nahrungsverfügbarkeit für die Feldvögel aus. Zudem sind die Gelege von bodenbrütenden Arten wie dem Kiebitz, durch die vielen Bearbeitungsgänge bei der Feldbestellung stark gefährdet. Ohne den Schutz der Gelege wird ein Großteil schon vor dem Schlupf der Jungen zerstört. Deshalb ist es wichtig, in enger Absprache und Zusammenarbeit mit den Landwirten, die Nester vor der Zerstörung zu bewahren.
Die Biologische Station wird zu Beginn der Brutzeit des Kiebitzes die zu einem großen Teil bekannten Brutgebiete kontrollieren und weiteren Meldungen zum Beispiel aus der Landwirtschaft nachgehen, Kiebitzbrutpaare feststellen und die Lage der Nester sondieren.
Die Nester werden in Absprache mit den Flächenbewirtschaftern durch Bambusstöcke, die fünf Meter vor und hinter dem Gelege angebracht werden, optisch markiert. Auch eine weitere regelmäßige Kontrolle der Niststandorte während der Brutzeit ist notwendig, um abschätzen zu können, ob bzw. wann die Jungen schlüpfen.        
Kiebitzschutz auch in Jöllenbeck
Der eine oder andere wird vielleicht denken „dafür ist Geld da“, wenn er der obenstehenden Meldung entnimmt, dass die Stadtwerke-Stiftung den Kiebitzschutz in Bielefeld für drei Jahre finanzieren wird. Pro Jahr werden 9.500,-€ aufgewendet, um das völlige Verschwinden dieses Vogels aus unserer Stadt zu verhindern. Das sind etwa 250,-€ pro Kiebitz-Paar, die notwendig sind, weil menschliche Eingriffe in die Natur und ihre bedenkenlose Nutzung diese Tiere hier an den Rand der Ausrottung treiben. Hier sollte sich jeder angesprochen fühlen, der „in der freien Natur“ wandert bzw. spazieren geht. Denn es ist besonders ärgerlich, wenn erfolgversprechende Brutversuche scheitern, weil herumlaufende Hunde die Tiere aufscheuchen oder die Gelege zerstören, wie es in der Johannisbachaue geschehen ist. Das ist sogar noch ärgerlicher, da der Kiebitz an und für sich gerade diese feuchten Untergründe bevorzugt. Das die Tiere auf Maisstoppel brüten ist ein unübersehbarer Hinweis darauf, dass sie von ihren angestammten Habitaten vertrieben werden, bzw. diese nicht mehr vorfinden.
Im November-Heft des letzten Jahres hatte der Blickpunkt bereits über den Kiebitz-Schutz berichtet (nachzulesen im Internet unter www.blickpunkt-joellenbeck.de). Im vergangenen Jahr haben dreiunddreißig Brutpaare gerade mal sechs Jungvögel durchgebracht. Das ist nicht bestandserhaltend. Im Gespräch mit Jöllenbecker Landwirten haben diese klar zu erkennen gegeben, dass sie die weitere Zusammenarbeit mit der biologischen Station im Rahmen des Kiebitzschutzes befürworten. Denn aus Sicht der Landwirte kommen die Gelege auf den unterschiedlichen Äckern (Mais, Zuckerrübe) unerwartet, die Expertise der Umweltschützer wird aktiv nachgefragt. Zudem ist ein effektiver Schutz der Gelege, sofern man ihren Standort ausgemacht hat, hinsichtlich der Gefährdung durch landwirtschaftliche Maschinen ohne größere Probleme möglich. Der Schutzgedanke und seine Notwendigkeit wird von den hiesigen Landwirten eindeutig bejaht und unterstützt. Zusammengenommen könnte es reichen, den Kiebitzbestand in Bielefeld wieder zu stabilisieren. Noch einen Schritt weiter käme man mit Flächen, die unter dem Stichwort „Vertragsnaturschutz“ nicht oder kaum noch bewirtschaftet werden und als Refugium für die Tier- und Pflanzenwelt dienen, nicht nur für den Kiebitz. Dies ist innerhalb einer Großstadt ein heikles Thema, jeder wird das verstehen, der die aktuelle Diskussion um mehr Wohnraum, mehr Gewerbeflächen und mehr Straßen in dieser Stadt verfolgt. Denn nahezu jede Fläche, die eine dieser aufgezählten Nutzungen zugeführt wird, fehlt als landwirtschaftliche Nutzfläche.
Zusammengefasst sind die Mittel der Stadtwerke-Stiftung gut investiert und es bleibt abzuwarten, wie sich die Kiebitzpopulation in den kommenden drei Jahren entwickelt. Auf jeden Fall wird auch danach ein Schutz der Gelege notwendig bleiben. Von Lenzinghausen über Vilsendorf bis zur Johannisbachaue sind die Vögel schon jetzt wieder anzutreffen, auch südlich des Köckerwaldes wurden sie gesichtet. Eine wertvolle Bereicherung der Flur in unserem Stadtbezirk.
  
Sozialseminar der Ev.-Luth. Versöhnungs-Kirchengemeinde Jöllenbeck
Was tun wenn die Seele leidet?
Ulrich Oppel, Psychotherapeut aus Bielefeld (im Bild rechts neben Frau Budde), gab mit seinem Vortrag einen Überblick über die aktuellen Angebote der Psychotherapie, wobei er einen Schwerpunkt bei den Leiden älterer Menschen setzte. Zu Beginn stellte er die provokative Frage, ob das Leid nicht zur menschlichen Existenz hinzugehören würde und ob Psychotherapie überhaupt dazu angetan wäre, das seelische Leid in den Griff zu bekommen. Seine Antwort: ja, Leid ist ein Teil unseres Daseins und jeder Mensch würde im Verlauf seines Lebens aus den unterschiedlich leidvollen Erfahrungen lernen und eine individuelle Resilenz entwickeln, auch ohne Psychotherapie. Aber, bei besonderen Krisen kann das Leid den Einzelnen überfordern. Häufig ist seines Erfahrung nach das seelische Leid gekoppelt mit körperlichen Beschwerden. Der betroffene Mensch wirkt orientierungslos, sein Glaube an sich selbst schwindet. Hier setzt die Psychotherape an, indem sie Hilfe zur Selbsthilde leistet und die Kompetenz der Betroffenen erhöht, eigene Lösungswege zu entwickeln. Laut Herrn Oppel lautet das Credo der Psychotherapie, den Patienten wieder auf eigene Füße zu stellen.
Ältere Menschen leiden nicht nur an körperlichen Beschwerden, sondern mindestens ein Viertel aller Personen über 65 Jahre hat nach Auffassung von Ulrich Oppel eine psychische Erkrankung. Da die körperlichen Beschwerden jedoch vordergründig wahrgenommen werden, bliebe die (Selbst-)Diagnose schwierig. Zwar seien ältere Menschen nur selten suizid-gefährdet, sie müssten jedoch mit häufigen kürzeren depressive Phasen fertig werden. Der Weg des einzelnen älteren Menschen hin zu einer Psychotherapie wäre lang, die Entscheidung sich auf diese Behandlung einzulassen, kommt zudem dann oft noch von außen. Einige Zahlen: bei jeder zehnten Person über 60 ließe sich eine Indikation zur Psychotherapie feststellen, aber nur 5% würden eine Therapie anstreben. Bei Menschen über 70 nur noch 1%.
