Stadtbezirk - Blickpunkt Jöllenbeck

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GS Waldschlößchen mit neuer Leitung
Vision einer guten Schule weitertragen
Anne Kathrin Rösch ist die neue Schulleiterin der Grundschule Am Waldschlößchen.
In einer Zeit, in der die Schulleiter in ganz Deutschland unentwegt über immer mehr Verwaltungsaufgaben, ein wachsendes Aufgabenspektrum bei gleichzeitig knapper werdenden finanziellen und zeitlichen Ressourcen klagen, ist die erfolgreiche Besetzung so einer Stelle mehr als ein Hoffnungsschimmer. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass selbst diese Schulleitungsstelle mehrfach erfolglos ausgeschrieben worden war. „Und das verstehe ich überhaupt nicht!“ schüttelt die frisch gebackene Rektorin noch heute ihren Kopf, wenn sie darüber nachdenkt, wie sie im Herbst letzten Jahres auf das Waldschlößchen aufmerksam wurde. „Ich habe kurz vor den Sommerferien letztes Jahr die letzten Befähigungsnachweise für die Bewerbung auf eine Schulleiterstelle erworben und mich dann hier in der Region umgeschaut. In der engeren Wahl war auch die Grundschule in Steinhagen, an der ich schon die stellvertretende Schulleiterin war. Andererseits wollte ich mich auch noch einmal verändern. In Steinhagen haben wir zweimal nacheinander den Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“ gewonnen, für den sich eine Schule alle drei Jahre bewerben kann. Ich habe meinen Schulleiter dort immer als Vorbild erlebt, der den Balanceakt bravourös hinbekommen hat – hier die notwendige Autorität aus der Leitungsfunktion, dort das stete Bemühen, in der Schule einen anregenden Lebensraum zu schaffen, für die Schüler und genauso für das Kollegium. Gemeinsam haben wir viel bewegt. Diese Erfahrungen habe ich natürlich mitgenommen. Mein Wunsch war es, die Vision einer guten Schule weiter zu tragen und genau hier fand ich eine Schule vor, die sich schon auf den Weg gemacht hatte! Im Gespräch mit der Schulamtsdirektorin Frau Trachte konnte ich dann letzte Zweifel ausräumen und jetzt bin ich hier“, strahlt Anne Kathrin Rösch mit leuchtenden Augen, als wenn sie ihr Glück immer noch nicht fassen könnte.
Knapp drei Monate ist Frau Rösch jetzt am Waldschlößchen, ihr erstes Resümee lautet: „Das Kollegium hat viele Ideen und ist offen für meine Anregungen, wir werden zusammen einen guten Weg weiter gehen, da bin ich sicher. Lehrer, Schüler und Eltern passen hier gut zusammen, Impulse kommen auch aus der Elternschaft, das freut mich. Der Förderverein ist sehr engagiert, so etwas weiss jede Schulleitung zu schätzen. Auf die Schule als solches, auf das Gebäude, den wunderschönen Schulhof, die Turnhalle und auch auf den jetzt entstehenden Neubau können wir alle Stolz sein, das ist in der Summe schon etwas besonderes!“
Auf dem Weg zu ihrer Vision hat Anne Kathrin Lösch bereits die nächsten Ziele anvisiert. Zunächst möchte sie die OGS und den „Vormittag“ besser verzahnen. Lehrerkollegium und OGS-Mitarbeiter/innen sollen zu einem Team zusammenwachsen. Sie kann sich z.B. gemeinsame Fortbildungen vorstellen und insgesamt einen besseren Austausch, damit beide Seiten von den jeweiligen Erfahrungen und Stärken der anderen profitieren können. „Die OGS ist hier in einem hohen Tempo gewachsen und wächst immer noch. Jetzt nehmen 100 Kinder an der OGS teil, aber es gibt immer mehr Nachfrage. Momentan organisieren wir ein zweites begleitendes Angebot im Treffpunkt Oberlohmannshof. ‚Vormittag‘ und OGS sind jetzt noch sehr eng räumlich miteinander verzahnt. Mit Fertigstellung des neuen Anbaus können wir das hoffentlich etwas entflechten.“