Häufige Bedenken, die gegen eine Psychotherapie vorgebracht würden, sind: kann ich überhaupt mit einem Fremden über meine Probleme sprechen – welche Abgründe kommen da uf mich zu – soll ich etwa meine Kindheit aufarbeiten – kann sich ein Therapeut in mich hineinversetzen und mir helfen?
Ulrich Oppel war sich sicher, dass beide – der Patient und der Therapeut – Experten sind:  der Patient in Bezug auf sein bisheriges Leben, der Therapeut hinsichtlich möglicher Erklärungs- und Lösungsansätze. Entscheidend ist der vertrauensvolle Kontakt.
Sofern der Kontakt zustande gekommen ist, wäre in der Regel die erste angenehme Errfahrung: es tut gut über mein Problem zu sprechen, der Therapeut versteht mich und geht auf mich ein. Auch die professionelle Distanz des Therapeuten wirkt entlastend.
Im weiteren Verlauf der Therapie müssen beide zusammen klären, wo es hingehen soll. Dies wird grundsätzlich eine sehr individuelle Lösung sein, die den persönlichen Hintergrund des Patienten und seine Lebenserfahrungen berücksichtigt, genauso aber auch die soziale Bindung und die seelischen und körperlichen Möglichkeiten. Nach Aussage von Ulrich Oppel führen konkrete Formulierungen und Zielvereinbarungen zu besseren Lösungsansätzen und sie erhöhen die Selbstwirksamkeit. Mitunter ist es jedoch vielversprechender, die jeweils „nur“ zweitbeste Lösung zu verfolgen. Die zu Beginn der Therapie vereinbarten Ziele sollte man durchaus auch als einen offenen Rahmen verstehen, dessen Schwerpunkte verschoben werden können.
Eine Reihe von Wirkfaktoren lassen sich nach Auffassung von Ulrich Oppel übergreifend für alle Therapiemethoden identifizieren:
• Ressourcenaktivierung – man reaktiviert dadurch vor allem eigene Stärken
• Klärung der Motive – die Therapie ist keine Wellness-Veranstaltung, der man sich einfach hingibt und genießt, sondern sie ist nur soweit wirksam, wie die Bereitschaft zur Mithilfe besteht
• Gute therapeutische Beziehung – viel wichtiger als die Methode, zumal Therapeuten die Methode im Verlauf einer Therapie oft ändern
• Das Problem aktualisieren und erlebbar machen
• Unterstützung in der Problembewältigung geben – ganz praktisch betrachtet und auf den Alltag des Patienten bezogen
Am Ende soll der Patient Selbstvorwürfe ablegen und sich zunehmend wieder selbst akzeptieren, so „wie er ist“.
Zum Schluß seines Vortrages ging Ulrich Oppel auf die therapeutische Praxis ein, wo er zwei Hauptrichtungen bestimmte, die Tiefenpsychologie und die Verhaltenstherapie. Daneben gibt es noch viele ergänzenden Methoden. Eine grobe Orientierung könne sein, wenn man für sich entscheiden könnte, ob die Therapie besser symptom- und verhaltensorientiert sein sollte. Ist die schnelle Hilfe nötig oder sollen eher langfristige Ziele verfolgt werden. Jeder Therapeut würde individuell abgestimmt einen bestimmten Methoden-Mix wählen und die Schwerpunkte auch je nach Therapiefortschritt verändern.
Ganz wichtig ist, zumindest den ersten Schritt zu tun, freiwillig, aus eigener Überzeugung heraus. Das kann einem niemand abnehmen.
  
Professor Dr. Johannes Hirata
Macht Geld doch glücklich?
Professor Hirata brachte in seinem spannenden Vortrag „Einsichten der ökonomischen Glücksforschung“ zu Gehör und beantwortete am Ende noch einige Fragen zu seinem speziellen Forschungsgebiet: das entlegene Königreich Bhutan, ein Land, das „Glück“ als Regierungsziel ausgewiesen hat.
Zunächst beschrieb Prof. Hirata die Ergebnisse der Glücksforschung, insbesondere die Frage der Lebenszufriedenheit. Hier machte er wie schon Prof. Dollase zuvor auf den Umstand aufmerksam, dass die Persönlichkeit des Befragten zu 50% das Antwortverhalten bestimmt – oder anders formuliert, ob wir uns mit unserem Leben gerade mal so arrangieren können oder uns über die gleichen Bedingungen von Herzen freuen, ist genetisch vorbestimmt. Da wundert es nicht, dass nur wenige andere Faktoren maßgeblich Einfluss auf die Lebenszufriedenheit haben. Bestimmte Lebensumstände (Alter, Geschlecht, soziale Beziehungen etc.) bringen zusammen etwa ein Fünftel auf die Waagschale, diverse andere Faktoren in Summe etwa ein Viertel. Bleiben für den schnöden Mammon nur magere 5%.
Damit war die Frage des Vortrags natürlich noch nicht beantwortet!
Mit dem Relativeinkommen-Effekt brachte Prof. Hirata einen neuen Ansatz ins Spiel. In erster Näherung kann man formulieren: je reicher die Gesellschaft, je höher die Ansprüche. Ein einfaches Beispiel, zur Zeit der Mondlandung war ein Farbfernseher absoluter Luxus und nicht in jedem Wohnzimmer stand überhaupt ein Fernseher. Und heute ...?
Für den Relativeinkommen-Effekt stellte Prof. Hirata drei Erklärungsansätze vor:
Gewöhnung – z.B. an das neue Auto, die Annehmlichkeiten der neuen Küche etc.
Die Gewöhnung wird einerseits regelmäßig unterschätzt und birgt andererseits die Gefahr, dass man etwas aufgibt (z.B. Freizeit) und am Ende der erhoffte Effekt (durch das Mehr an Einkommen) gering ist
Positionaler Wettbewerb – z.B. bei Grundstückspreisen oder der beruflichen Qualifikation
Das Problem dabei ist, dass am Ende gesellschaftlich ein Nullsummenspiel dabei herauskommt, wenn die Zahl der Güter absolut begrenzt ist und nicht beliebig vermehrbar.
Soziale Normen – z.B. die gesellschaftliche Infrastruktur mit stetig steigenden Standards (ÖPNV, Internetausbau, Medienverfügbarkeit, aber auch Ausstattung von Produkten: normales Fahrrad versus E-Bike)
Schon Adam Smith erkannte: Luxusgüter werden bei zunehmendem Konsumstandard zu lebensnotwendigen Gütern.
Der Relativeinkommen-Effekt führt auch dazu, dass die Wünsche an die eigenen Lebensumstände stetig zunehmen, dass also das „Brauchen“ dem „Haben“ immer vorauseilt. Sehr vielsagend ist die nebenstehende Grafik aus dem Vortrag von Prof. Hirata, die sehr anschaulich beschreibt, wie Menschen sich das Anspruchsdenken von Personen aus der gleichen Grundgesamtheit in nur sechzehn Jahren deutlich verändern kann. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass der eigene Einkommenszuwachs in der Regel nur mit Mühe diesen unentwegt wachsenden Ansprüchen gerecht werden kann.
Fazit seines Vortrags: Die meisten Menschen sind insgesamt eher zufrieden!
• Einkommen spielt eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu
Persönlichkeit, sozialen Beziehungen etc.
• relatives Einkommen ist entscheidend:
– nicht viel weniger als der Durchschnitt
– nicht viel weniger als früher
• Wirtschaftswachstum führt nicht zu steigender Lebenszufriedenheit
• Arbeitslosigkeit reduziert Lebenszufriedenheit

In Bhutan ist nicht das Wirtschaftswachstum sondern das Glück der Bewohner das Maß der Dinge, genauer, „der Staat bemüht sich, jene Bedingungen zu fördern, die das Streben nach Bruttoinlandsglück ermöglichen“.  Die Menschen sollen dabei selbst entscheiden, was für sie persönliches Glück ist. Der Staat gibt den Rahmen vor und sorgt sich auch darum, das Wohlstand und Lebenszufriedenheit sich gleich schnell entwickeln.
Ergebnis: über 40% der Einwohner sind schon glücklich.
  
Professor Dr. Rainer Dollase
Was ist überhaupt Glück?
Welch ein fulminanter Einstieg in die neue Seminarreihe zum Thema „Was macht uns glücklich?“!
Volles Haus, Stühle müssen aus den anderen Räumen im Gemeindehaus zusammengetragen werden, am Ende stiftet der Vortragende noch seinen Sitzplatz. Der Redner, Prof. Dr. Dollase (auf dem Foto links neben Wilfried Husemann) brennt daraufhin ein neunzigminütiges, ununterbrochenes Feuerwerk an Erklärungen, Ideen, Sachverhalten und Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung ab. Dabei stets ganz nah am Zuhörer, mal sachlich, mal witzig, immer verständlich erklärt. Besser geht es nicht. Und dann auch noch dieses Eingeständnis: „Über lange Jahre hinweg habe ich mich vor Vorträgen unwohl gefühlt. Lampenfieber, Nervosität. Das hat sich erst ganz spät gelegt, da war ich schon über 50 und ich bringe das mit einer veränderten Lebenseinstellung zusammen, die ich mir damals nach einem einschneidenden persönlichen Erlebnis meine Gesundheit betreffend angewöhnt habe.“ Nach diesem Vortrag will man es nicht glauben.
Der Vortrag gliedert sich in vier Teile, „Was ist Glück?“, „Glück in der Forschung“, „Neid als Glückskiller“ und „Elf Tipps als Anleitung zum Glücklichsein“.
Was ist Glück? - Prof. Dollase erläutert das State-trait-Konzept, das zwischen dem aktuellen Glückserleben (state) und dem biografischen Lebensglück (trait) unterscheidet. Das Glückserleben ist demnach gekennzeichnet durch sehr positive Emotionen, Begeisterung und Freude, es geht einher mit einer erhöhten Sensibilität und einer Öffnung der Sinne. Die positive Sicht auf die Dinge wirkt selbstreflektierend und verstärkend, sie steigert das Selbstwertgefühl. In dessen Folge sind die Betroffenen sozial aufgeschlossener, sie spüren eine höhere schöpferische Kraft und mehr Kreativität. Das biografische Lebensglück stellt sich ein, sobald die Wahrscheinlichkeit des Glückserlebens steigt und baut auf konkrete Glückserfahrungen auf. Es wird ebenfalls von einer stärkeren sozialen Orientierung begleitet.
Prof. Dollase stellt jedoch auch fest, dass das Glückserleben und auch das Lebensglück von einer gewissen Prädisposition bei den Menschen abhängt, das Glas ist eher halb voll oder halb leer: 50% der Unterschiede sind genetisch determiniert!
Glück in der Forschung – Prof. Dollase gibt einen Abriss über die wichtigsten Forschungsfelder und referiert zunächst folgende Zusammenhänge: die Region in der man lebt, Wohlstand, Bildungsgrad (jeweils je höher, je glücklicher). Aber: trotz steigendem persönlichen Einkommen muss man nicht zwingend glücklicher werden (Lottogewinner sind in ihrem Glücksempfinden ein halbes Jahr nach dem Gewinn wieder auf dem Ausgangsniveau). Es gibt physiologische Einflüsse (für jeden Tag gilt: in den ersten 12 Stunden nach dem Aufstehen überwiegen die positiven Emotionen) und Glück ist situationsabhängig (besonders hohe Werte korrelieren mit Urlaub, verliebt sein, mit Freunden/Partner zusammen sein, Bestehen einer Prüfung/schwierigen Situation). Besonders weist Prof. Dollase darauf hin, dass glückliche Menschen eher einen Sinn stiftenden religiösen Glauben haben. Wobei er den „Glauben“ darauf ausdehnt, für sich eine Antwort auf die Fragen über die Welt/das Leben gefunden zu haben, es muss nicht zwingend der Glaube an Gott sein.
Die Forschung diskutiert weiterhin verschiedene Glücksmechanismen, die in beide Richtungen wirken können. Relative Deprivation beschreibt den Zustand, wenn wir uns mit denen vergleichen, den es besser geht und uns dabei unglücklich fühlen. Ähnlich die Zielerreichung, wir setzen uns unrealistisch hohe Ziele, erreichen sie nicht und fühlen uns unglücklich. Allerdings, sobald wir ein Problem bewältigen, macht uns das glücklich (Mastery).
Ausführlich beschreibt Prof. Dollase den Flow-Mechanismus. Wir gehen dabei völlig in einer Tätigkeit auf, unser Handeln geht mühelos vonstatten, wir verlieren die Orientierung in der Zeit, unser Fühlen, Handeln und Denken sind in Übereinstimmung. Flow setzt voraus, dass unsere Aktivität ein Ziel hat, wir brauchen eine unmittelbare Rückmeldung und eine (zumindest) gefühlte Kontrolle über die Aktivität. Die Aktivität fordert uns heraus, wir sind ihr aber auch gewachsen. Diesen Zustand können wir in den unterschiedlichsten Situationen erreichen, bei der Arbeit, in der Freizeit/bei Hobbys, zusammen mit Freunden oder allein. Schließlich weist Prof. Dollase auf die positive soziale Interaktion hin. Sie ist erfreulich, hilft uns einander zu vertrauen, einander verbunden zu sein und die Welt in der wir Leben zu bewältigen. Forschungsergebnisse belegen: Glückliche und zufriedene Menschen können mit Stress und Enttäuschungen besser umgehen. Und sie sind wesentlich toleranter gegenüber Fremden.