Das zweite Nahziel fällt in die Kategorie „gesunde Schule“. Anne Kathrin Lösch greift dafür zwei Faktoren auf: Ernährung und Bewegung.  In Bezug auf die Ernährung verweist sie auf die neue Mensa im Anbau, die 80 Plätze bieten wird und eine funktional ausgestattete Verteilerküche. Dazu möchte sie einen Gruppenraum im Erdgeschoss mit einer Schulküche ausstatten, um mit den Schüler/innen ein gesundes Pausenbrot zu machen und erste Erfahrungen mit Kochen und Backen zu sammeln. „Die AWO praktiziert zudem das Projekt ‚Brotzeit‘, auch daran könnten wir partizipieren.“ Bei der Bewegung setzt Anne Kathrin Lösch auf Musik. „Bewegung und Musik lassen sich wunderbar als Unterbrechung in den Unterricht einbauen und wirken dann gleichsam als ‚Auffrischer‘ für die Kinder. Übrigens auch in der OGS.“
Beim Thema Bewegung denkt sie jedoch auch an den täglichen Schulweg. „In Steinhagen hatten wir zunächst gute Erfahrungen mit einem von Eltern organisierten ‚Laufbus‘ gemacht. ‚Laufbus‘ bedeutet, die Schüler/innen bewältigen den Weg zur Schule gemeinsam über feste Routen mit Begleitung durch ein Elternteil. Kinder, die entlang der Route wohnen, können sich ganz unkompliziert dem ‚Laufbus‘ anschließen und kommen so sehr sicher zur Schule. Leider ist das Projekt nach drei Jahren mehr und mehr eingeschlafen. Für die Kinder ist so ein ‚Laufbus‘ wirklich super! Sie sind wach und aufmerksam, durch die Bewegung ausgeglichener, sie kommen mit der Welt und der Umwelt in Kontakt. Gerade in diesem Quartier könnten eigentlich alle Kinder zu Fuß zur Schule kommen. Der Fußweg ist übrigens nachgewiesenermaßen nicht nur der gesündeste, sondern auch der sicherste Weg zur Schule. Hinzu kommt, dass Eltern ihren Kindern auch Vertrauen entgegenbringen und die Kinder mit dem Vertrauen wachsen. Auf dem Rücksitz von Mamas Auto leider nicht.“ Aber da wird Frau Lösch bestimmt noch einige Überzeugungsarbeit aufbringen müssen.
Das Kollegium identifiziert sich überdurchschnittlich mit der eigenen Schule. Dies macht die neue Schulleiterin an dem Umstand fest, dass ehemalige Lehrerinnen ehrenamtlich die besondere Förderung der geflüchteten Kinder am Waldschlößchen übernommen haben.

  
Der Neubau an der Dorfstraße ist bezugsfertig
In diesem Frühjahr ist das Haus nn der Dorfstraße/Ecke Im Hagen bezugsfertig. In das aus Mitteln der Flüchtlingshilfe finanzierte Haus, werden Menschen einziehen, die aus Krisengebieten kommen und in Deutschland Schutz gesucht haben. Sie gehören damit zu den ca. 100 Personen aus Syrien, dem Irak oder aus afrikanischen Ländern, die seit 2016 im Stadtbezirk Jöllenbeck wohnen. Dieses Zusammenleben hat sich bisher auch dank des Engagements zahlreicher Jöllenbeckerinnen und Jöllenbecker, die sich um die Integration dieser Menschen bemühen, problemlos gestaltet. Trotzdem gibt es noch immer Menschen, die diesem Zusammenleben skeptisch gegenüberstehen und Argumente dagegen formulieren. Da diese oft von Vorurteilen genährt werden, soll der Bezug des Hauses zum Anlass genommen werden auf einige dieser Argumente einzugehen.
Wer bei der Vorstellung des Projektes durch den Bielefelder Baudezernenten Moss im Jahr 2016 in der Realschule Jöllenbeck dabei war, kann sich an Argumente gegen den Bau des Hauses erinnern. Da wurde z.B. angemerkt, dass ein in Billigbauweise (es hat keinen Keller) erbautes Haus nicht in das Zentrum Jöllenbecks gehöre. Jetzt ist das Haus fertig, fügt sich gut in die Dorfstraße ein und jetzt hält es manch einer für unangebracht, ein solch „schönes“ Gebäude für Flüchtlinge zu nutzen. Die Befürchtung wird laut, dass damit ein Anreiz gegeben würde, nach Deutschland zu kommen. Dagegen sei gesagt, dass niemand seine Heimat verlässt, weil er in Deutschland eine „schöne Wohnung“ bekommt. Die Geflüchteten haben ihre Heimat aufgrund von Kriegen und Terror verlassen, haben teils ihre eigenen Häuser verloren und Familienangehörige und kommen nicht, um hier „versorgt zu werden“. Jede Jöllenbeckerin und jeder Jöllenbecker sollte sich fragen, wie man selber in einer solchen Situation reagiert hätte. Zudem: sollen etwa Neubauten bewusst schlicht oder gar hässlich gestaltet werden, weil die zukünftigen Mieter einen Wohnberechtigungsschein benötigen? Oder sollte gar bei der energetischen Ausstattung gespart werden – auch so ein Vorschlag war schon zu hören!?
Manch einer stellt auch die Bereitschaft der Geflüchteten sich hier zu integrieren und die deutsche Sprache zu lernen infrage, oft ohne wirklich Kontakt zu den Geflüchteten zu haben. Dazu sei gesagt, dass der überwiegende Teil der Geflüchteten durchaus die Motivation hat, sich zu integrieren und auch die Unterstützung nicht ohne Gegenleistung gezahlt wird. So schließt das Jobcenter, zuständig für die Betreuung und Vermittlung der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt, mit ihnen sogenannte Eingliederungsvereinbarungen ab. In diesen Vereinbarungen werden die Hilfen aufgelistet, die das Jobcenter den Geflüchteten gewährt, aber auch deren Verpflichtungen gegenüber dem Jobcenter. Zu den Pflichten der Geflüchteten gehört z.B. die Teilnahme an den Sprachkursen, sowie die Pflicht, sich sofort auf ein Stellenangebot zu bewerben. Bei Verstößen gegen die in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Pflichten kommen die im SGB II (Sozialgesetzbuch) vorgesehenen Leistungsminderungen zum Zuge, d.h. dass den Geflüchteten zustehende Arbeitslosengeld II wird auf Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II) beschränkt.
Die Integrationsbemühungen werden teilweise infrage gestellt, weil etliche der Geflüchteten nur subsidiärer Schutz erhalten haben und man meint, dass die so Geschützten über kurz oder lang wieder in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Dabei wird vergessen, dass auch ein subsidiärer Schutz Regelungen unterliegt. Er beinhaltet erst einmal die Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr. Diese kann um jeweils zwei weitere Jahre verlängert werden. Nach fünf Jahren ist dann eine Niederlassungserlaubnis möglich, wenn die betreffende Person für ihren Lebensunterhalt selber sorgen kann und ausreichende Deutschkenntnisse vorhanden sind. Dies macht auch ökonomisch Sinn, weil die Geflüchteten dann in die Sozialversicherungssysteme einzahlen und damit etwas von den Hilfen zurückzahlen können, die sie vom deutschen Staat erhalten haben. Da auch jetzt schon etliche eine Arbeit gefunden oder eine Ausbildung begonnen haben bzw. in diesem Jahr beginnen werden, werden sie auch eine Niederlassungserlaubnis erreichen können.
Zurück zum Neubau in der Dorfstraße: Natürlich wird günstiger Wohnraum auch für deutsche Staatsbürger benötigt. Leider hat sich die Politik vor Jahren aus dem sozialen Wohnungsbau zurückgezogen, weil man der Meinung war, der freie Markt würde alles regeln. Da dies nicht so ist, hat der Rat der Stadt Bielefeld beschlossen, dass bei neuen Baugebieten 25 % der Bauten im sozialen Wohnungsbau erfolgen soll.
Oft müssen die Politiker dann jedoch bei konkreten Bauvorhaben feststellen, dass von Seiten der Bürger gerade gegen diesen sozialen Wohnungsbau argumentiert wird. Dies sollte uns zu denken geben. Bärbel Bitter

  
31. Sitzung der Bezirksvertretung am 1.03.2018
In der Bürgerfragestunde wird eine Antwort auf eine zurückliegende Frage, die Straße Heidbrede betreffend, gegeben: Eine Sanierung, wie immer diese auch ausgelegt sein sollte (Bankette schottern, Straße verbreitern, Vollausbau) wird es langfristig nicht geben. Die Heidbrede hat eine homogene Oberflächenbefestigung. Akute Schäden oder gar Gefahrenstellen sind nicht erkennbar. Aufgrund der ländlichen Struktur ist der Anbau von Nebenanlagen derzeit nicht angedacht. Grundsätzlich ist die Breite der befestigten Oberfläche für den Begegnungsfall inkl. parkender Fahrzeuge nicht  ausgelegt. Hierbei kommt es unweigerlich zum Befahren des Bankettstreifens. Um dieses zu vermeiden wäre ein absolutes Halteverbot/Parkverbot auszusprechen, letzteres wir geprüft.
Anwohner aus der Straße Stegeisen haben sechs Fragen formuliert, die an das Bezirksamt/den Bezirksbürgermeister ausgehändigt werden. Diese werden mehrheitlich bei der Beratung des entsprechenden Tagesordnungspunktes beantwortet.  
Mitteilungen:
• Amphibienschutzmaßnahmen
Die saisonalen Schutzmaßnahmen können aufgrund des hohen Be-treuungsaufwandes immer nur während der Hauptwanderzeit durchgeführt werden. Schwerpunkte des Schutzes sind die Sicherung der Hinwanderung der Kröten, Frösche und Molche zu ihren Geburtsgewässern und der sich anschließenden Rückwanderung in ihre Sommerlebensräume. Unterstützung als „Krötentaxi“ ist immer willkommen. Im Stadtbezirk Jöllenbeck werden an allen Standorten mit Schutzzäunen dringend zusätzliche ehrenamtliche Betreuer gesucht!