Neid als Glückskiller – immer wenn wir uns vergleichen, besteht die Gefahr, dass wir neidisch werden: Einkommen, Besitz, Beruf bzw. berufliche Position, Position in der sozialen Gruppe, Aussehen, die Liste ließe sich fortsetzen. Das setzt uns zu, das Leben macht plötzlich keinen Spaß mehr, wir sind unglücklich. Neid kann auftreten zwischen Generationen, Geschwistern, Geschlechtern, Kollegen, kann sich gegen erfolgreiche Minderheiten richten, Ressentiments verstärken. Prof. Dollase unterscheidet den feindselig-schädigenden Neid und den traurig-hoffnungslosen Neid auf der einen Seite gegenüber dem ehrgeizig-stimulierenden Neid und dem Ungerechtigkeitsneid.
Elf Tipps zum Glücklichsein
1. Eine Philosophie/Religion, die dem Leid und der Ungerechtigkeit einen Sinn gibt, hilft , dieses zu überwinden
2. Akzeptiere Deinen Neid - gebe ihn zu!
3. Vergleiche Dich mit den richtigen Leuten (und bitte nicht in sozialen Netzwerken)
4. Akzeptiere das Unabänderliche! Suche Gleichgesinnte und ähnlich Betroffene!
5. Breche den Kontakt zu Menschen ab, die Dich neidisch machen!
6. Identifiziere Dich mit Prominenten, Vereinen, Organisationen
7. Suche Freude im Leben!
8. Pflege das Einzigartige an Dir, Deinen Lebenslauf, Deinen Lebensraum! Überprüfe/bewerte den Weg, den Du gegangen bist.
9. Analysiere, ob der „Bessere“ es tatsächlich besser hat. Möchtest Du mit ihm wirklich tauschen?
10. Nehme Deine Unterlegenheit mit Humor! Versuche paradoxe Reaktionen! Nehme Dich selbst „auf die Schüppe“!
11. Es gibt nur Sieger, wenn es Verlierer gibt. Zolle dem Verlieren und den Verlierern Respekt!  
Der zwölfte Tipp könnte lauten: besuchen Sie diesen Vortrag und verbringen Sie einen glücklichen Abend, denn am Ende sind nur heitere und entspannte Gesichter ringsum, welch ein Glück!
Die Themen im laufenden Jahr (Januar/Februar):
• Was tun, wenn die Seele leidet? Wie die Psychotherapie helfen kann
• Dem Glück mit „Achtsamkeit“ auf die Sprünge helfen?
• Auf den Spuren des Glücks
• Zwischen Glück und Unglück
Alle Seminarabende finden statt im Gemeindehaus der Kirchengemeinde, Schwagerstraße 14, 33739 Bielefeld–Jöllenbeck,
Beginn jeweils um 20.00 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Kontakt: Wilfried Husemann, Am Brinkkotten 16, 33739 Bielefeld, Telefon: (05206) 57 24
 Alois Herlth, Telefon: (05206) 55 98,
E-Mail: ua.herlth@online.de

Die Deutsche Post veröffentlicht seit einigen Jahren einen Glücksatlas für Deutschland (www.gluecksatlas.de). Getrennt nach den fünf Faktoren Lebenszufriedenheit, Arbeitszufriedenheit, Einkommenszufriedenheit, Zufriedenheit mit der Gesundheit, mit der Wohnsituation und der Freizeit werden in neunzehn Regionen die Daten zur Zufriedenheit gemittelt (die Skala reicht von 0 = „ganz und gar unzufrieden“ bis 10 = „ganz und gar zufrieden“; die Ergebnisse sind maximal um eine Skaleneinheit voneinander unterschieden und streuen bis auf die Daten zur Gesundheit um einen Wert von 7). Überproportional glücklich sind die Menschen demnach in Schleswig-Holstein, Hamburg und in überraschend vielen Aspekten auch im nordwestlichen Niedersachsen. Wenn man überlegt, dass Dänemark seit Jahren unangefochten das Land mit den glücklichsten Einwohnern weltweit ist (Stichwort „hyggelig“ übersetzt „Wohlbefinden verbreiten“, laut Süddeutscher Zeitung eine Überlebensstrategie in der kalten und düsteren westlichen Welt), könnte man versucht sein, den Bewohnern unserer nördlichen Bundesländer eine vergleichbare Kompetenz zu unterstellen. Oder spielen Klima, Landschaft, regionale Kultur die entscheidende Rolle? Man weiß es noch nicht. Wir hier in Westfalen belegen übrigens überwiegend Werte im Mittelfeld.
  
Da schafft ein einzelner Schüler zum wiederholten Mal nicht die Versetzung nach der sechsten Klasse, muss die Schule verlassen und landet im Nirwana. Wird dann auch noch nach Hause geschickt, als keine neue Schule gefunden wurde. Der Artikel im letzten Blickpunkt verknüpft dies mit der Werbung für eine Schulform, die im benachbarten Stadtbezirk gegründet werden soll. Es würde suggeriert: Hier eine Schule von gestern mit scheinbar zu wenig individueller Förderung, die sich auch nicht genug kümmert, dort die Verheißung moderner Pädagogik. Etwas verkürzt lauteten so die Vorwürfe, die der Vorsitzende der Elternschaft der Realschule Jöllenbeck und die Schulleitung in einem Gespräch mit dem Unterzeichner äußerten.
In dem Gespräch wurde schnell deutlich: der Fall dieses Schülers ist selten. So selten, dass die Bezirksregierung Detmold hochselbst der Schulleitung in Jöllenbeck empfahl, den Jungen entgegen der bestehenden Schulpflicht nach den Ferien wieder nach Hause zu schicken. Die Gründe dafür waren dem Unterzeichner in der Tat nicht bekannt, die Aussagen vom Amt für Schule und von einem mit solchen Fällen betreuten Juristen hörten sich ganz anders an.
Der Fall dieses Schülers ist insbesondere auch an der Realschule Jöllenbeck selten, da das Kollegium grundsätzlich mehrfach im Schuljahr mit betroffenen Eltern Rücksprache hält und die verschiedenen Optionen gemeinsam abgewogen werden, immer mit dem vorrangigen Ziel, den Schüler an der Realschule zu halten. Die individuelle Förderung ist ein erklärtes pädagogisches Ziel in der Schule und wird von allen Lehrkräften so gelebt. Dies soll an dieser Stelle nachgetragen werden, damit deutlich wird, das die Realschule Jöllenbeck alles in ihrer Kraft stehende unternimmt, damit so ein Fall gar nicht erst auftritt!
Der Fall ist selten, weil eigentlich bis kurz vor Ende des letzten Schuljahres eine aufnehmende Schule bereit stand, die dann im letzten Moment die Zusage zurückgezogen hat – und dann wurde es in der Tat eng.
Der Fall ist selten und wäre so auch an einer Sekundarschule passiert – dies ist jedoch schwer vorstellbar, denn der Anlass wäre nicht gegeben: warum sollten Eltern ihr Kind freiwillig mehrfach eine Klasse wiederholen lassen, wenn doch innerhalb der Schule schon im Grundsatz die Durchlässigkeit hinsichtlich der zu erreichenden Sek-I-Abschlüsse angelegt ist?