• Belegung Unterkunft Im Hagen 1 & 1a
Es werden ca. 36 Personen einziehen, verteilt auf 13 Wohnungen. Von den 13 Wohnungen werden acht an Familien mit insgesamt 12 min-derjährigen Kindern vergeben. Darüberhinaus gibt es zwei Wohnungen zur Einzelbelegung und drei Wohnungen zur Doppelbelegung. Die neuen Bewohner leben bereits längere Zeit in Deutschland, fünf der Familien in Jöllenbeck.
• Boule-Bahn
Die ehemalige Boule-Bahn an der Realschule Jöllenbeck wird nicht mehr genutzt und deshalb zurückgebaut und anschließend begrünt.
Anfragen:
• Anfrage der SPD-Fraktion: Zaun am Neubau an der Dorfstraße Warum ist der Zaun an der Westseite des Neubaus an der Dorfstraße bis auf eine Höhe von 2 m ausgeführt worden? Antwort lag noch nicht vor.
• Anfrage der SPD-Fraktion: Gestaltungsplan für die Dorfstraße   Wann ist mit dem Gestaltungsplan für die Dorfstraße zu rechnen und wird die Außenfläche des neuen Wohnhauses am alten Kleinbahnhof bereits damit einbezogen?
Im Frühjahr wird die Bestandsaufnahme und die Planung der Begrünung der Dorfstraße durchgeführt und der Bezirksvertretung vorgestellt. Eine Realisierung könnte danach im Mai dieses Jahres beginnen.
• Anfrage der SPD-Fraktion: Feuerwehr-Gerätehaus in Theesen   Wie ist der Stand des Erweiterungs- bzw. Neubaus des Feuerwehr-Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr in Theesen?
Derzeit wird verwaltungsseitig geprüft, welche Optionen für eine Erweiterung/einen Neubau auf dem Grundstück (Problem: es liegt in einem „reinen Wohngebiet“) konkret verfolgt werden sollen. Auf dieser Grundlage kann dann die planungsrechtliche Umsetzbarkeit bewertet werden
• Anfrage des Vertreters der FDP: Unfallentwicklung in Jöllenbeck   Wie ist die Unfallentwicklung seit dem Umbau der Kreuzung Dorfstra-ße/Jöllenbecker Straße? Antwort lag noch nicht vor.
• Anfrage der SPD-Fraktion: Lärmschutzwand in Vilsendorf    Warum wurde die Bezirksvertretung Jöllenbeck nicht über Abriss und Neugestaltung der Lärmschutzwand in Vilsendorf unterrichtet?
Die Lärmschutzwand wurde im Jahr 1997 gebaut und war eine vegetative Lärmschutzwand mit Efeu-Bewuchs. Eine Sanierung der Lärmschutzwand in ihrer ursprünglichen Form war aufgrund des hohen Pflege- und Wartungsaufwands sowie der zu erwartenden Reparaturen und der damit verbundenen Kosten nicht zielführend.
Daher stellt nur ein Abriss und Neubau der Lärmschutzwand eine angemessene und wirtschaftliche Lösung dar. Der Neubau wird als Gabionenwand ausgeführt.
Anträge:
• Antrag von Bündnis 90/Die Grünen: Dauerhafte Verbesserung der Verkehrssituation in der Amtsstraße
Die Auswertung der Geschwindigkeitsmessungen in der Amtsstraße hat ergeben, dass ein erheblicher Teil der Autofahrer die Geschwindigleitsbegrenzung auf 30 km/h missachten, es fehlen Vorschläge, wie darauf reagiert werden kann.
Nach lebhafter Diskussion fällt die Bezirksvertretung folgenden Beschluss:
Die Bezirksvertretung fordert das Amt für Verkehr auf, in Zusammenar-beit mit der Polizei Bielefeld, die Daten der Geschwindigkeitsmessungen des letzten Jahres in der Amtsstraße auszuwerten und der Bezirksvertretung mögliche Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung der Verkehrssituation in der Amtsstraße zum Beschluss vorzulegen.
– mit Mehrheit beschlossen (8:4:2) –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke: Sicherstellung der Stadtbahntrasse
Die Stadtbahntrasse von Babenhausen nach Jöllenbeck soll in den Flächennutzungsplan der Stadt Bielefeld aufgenommen und sichergestellt werden.
Der Bezirksamtsleiter Herr Hansen berichtet, dass der Beschluss bisher nicht umgesetzt wurde, weil Jöllenbeck in der Priorität des Stadtbahnausbaus nach hinten gerutscht ist. Ein Linienbestimmungsverfahren muss einer konkreten Festschreibung voraus gehen. Das Amt für Verkehr will eine Rückmeldung nachreichen.
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Jöllenbeck beschließt die Verwaltung aufzufordern, die Flächen für den geplanten Verlauf der Stadtbahntrasse von Babenhausen nach Jöllenbeck in den gültigen Flächennutzungsplan der Stadt Bielefeld einzuarbeiten und damit langfristig sicherzustellen.