Und natürlich ist dieser Fall nicht dazu angetan, darüber noch einmal in die Diskussion über die Zukunft der Realschule in Jöllenbeck einzusteigen. Das hat niemand behauptet, sondern die örtliche Politik steht zu der damals getroffenen Aussage, die Entscheidung der Realschule zu akzeptieren und diese in Zukunft zu unterstützen. Wir erinnern uns: nach vielen Monaten des gemeinsamen Ringens um die Ausgestaltung einer möglichen Gemeinschaftsschule in Jöllenbeck hatte die Leitung der Realschule kurz vor Erreichen des formulierten Ziels den Ausstieg aus dem Konzept erklärt.
Der Fall ist allerdings dennoch dazu geeignet, die Fehlentwicklungen in der deutschen Schullandschaft zu illustrieren. Wenn grundsätzlich alle Kinder eines Jahrgangs gemeinsam bis zur 10. Klasse die gleiche Schule besuchen, sind weniger Schulabbrecher und weniger verlorene Lebenszeit die Folge. Gleichzeitig lernen die Kinder mehr und besser als in dem gegliederten deutschen System. Jede Pisa-Studie belegt diesen Zusammenhang aufs Neue. Dies wird gerne als Gleichmacherei gebrandmarkt – die Frage ist doch nur von wem und mit welcher Intention? Solange hinreichend viele Bürger dies als Argument verstehen wollen, auch weil sie selbst in Ihrem (Schul-)Leben keine andere Erfahrung machen konnten, wird die Auseinandersetzung nicht entlang der für unsere sich entwickelnde Gesellschaft besten pädagogischen Konzepte geführt, sondern entlang tradierter, nicht weiter entwickelter Vorstellungen. Das ist schade. Denn so produziert unser Schulsystem weiter jedes Jahr diverse Verlierer in allen Nuancen und zahlreiche junge Menschen ohne Schulabschluss und mit deutlich schlechteren Zukunftschancen.
Natürlich kann man über das Konzept der Sekundarschule geteilter Meinung sein. Allerdings hat es im Schul- und Sportausschuss der Stadt Bielefeld bereits im Jahre 2012 für die Entwicklung dieses Konzeptes – mit dem Auftrag es auch umzusetzen (!) – eine ungeteilte Zustimmung gegeben. Nächstes Jahr könnte es soweit sein. Man kann mit Fug und Recht behaupten, hierbei ist zumindest nichts übers Knie gebrochen worden und auch der „Brechstangen“-Vorwurf läuft ins Leere.
Moderne Zeiten - moderne Schule?
  
Bielefelder Kiebitz-Gelegeschutzprojekt
Die Biologischen Stationen Gütersloh/Bielefeld und Kreis Paderborn/Senne wurden für das Jahr 2017 erneut vom Umweltamt der Stadt Bielefeld beauftragt, Gelegeschutzmaßnahmen beim Kiebitz durchzuführen.
Aus dem Bericht der Biologischen Stationen:
Der Kiebitz ist eigentlich eine charakteristische Wiesenvogelart, die auf offenen, flachen und weitgehend strukturarmen Feucht-Grünlandflächen mit niedriger Vegetation brütet. Ein wichtiger Faktor ist die Bodenfeuchtigkeit, die im Idealfall zu zeitweiliger Überstauung von Teilbereichen führt. Diese extensiv genutzten Wiesen sind heute aufgrund von Trockenlegungen und Nutzungsintensivierungen fast nur noch in Naturschutzgebieten zu finden. Zur Förderung des Kiebitzes ist der Erhalt der verbliebenen extensiven Grünlandflächen von großer Bedeutung.
Dabei sind Maßnahmen zur Optimierung (Wiedervernässung, Anlage von Wiesenblänken) nötig, um attraktive Brutflächen zu schaffen. Wünschenswert wäre natürlich auch die Neuanlage von extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen durch Rückumwandlung von Ackerflächen in Grünland.
Die überwiegende Anzahl der Kiebitze brütet daher heute auf Ackerflächen (Getreide, Maisäcker, Ackerbrachen), vor allem, wenn sie in den feuchten Auenbereichen liegen. Ein Problem stellt dabei die Bewirtschaftung der Schläge während der Brutzeit dar. Insbesondere die Maisaussaat im Frühjahr (Anfang Mai) mit vorangehender Bodenbearbeitung führt zu einer hohen Anzahl an Nestverlusten.
Der Gelegeschutz auf den Ackerflächen stellt inzwischen eine wichtige Maßnahme zur Förderung des zunehmend im Bestand gefährdeten Kiebitzes dar. Voraussetzung hierfür ist die Kooperationsbereitschaft der bewirtschaftenden Landwirte. Insgesamt ist die Zusammenarbeit im Jahr 2017 auch dank der Unterstützung durch die Vertreter der Landwirtschaft bis auf ganz wenige Ausnahmen gut gelaufen.
Das Land Nordrhein-Westfalen bietet verschiedene Fördermaßnahmen für den Schutz des Kiebitzes an. Die Biologischen Stationen haben die Bewirtschafter der Kiebitzflächen angesprochen, um diese hinsichtlich der Maßnahmen zu informieren und zu beraten. Trotz guter finanzieller Ausgleichszahlungen ist das Interesse für die Teilnahme am Vertragsnaturschutz unter den Landwirten gering. Zum einen wird der Aufwand bei der Antragstellung der Maßnahmen als sehr hoch empfunden. Zum anderen scheuen die Landwirte zusätzliche Kontrollen auf ihren Flächen, die mit der Teilnahme am Vertragsnaturschutz einhergehen können. In Bielefeld wurden keine gezielten Maßnahmen auf den Kiebitzflächen umgesetzt.
Soweit zur Ausgangslage. Zurück zum Bericht: Die beiden biologischen Stationen haben im Rahmen der Kiebitz-Kartierung zur Brutzeit 2017 insgesamt 33 Paare festgestellt. Darunter befanden sich 18 Paare mit Gelege und 15 weitere mit Brutverdacht. Der Bestand in der Stadt hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 25% erhöht. Aus den 18 Gelegen, die größtenteils auch markiert wurden, schlüpften in 10 Fällen Küken. Aus 4 Gelegen resultierten mindestens 6 flügge Junge. In den übrigen Fällen kam es zum Gelegeverlust, wahrscheinlich durch natürliche Räuber wie beispielsweise dem Fuchs. Sechs flügge Jungvögel bei 33 Elternpaaren sind nicht bestandserhaltend. D.h., der Bestand wird durch den Zuzug fremder Individuen erhalten bzw. aufgefüllt, obgleich der Kiebitz an sich sehr standorttreu ist.
Der Kiebitz im Stadtbezirk Jöllenbeck: Im Bielefelder Norden stellten insbesondere die extensiv bewirtschafteten Grünlandbrachen am Johannisbach, im östlichen Abschnitt der Johannisbachaue attraktive Neststandorte für die Kiebitze dar. Bei den vier brutverdächtigen Paaren wurden zwei Bruten gemeldet. Ein Gelegeschutz erfolgte nicht, da auf den Brachflächen keine Verluste von Nestern durch Bewirtschaftung zu erwarten waren. Störungen erfolgen auf diesen Flächen vielmehr durch die hohe Anzahl der Spaziergänger mit Hunden. Zum Schutz der Kiebitze sollte die Nutzung der Trampelpfade während der Brutzeit unterbunden werden.
Neben den Flächen bei der Johannisbachaue wurde ein Zuckerrübenacker in Vilsendorf als Brutstandort von zwei Kiebitzpaaren genutzt. Auch auf dem Nagelsholz wurden zwei Kiebitzpaare beobachtet, denen allerdings kein Gelege zugeordnet werden konnte.
Die Autoren machen auch Verbesserungsvorschläge für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen für den Kiebitz. Geeignet wäre hierfür z.B. das „Projekt zur Schaffung von Brut-, Nahrungs- und Rückzugsflächen für Feldvogelarten in der offenen Feldflur“. Ziel des Projektes ist die Förderung der Anlage von so genannten „Feldvogelinseln“, die zur Hauptvegetationszeit nicht bewirtschaftet werden. In Ermangelung der geeigneten Brutflächen weicht der Kiebitz im Stadtgebiet von Bielefeld auf im zeitigen Frühjahr noch nicht bewachsene Ackerflächen aus, dies sind Mais- und Zuckerrübenäcker. Leider erfolgt dort die Bodenbearbeitung, Düngung und Aussaat genau in der Zeit, in der die Tiere mitten im Brutgeschäft sind.
Die Sicht der Landwirte vor Ort
Ortslandwirt Bernd Upmeier zu Belzen: „Die landwirtschaftlichen Ortsvereine Bielefeld-Nord und Bielefeld-Süd sind seit zwei Jahren an dem Kiebitz-Gelegeschutzprojekt beteiligt. Wir Landwirte sind ganz überwiegend von der Notwendigkeit des Gelegeschutzes überzeugt. Durch die Kooperation mit den biologischen Stationen erwarten wir, unsere Kenntnisse über die Standortansprüche der Kiebitze zu verbessern. Die Standorte sind in Bielefeld häufig entgegen der landläufigen Annahme nicht in feuchtem Grünland, sondern z.B. auf Maisäckern zu finden. Die Forschungsergebnisse hier im Bielefelder Norden sind daher durchaus überraschend, so viele Brut(versuche) auf unbearbeiteter Maisstoppel hatten wir nicht erwartet. Eine weitere sachkundige Betreuung durch die Biologischen Stationen ist für uns sehr wünschenswert. Dies gilt umso mehr, wenn wir daran gehen, unsere Bewirtschaftungsmaßnahmen für einen effektiveren Schutz der Kiebitze abzustimmen. Da brauchen wir die Expertise der Biologen. Auch im Hinblick auf die Fressfeinde, ich denke da an Krähen, Waschbären und Füchse, sollten wir uns austauschen.“ Auch ein weiterer Landwirt aus Jöllenbeck, Michael Kleimann, äußert sich positiv über die Zusammenarbeit mit den Biologischen Stationen: „Nicht nur der Austausch zwischen der Station und den Landwirten läuft gut, es gab auch Erfolge, z.B. in Lenzinghausen, wo Gelege gekennzeichnet/geschützt wurden.“
Die prekäre Lage der Kiebitze ist bei den Landwirten angekommen und die Bereitschaft, hier zu helfen, wurde klar formuliert, die Kooperation funktioniert und wird aktiv nachgefragt! Das ist die Botschaft, die man für das nächste Jahr mitnehmen sollte. Ja, es gibt offenbar auf den beiden Seiten unterschiedliche Erwartungshorizonte (insbesondere zur Teilnahme am Vertragsnaturschutz), aber das ist auch nicht verwunderlich – hier 100% Konzentration auf den Naturschutz, dort die Notwendigkeit, Naturschutzaspekte und die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes unter einen Hut zu bringen. Ohne die aktive Hilfe der Landwirte wird der Kiebitz in absehbarer Zeit aus Bielefeld verschwinden, die Rieselfelder vielleicht ausgenommen. Das will nun wirklich niemand.
Der Bericht spricht allerdings noch eine weitere Störgröße beim Brutgeschäft der Kiebitze an: Spaziergänger, die allein oder mit Hund die normalen Wege verlassen und über Trampelpfade durch die Wiesen z.B. der Johannisbachaue ziehen. Hier für Verständnis und eine Verhaltensänderung zu sorgen dürfte mehr brauchen, als lediglich ein entsprechendes Schild aufzustellen.
(Alle Fotos wurden freundlicherweise von Bernhard Walter, Biologische Station Gütersloh/Bielefeld zur Verfügung gestellt)
  
Unfreiwillig verlängerte Sommerferien
Der Schüler Felix T. (Name von der Redaktion geändert) besuchte die Realschule Jöllenbeck. Zum Ende der Erprobungsphase im Schuljahr 2016/17 gelangte das Kollegium zu der Auffassung, den Schüler nicht in die siebte Klasse versetzen zu können. Felix wurde abgeschult. Noch in den letzten Wochen des auslaufenden Schuljahres machten sich die Eltern auf die Suche nach einer neuen Schule für ihren Sohn im gesamten Umkreis, wochenlang vergeblich. Das Ferienende nahte und immer noch kein positiver Bescheid. Am ersten Schultag nach den Ferien noch einmal ein Vorsprechen in der Realschule, doch dort nur die Auskunft, Felix auch nicht nur vorübergehend beschulen zu können. Trotz allgemeiner Schulpflicht in Deutschland kam Felix in den Genuss verlängerter Sommerferien. Drei Wochen dauerte es, bis die Bezirksregierung endlich einen Platz gefunden hat. Felix besucht jetzt eine Gesamtschule.
Mit der Sekundarschule steht jetzt eine moderne Schulform für die Sekundarstufe I auch in Bielefeld in den Startlöchern, die so etwas von vornherein ausschließt. Bis Ende der Klasse 9 gibt es keine Sitzenbleiber, geschweige denn die Notwendigkeit, die Schule zu wechseln. Alle Abschlüsse der Sekundarstufe I werden angeboten, d.h. Hauptschul- und Realschulabschluss bzw. der Realschulabschluss mit der Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Von Anfang an werden auch gymnasiale Standards berücksichtigt. Mit Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs werden Vereinbarungen getroffen, die den reibungslosen Übergang nach der Klasse 10 sicherstellen.
Im Ganztagsunterricht bis ca. 16 Uhr lernen Kinder in Klassen mit maximal 25 Schülern gemeinsam bzw. werden betreut. Es gibt individuelle Lern- und Hausaufgabenzeiten.
Die Brodhagenschule in Gellershagen hat sich auf den Weg gemacht, Sekundarschule zu werden, es kommt jetzt auf die Eltern an.