– einstimmig beschlossen  –
• Antrag des Vertreters der FDP: Weichen für ein städtebauliches Gesamtkonzept für den Stadtbezirk Jöllenbeck stellen
Nach Aussage von Herrn vom Braucke (FDP) wurden seit Jahren eine Vielzahl von Bebauungsplänen beschlossen, ohne in ein Gesamtbild hinein geführt zu werden. Daher greift er einen Antrag aus dem Jahre 2007 noch einmal auf. Es soll Verständnis bei den Jöllenbecker Bürgern erzeugt werden, in welcher Weise die Bezirksvertretung in Jöllenbeck plant.
In der lebhaften Diskussion dreht es sich in erster Linie um die Frage, ob nicht zu allererst ein neuer Flächennutzungsplan erstellt werden sollte, statt in den 30 Jahre alten Plan immer wieder neue Änderungen einzuarbeiten. Für eine Abstimmung aller Parteien wird die Sitzung kurz unterbrochen.
Die Bezirksvertretung formuliert einen geänderten, gemeinsamen Beschluss aller Parteien:
Die Bezirksvertretung Jöllenbeck entwickelt mit der Verwaltung ein städtebauliches Gesamtkonzept für den Stadtbezirk Jöllenbeck. Dazu soll eine interfraktionelle Arbeitsgruppe eingerichtet werden
– einstimmig beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD und Bündnis 90/Die Grünen: Errichtung von Fahrzeug-Stellplätzen an der Theesener Straße
Frau Brinkmann (SPD) erklärt, dass an dieser Stelle der zur Verfügung stehende Parkraum nicht ausreicht: diverse Veranstaltungen der Grundschule und der Kirchengemeinde und Sportveranstaltungen des VfL Theesen führen immer wieder dazu, dass auf der gesamten Länge der Nordseite der Theesener Straße Fahrzeuge abgestellt werden. Hier verlief früher die Kleinbahntrasse, weshalb dort der Boden ohnehin verfestigt ist, mithin auf ein Auskoffern des Bodens und damit der möglichen Beschädigung von Baumwurzeln verzichtet werden kann. Mit Ausnahme des Vertreters der Partei Die Linke können sich alle Bezirksvertreter diesem Antrag anschliessen.
Beschluss:
Die Bezirksvertretung beschließt die Verwaltung aufzufordern, entlang der Nordseite der Theesener Straße in Höhe des Sportplatzes Stellplätze anzulegen. Für diese Stellplätze ist ein Schotterbelag hinreichend.
– bei einer Gegenstimme mit Mehrheit beschlossen –
Weitere Tagesordnungspunkte:
• Neuaufstellung des Bebauungsplanes Nr. II/J 6.1 „Bebauung an der Straße Stegeisen“  
Anwesend sind Frau Schadt und Herr Tacke vom Planungsbüro Hempel + Tacke GmbH. Herr Tacke stellt das Bauvorhaben anhand einer Präsentation vor und geht auf folgende Punkte ein:
• Entwicklung aus dem Flächennutzungsplan, Bestandssituation
• Nutzungsplan und Gestaltungsplan
• Ausweisung unterschiedlicher Bereiche (Wohngebiet, Mischgebiet)
• Grundflächenzahl, Geschossflächenzahl
• Überbaubare Flächen
Herr Bezirksbürgermeister Bartels verweist auf den Verfahrensstand des Aufstellungsbeschlusses. Auch Frau Schadt weist auf das weitere Verfahren hin und die Möglichkeiten, im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung Eingaben zu machen.
Rückfragen aus den Reihen der Bezirksvertreter werden beantwortet:
• Detaillierte Planung und Möglichkeiten von Veränderungen sowie deren Auswirkungen auf das Verfahren, überbaubare Flächen
• Berührung von Grundzügen der Planung
• Auswirkungen des Bebauungsplans auf bestehendes Gewerbe (Bestandsschutz)
• Lärmschutz
• Umweltprüfung
• 25 %-Regelung, Verortung der geförderten Wohneinheiten
• Verkehrliche Erschließung, geplante Stellplätze
Herr Bezirksbürgermeister Bartels verweist auf 6 Fragen, die während der Anwohnerfragestunde eingereicht wurden. Sie lauten wie folgt:
1. Warum darf ein Bauvorhaben, welches nachweislich gegen den aktuellen Bebauungsplan verstößt, trotz Ablehnung des Bauamtes sowie der betroffenen Bürger jetzt 1:1 als Änderungsantrag eingereicht werden?
2. Welche Maßnahmen unternimmt die Bezirksvertretung, die Bürger bei geltendem Recht vor übereifrigen Investoren zu schützen?