Wenn Sie sich vorstellen können, in dieser Schulform das beste Konzept für Ihr Kind zu sehen, dann können Sie sich hier eingehend informieren: www.sekundarschule-bielefeld.de
Geben Sie der Zukunft eine Chance.
  
summ, summ
... Ihr Blick schweift von der Fahrbahn von Ihnen zur Seite. In dem kleinen Seitenfenster zuckelt die Landschaft vorbei. Auf langen Halmen wiegt sich das Getreide im Wind, allenthalben von blauen und roten Punkten durchsetzt, Kornblumen, Klatschmohn. PATSCH! Ein fünfmarkstückgroßer Fleck mitten auf der Windschutzscheibe. Langsam ziehen Fäden aus der gelbgrünen Masse nach oben, bis der warme Fahrtwind sie ausgetrocknet hat ...
Sofern Sie in den sechziger, siebziger oder achtziger Jahren mit dem Auto über Land gefahren sind, war spätestens beim nächsten Tankstopp ein Familienmitglied damit beschäftigt, die Frontscheibe von unzähligen Insektenresten zu befreien, falls dies nicht vom Tankwart selbst erledigt wurde. Heute können Sie quer durch die Republik fahren und am Ende die Reste der bedauernswerten Kreaturen auf Ihrer Scheibe an einer Hand abzählen. Vorbei auch die Zeit, wo Sie einen freundlichen Radfahrer an den Fliegen zwischen den Zähnen erkennen konnten. Sie sind weg. Die Insekten. Seit vielen Jahren nimmt ihre Zahl beständig ab, in den wenigen Untersuchungen, die wissenschaftlichen Kriterien standhalten, zum Teil im erschreckenden Ausmaß (bis zu 70% und mehr).
„Es ist noch zu früh, einen eindeutigen Verursacher zu benennen, uns fehlt einfach mehr belastbares Zahlenmaterial,“ erklärt Dr. Isolde Wrazidlo, Direktorin des Namu in Bielefeld, „aber die Art und Weise, in der hierzulande überwiegend Landwirtschaft betrieben wird, steuert auf jeden Fall ein gerüttelt Maß zu der Lage bei.“ Eine eMail an Rita Rehring, Pressesprecherin des WLV (Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband), vor einigen Wochen. Frage: Wie unterstützt der WLV seine Mitgliedsbetriebe in dieser Sache, gibt es vielleicht schon Handreichungen dazu? Rita Rehring meldet sich per Autotelefon: „Also wir haben gerade am Wochenende eine ausgedehnte Fahrradtour unternommen und da waren reichlich Insekten in der Luft. Wenn es in einem Jahr mal weniger sind, hat das auch mit der kühlen Witterung zu tun. Überhaupt ist das ein Thema, was die NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) unnötig aufbauschen!“ Nun zählt das Bundesumweltministerium nicht gerade zu den NGOs, aber wenn ein landwirtschaftlicher Verband so mit einem Thema umgeht, kann man bestenfalls davon ausgehen, dass die Tragweite des Vorgangs nicht begriffen wurde.
Unterhält man sich mit einem Landwirt, der seinen Hof noch bewirtschaftet, so wird dieser einem sehr eindeutig nahebringen, dass er sich als selbständiger Unternehmer versteht, der seinen Betrieb am Ende des Tages erfolgreich durch das Jahr bringen muss. Völlig unstreitig wird jeder ihm zubilligen, dabei auch einen Gewinn zu erwirtschaften, der u.a. die kommenden Investitionen ermöglicht und auf lange Sicht den Betrieb, den Hof, schuldenfrei an die nächste Generation zu übergeben. Betriebswirtschaft ist daher in der Ausbildung junger Landwirte ein wichtiger Schwerpunkt. Leider tauchen Insekten in der BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) nicht auf. Stattdessen schlagen grotesk niedrige Verbraucherpreise unmittelbar durch – das Pfund Hackfleisch zu zwei Euro, das Kilo Hähnchenschenkel zu etwas über einem Euro (Preise aus der Werbung vom 25.8.2017), denken wir überhaupt darüber nach, welchen Irrsinn wir damit befördern?
Bislang konnten Landwirte immer darauf hoffen, dass für die entstehenden Probleme technische Lösungen gefunden wurden. Als die Traktoren die verdichteten Böden nicht mehr bearbeiten konnten, wurden die Schlepper immer stärker und größer. Mit den heutigen Spitzenmodellen ließe sich wahrscheinlich problemlos eine Furche in einen Braunkohleflöz ziehen. Immer neue Herbizide hielten die Wildkräuter auf Distanz, andere Biozide verdrängten die Schimmelpilze, z.B. den schwarzen Rost. Letzterer breitet sich inzwischen im Mittelmeerraum in einer Variante aus, die resistent gegen alle derzeit bekannten Gifte ist. Der inzwischen multiresistente Ackerfuchsschwanz sorgt dafür, dass auf einigen Flächen in Deutschland der Getreideanbau eingestellt werden mußte (Die Zeit 30/2017). Hier geht auch nicht das Motto „viel hilft viel“, dessen Anwendung beim Einsatz eines Totalherbizids für die Rekultivierung einer Brache für den Maisanbau im vergangenen Jahr die Nachtigallpopulation in der unteren Johannisbachaue ausgelöscht hat.
Und jetzt die Insekten. Deren Verschwinden bringt nicht nur Vögel, Fledermäuse, Frösche und zahlreiche weitere Tierarten in unmittelbare Bedrängnis, auch uns wird es treffen, zuallererst die Landwirtschaft. In China existieren bereits Landstriche, in denen die Bestäubung der Nutzpflanzen durch Erntehelfer vorgenommen wird. Soll es hierzulande soweit kommen?
Eine verpflichtende Umstellung des konventionellen auf einen biologischen Landbau erscheint uns illusorisch. Das mag auch so sein. Aber es gibt gangbare Wege, jetzt und sofort zu handeln, selbst wenn diese das Problem nicht gänzlich lösen werden. Vor gut 25 Jahren hat die Stadt Bielefeld ein sog. „Ackerrandstreifen-Programm“ initiiert. Dies hatte zwar vordergründig den Erhalt von Ackerwildkräutern zum Ziel, der Nebeneffekt einer besonders vielfältigen Insektenfauna wurde jedoch schon seinerzeit beschrieben. Blühstreifen-Programme gibt es heute immer noch, es machen jedoch zu wenig Landwirte mit. Warum ist die Sache mit den Insekten eigentlich so wichtig? Weil zwei Drittel der hundert wichtigsten Nutzpflanzen von der Bestäubung durch Insekten abhängig sind. Und weil wir immer noch weit davon entfernt sind zu verstehen, welche komplexen Auswirkungen die vorsätzliche Zerstörung gewachsener Ökosysteme haben wird.
Monokulturen, Insektizide, insbesondere Neonicotinoide, das Verschwinden von Auen und Feuchtwiesen, die zunehmende Rekultivierung ehemaliger Grünbachen, möglicherweise erste Auswirkungen des Klimawandels und noch andere Faktoren – alles zusammen ruiniert unsere Insektenfauna. Allen gemeinsam ist, dass menschliches Handeln ursächlich ist. Also ist es an uns, dies zu ändern.