3. Die Bestandsbebauung (WA + WR) sieht jetzt zur Mitte einer bereits engen Randbebauung eine offenere Innenfläche zur Belichtung der Gärten sowie zu einer erträglichen Lärmbelastung vor. Dieses System liegt in zahlreichen Bebauungsflächen vor. Mit welchem Ziel würde die Bezirksvertretung an diesem System etwas ändern wollen?
4. Warum sollen nicht nur Baugrenzen, sondern auch Firsthöhen geändert werden?
5. Durch die geplante Bebauung wird der Verkehr in den betroffenen Straßen exponentiell erhöht. Durch die bereits unglückliche Parksituation bei Rossmann und Aldi entstehen immer wieder Unfälle und Staus. Bereits jetzt werden unsere Anliegerstraßen zum Parken genutzt. Welche Maßnahmen gedenken Sie hier an, um diese Situation zu verbessern? Wie möchten Sie die stark erhöhte Lärmemission in den Griff bekommen?
6. Warum soll es ein beschleunigtes Verfahren geben?
Die Fragen 1 und 3 bis 6 wurden durch die Ausführungen von Frau Schadt und Herrn Tacke beantwortet. Die Frage 2 zu beantworten, würde ihm nicht zustehen, so der Bezirksbürgermeister, er bemängelt allerdings die Wortwahl in der Frage. Er verweist nochmals auf das weitere Verfahren und dabei insbesondere die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung.
Die Sitzung wird für eine Viertelstunde für eine Abstimmung unter den Fraktionen unterbrochen, danach trifft die Bezirksvertretung folgenden Beschluss:            (Fortsetzung auf Seite 6)
(Fortsetzung vonSeite 5)
Der BebauungsplanNr. II/J6.1 „Bebauung an der Straße Stegeisen“ für das Gebiet südlich der Straße Stegeisen, südlich des Weges zwischen der Straße Stegeisen und der Spenger Straße, westlich der Spenger Straße, nördlich der Beckendorfstraße und östlich der Straße Freudenburg wird gemäß § 2 (1) Baugesetzbuch (BauGB) neu aufgestellt.
– einstimmig beschlossen –
• Festlegung des Ausbaustandards für die verkehrliche Erschließung des Wohngebietes „Mondsteinweg Ecke Malachitstraße“   
Das Vorhaben wird durch Herrn Hovermann vorgestellt, es ist seine letzte Amtshandlung für Jöllenbeck, da er sich erfolgreich zur Verkehrsverwaltung der Stadt Frankfurt beworben hat. Herr Bezirksbürgermeister Bartels bedankt sich für die langjährige enge Zusammenarbeit und übergibt als Andenken an den Stadtbezirk Jöllenbeck eine Figur des Leinewebers aus Porzellan.
Nach Rückfragen und Aussprache fasst die Bezirksvertretung folgenden Beschluss:
• der Anlage der neuen Erschließungsstraße innerhalb des Plangebietes wird zugestimmt.
• der Errichtung einer Querungshilfe in Form einer Einengung in der Straße Telgenbrink wird zugestimmt.
• der Errichtung der Straßenbeleuchtung in der Erschließungsstraße im Zuge des Straßenbaus in Form von LED-Leuchten auf einem 5 m Mast wird zugestimmt.
– einstimmig beschlossen  –
• Ausbauplanung Jöllenbecker Straße  
Der Bezirksbürgermeister Bartels hatte gegenüber der Verwaltung die Frage gestellt, wie sich die Bezirksvertretung die angekündigte Zusammenschaltung der beiden Ampelanlagen vorzustellen hat und ob dabei eine dem jeweiligen Verkehrsaufkommen angepasste grüne Welle für Jöllenbeck herauskommt.
Das Amt für Verkehr erklärt dazu:
Die Schaltung von „Grünen Wellen“ ist abhängig von mathematischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Es muss für die Planung einer Grünen Welle z.B. eine theoretische Geschwindigkeit zugrunde gelegt werden. Die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit weicht aber durch individuelles Fahrverhalten, Spurwechsel, Abbieger und Parkverkehr davon ab. Durch den großen Abstand zwischen den beiden Lichtsignalanlagen Dorfstraße/Jöllenbecker Str. und Amtsstr./Jöllenbecker Str. von ca. 350 m wirkt sich dies nicht unerheblich auf die Qualität der Grünen Welle aus. Hinzu kommt der bevorrechtigte öffentliche Nahverkehr. Im Rahmen dieser oben beschriebenen Randbedingungen wird versucht, eine möglichst gute Grüne Welle in Jöllenbeck einzurichten.
Herr Kleimann (CDU) erklärt, dass er die Veränderung/Einengung der Radien im Kreuzungsbereich Jöllenbecker Straße/Amtsstraße/Waldstraße sehr kritisch sieht. Seiner Ansicht kommt es durch die Verengung der aus der Amtsstraße auf die Jöllenbecker Straße führenden Fahrbahn auf lediglich eine Aufstellungsbreite insbesondere auch durch den Busverkehr zu Beeinträchtigungen.