Die landwirtschaftlichen Verbände betonen, dass an der derzeitigen Form der landwirtschaftlichen Produktion kein Weg vorbei führt. Stimmt das?  Wir stimmen jeden Tag an der Fleisch- und Gemüsetheke darüber ab. Wir bestimmen alle paar Jahre mit der Zusammensetzung von Gemeinderäten und Parlamenten über den voraussichtlichen Weg dieser Gesellschaft für die nächsten Jahre, ein Blick nach Düsseldorf kann einen in dieser Hinsicht zur Verzweiflung treiben. Beim Klimawandel haben wir den Point of no return in einzelnen Bereichen bereits überschritten. Die Auswirkungen werden unsere Kinder und Enkel im Sinne des Wortes „ausbaden“ müssen. Die Auswirkungen eines weiterhin ungebremsten Insektensterbens werden wir noch selber bezahlen dürfen, ebenso wie die immer teurere Reinigung unseres Trinkwassers von Düngemittelresten. Aber das ist eine andere Geschichte.
  
Kanugruppe der Naturfreunde
Outdoor Wassersport in Bielefeld?
Fast alles verbindet man mit Bielefeld: dass es uns nicht gibt, dass wir ein Mittelgebirge mitten in der Stadt und einige bemerkenswerte Beiträge zur Alltagskultur hervorgebracht haben (Backpulver …) - aber Kanusport? Doch nicht auf der freigelegten Lutter, oder? „Nein, unsere Paddeltouren führen uns auf ganz unterschiedliche Reviere in der Region und auch zu weiter entfernten Zielen. Aber einen ersten Vorgeschmack können alle Interessierte in Schildesche im Hallenbad der Plaßschule bekommen,“ beantwortet Thomas Wegg-Beck von der Kanugruppe der Naturfreunde, Ortsgruppe Bielefeld e.V. die Frage. In der Tat, jeden Freitag von 18 bis 20.00 Uhr findet das Hallenbad-Training am Meyer-zu-Eissen-Weg statt, aber davon später.
Jetzt stehen wir nämlich noch auf dem Meierhof in Heepen, hier befindet sich das Vereinshaus der Naturfreunde, hier lagern die Boote samt Ausrüstung auf der alten Deele und hier wird gerade das Obergeschoß der alten Leibzucht zur Boulderhalle ausgebaut (dieses Projekt der örtlichen Naturfreundejugend wurde von der NRW-Stiftung finanziell unterstützt. Durch mannigfache Eigenleistungen konnten viele Kosten aufgefangen werden). „Unsere Kanugruppe feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges. Gut 120 Mitglieder zwischen 6 und 80 Jahren betreiben hier in Bielefeld den Kanusport, etwa die Hälfte paddelt regelmäßig. Allein 33 Termine zählt unser Paddelprogramm für das laufende Jahr, die wöchentlichen Trainingszeiten in dem Hallenbad der Plaßschule nicht mitgerechnet. Von Anfänger und Familientouren bis hin zum Wildwasser oder Freestyle, ich glaube, bei uns kommt jeder auf seine Kosten. Wobei: wir sind grundsätzlich offen für Nicht-Mitglieder und die Schnupperphase ist selbstverständlich kostenfrei, auch die Ausrüstung wird gestellt. Und grundsätzlich werden unsere Touren von erfahrenen und zertifizierten Gruppenleitern begleitet. Wir sind als offizieller Ausbilder vom DKV anerkannt, dies beinhaltet eine fortwährende Pflicht, die entsprechenden Qualifikationen zu erneuern und nachzuweisen. Nur so können wir gerade gegenüber Eltern darstellen, dass wir uns auf dem Wasser verantwortungsvoll und umsichtig verhalten. Schließlich vertrauen sie uns ihre Kinder an! Wer beim Schnuppern auf den richtigen Riecher gekommen ist, hat dreimal im Jahr die Möglichkeit, mit uns auf der Lippe eine eintägige Anfängerschulung mitzumachen. Wer weiter gehen will, hat einmal pro Jahr die Gelegenheit an einer zweitägigen Sicherheitsschulung in Theorie und Praxis teilzunehmen. Diese Schulung ist übrigens auch als Lehrerfortbildung anerkannt!“
In dem Bootshaus stehen ganz unterschiedliche Bootstypen, sowohl Kajaks als auch Kanadier, alte verschrammte und grell bunte neue sind dabei. Dies spiegelt durchaus auch die Bootsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte wider: Material, Länge, Ausstattung, alles ist einem fortwährenden Entwicklungsprozess unterworfen. Die großen Boote, die wie auf dem Bild erkennbar aus dem Regal herausragen, kommen etwa auf 35 kg Leergewicht, die kleinen bunten Wildwasser-Kajaks nicht einmal auf 25 kg. Die Boote für Kinder unter 15 Jahren sind noch leichter.
Voraussetzung für den Kanusport: nicht wasserscheu sein und man muss schwimmen können. Letzteres können Kinder ebenfalls bei dem Hallenbad-Training erlernen und vervollkommnen, denn die erste Stunde ist jeweils fürs Schwimmen reserviert. Die Zielgruppe der Kanuten von den Naturfreunden sind junge Familien und junge Leute allgemein. Geboten werden, neben dem begleiteten Einstieg in diesen Sport, mehrtägige Touren etwa dreimal im Jahr im europäischen Ausland (Österreich, Frankreich, Niederlande), sowie ein- und mehrtägige Touren in der Region (Lippe, Hunte, Weser) und anderen Teilen der Republik. Für wirklich sportliche Menschen: die Teilnahme am 25. Kanu-Triathlon im September 2017 im Raum Paderborn/Lippe/Oerlinghausen.
Geboten wird aber auch eine ganz andere Perspektive auf die Natur, die weder Wanderer noch Radfahrer so einnehmen können. Dies in Verbindung mit der Gemeinschaft ähnlich veranlagter Menschen. Gemeinschaftserlebnis, Offenheit für neue Erfahrungen, andere Menschen, andere Umgebungen. Letztlich ein Gewinn für alle. Dabei ist es das Ziel der Naturfreunde, sinnvolle Freizeitangebote für junge Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihren finanziellen Möglichkeiten anzubieten.
Die Fotos vom Hallenbad-Training vermitteln einen ersten Eindruck. Klar, das Becken ist nicht sehr groß, aber die Wassertiefe lässt sich verringern, was gerade auch für Kinder einen erheblichen Vorteil bietet. Auch lassen sich grundlegende Übungen hier gefahrlos einstudieren, z.B. die Eskimorolle. Die (jungen) Kanuten sind erkennbar mit Freude dabei.
Wenn Sie dabei sein möchten: eine kurze Anmeldung/Nachfrage bei Volker Pässler, Telefon 0521/479988 oder per eMail an nafrbi-kanu@gmx.de wäre schön.
  
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