• Markierungsplan Dorfstraße  
Herr Hovermann erläutert die Planung und die Veränderungen gegenüber der vorherigen Version.
Herr vom Braucke (FDP) erläutert, er wäre bereits mehrfach auf ein mangelndes Sicherheitsgefühl nach dem Umbau der Kreuzung Jöllenbecker Straße/Dorfstraße/Spenger Straße/Beckendorfstraße angesprochen worden und verweist auf den Unfall vom 05.01.2018. Herr Hovermann berichtet, die zuständige Straßenverkehrsbehörde würde sich in Kürze dazu äußern. Herr Kraiczek (CDU) ist froh, dass dort noch kein Radfahrer verunfallt ist. Er selbst fühlt sich in der Dorfstraße als Radfahrer sehr unsicher und äußert Verständnis dafür, dass Radfahrer den Gehweg befahren. Nach Rückfrage von Herr Kleimann (CDU) zu dem sich begegnenden Schwerlast- bzw.  landwirtschaftlichen Verkehr stellt Herr Hovermann klar, dass in solchen Fällen die gesamte Fahrbahnbreite genutzt und der Schutzstreifen überfahren werden muss.
• Verkehrsberuhigung Loheide  
Die Bezirksvertreung hatte im September 2017 beschlossen, die Straße Loheide in eine verkehrsberuhigte Zone umzuwandeln. Dazu äußert sich jetzt das Amt für Verkehr: Aus verkehrlicher Sicht wird dieser Ausbaustandard als unpassend beurteilt. Das vorhandene Parkbedürfnis, das auf Grund der unmittelbaren Nähe zum Obersee besteht, lässt sich mittels eines verkehrsberuhigten Bereiches nicht wirksam regeln. Auch wenn nur in gekennzeichneten Stellen geparkt werden darf, zeichnet sich eine Spielstraße dadurch aus, dass viele Freiflächen vorhanden sind (Stichwort Aufenthaltscharakter). Weitere Schilder (z.B. Halteverbote) sind in verkehrsberuhigten Bereichen jedoch nicht zulässig. Und genau diese Freiflächen, die nicht extra beschildert werden dürfen, werden vermutlich zu den Spitzenzeiten zugestellt. Eine wirksame Änderung der Parkproblematik lässt sich somit nicht erzielen. Stattdessen wird die Beibehaltung der Tempo-30-Zone empfohlen.
Frau Brinkmann (SPD) bittet, die Planung zum Ausbau der Straße Loheide noch einmal vorzustellen, dem schließt sich Herr vom Braucke (FDP) an.
Der Beschluss zum Ausbau als verkehrsberuhigte Zone soll daher bis zur Vorstellung beider Varianten zurückgestellt werden.
• Jugendfeuerwehr im Stadtbezirk Jöllenbeck  
Auf Einladung von Herrn Bezirksbürgermeister Bartels ist der Jugenfeuerwehrwart Jan van Erp in die Sitzung gekommen. Herr van Erp berichtet über die momentan sehr positive Entwicklung der Jugendfeuerwehr:
• Anzahl Jugendgruppen, Verteilung im Stadtgebiet
• Anteil weiblicher und männlicher Mitglieder
• Altersstruktur, Anwerbung neuer Mitglieder, familiäre Strukturen
• Facetten der Jugendarbeit (50 % allgemeine Jugendarbeit, 50 % feuerwehrtechnische Tätigkeiten)
• Förderung durch die Bezirksvertretung
Am Ende seiner Ausführungen lädt Herr van Erp die Bezirksvertretungsmitglieder zum jährlichen Fußballturnier am 16. Juni in der Realschule Jöllenbeck ein, Beginn 14.00 Uhr. Weiterhin lädt er die Bezirksvertreter zu einem Besuch der Jugendfeuerwehr ein.
Beschlüsse aus vorangegangenen Sitzungen:
• Buswartehäuschen Vilsendorf  
Die Haltestelle Limbrede in Richtung Schildesche wird mit einem Fahrgastunterstand ausgestattet, vorher ist der barrierefreie Ausbau erforderlich. Derzeit werden die Voraussetzung für den Umbau der Haltestelle und die Aufstellung des Fahrgastunterstandes geschaffen.
• Rad- und Fußweg über die Deliusstraße
Herr Hovermann erläutert, dass hier durch eine Aufpflasterung eine Einengung der Fahrbahn geschaffen wird. Die Einengung erweitert die Sichtachse in Richtung Ortsmitte auf die Deliusstraße. Es wird auch überlegt, den Rad-/Fußverkehr zu bevorrechtigen, ähnlich der Regelung auf der Straße Erfahrung an der Uni. Da hier benötigte Flächen auf Privatgrund liegen, bittet Herr Hovermann um ein Votum aus der Bezirksvertretung, ob diese Lösung weiter verfolgt und umgesetzt werden soll.
Frau Brinkmann (SPD) befürwortet das Vorhaben und bittet darum, die Planung in der Bezirksvertretung vorzustellen. Herr Kraiczek (CDU) würde eine schnelle Umsetzung der Maßnahme begrüßen.
  
Energie der Stille
„Mach was vernünftiges!“ lautete der Rat ihrer Eltern und so absolvierte Elke Barkey zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau, obschon sie doch bereits als Jugendliche die Waschküche im Keller zu Hause in ihr erstes Atelier umfunktioniert hatte. Später besuchte sie berufsbegleitend die Abendakademie in Mannheim u.a. mit dem Ziel, eine Mappe für die Aufnahme zum Kunststudium vorzubereiten. Dann kam allerdings der Umzug nach Harsewinkel dazwischen. Anfang der 90er Jahre verlegte sich die Künstlerin auf die kunsthandwerkliche Herstellung von Porzellanpuppen, besuchte dazu Seminare in Aachen und Wolfsburg. Auch die Restauration älterer Porzellanpuppen gehörte zu ihrer Passion. Diese gab sie auch in verschiedenen Kursen in der VHS weiter.
Nach der Jahrtausendwende folgte die künstlerische Neuorientierung mit zwei Schwerpunkten: Holzbildhauerei und abstrakte Malerei. Letztere ist in der derzeit laufenden Ausstellung im Bezirksamt zu sehen, wobei Elke Barkey extra hierfür den Zyklus „Energie der Stille“ entworfen hat. Die Bilder sind alle innerhalb des letzten halben Jahres entstanden. Die Künstlerin verwendete dazu eine Acrylmischtechnik, die verschiedene Naturmaterialien einbezieht: Steinmehl, Kohle, Sand, Kaffee, Tusche. Herausgekommen sind abstrakte Landschaftsbilder, die immer auch den menschlichen Einfluss auf die Natur thematisieren, Landschaft ist nie unberührt. Dabei springen diese „menschlichen Artefakte“ nicht immer sofort ins Auge, sie müssen vielmehr bewusst gesucht und gesehen werden, genauso, wie wir in unserem Alltag die Einträge des Menschen in die Natur in der Regel ausblenden und nur durch genaue Beobachtung in unser Bewusstsein zurückholen können. Unsere Wahrnehmung der Kulturlandschaft um uns herum ist seit Generationen geprägt von diesen unendlich vielen Facetten menschlichen Tuns, können wir uns in völlig unberührter Natur überhaupt noch wohlfühlen und beginnt nicht jeder menschliche Einfluss schon mit dem ersten Schritt in diese bis dato noch unberührte Landschaft? Indem die Künstlerin Teile ihrer Bilder immer wieder überspachtelt bzw. übermalt erzeugt sie ein Nebeneinander verschiedener Ebenen. Diese Ebenen lassen sich zu kleinen Bildwelten verknüpfen, laden zum visuellen Entdecken ein. Elke Barkey: „Meine Bilder erscheinen manchmal unfertig und warten auf Neues. So werde ich nie fertig. Ein immerwährender Prozess.“
Die sehr farbigen Arbeiten, die im Treppenhaus und in der Stadtbibliothek hängen, gehören nicht in den oben beschriebenen Zyklus und geben beredt Zeugnis, dass Elke Barkey ihre Bildgeschichten nicht nur in gedeckten Farben erzählt.
Elke Barkey gehört der Künstlervereinigung „Gruppe 13“ an, die eine eigene Galerie in Clarholz betreibt. Dort ist eine ständige Ausstellung zu besichtigen, die durch externe Gäste immer wieder belebt wird. Demnächst steht eine Werkschau von Alfons Holtgreve auf dem Programm.
Die Ausstellung im Bezirksamt wartet auf Ihren Besuch noch bis zum 28. März 2018.
  
Kunst im Bezirksamt
Formen der Formlosigkeit
Tauchen Sie ein in die ungewöhnliche Form und Farbenwelt der Ebru-Kunst – die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten von Mutlu Yilmazer (auf dem Foto neben der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Heidi Lämmchen) im Bezirksamt lädt dazu ein. Der Künstler ist überzeugt, „die Ebru-Kunst ist Teil des kulturellen Erbes der Menschheit, nicht nur eines einzelnen Landes“, denn es gibt erhaltene Beispiele aus dem 15. Jahrhundert, vermutlich ist sie jedoch noch älter. Zwar liegen die Ursprünge im östlichen Mittelmeerraum, sie breitete sich jedoch in ganz Europa aus und war über 200 Jahre hinweg Teil der Alltagskunst: die Bögen wurden u.a. für die Einbände von Büchern verwendet, noch bis in die jüngste Vergangenheit. Mutlu Yilmazer wurde vor gut zwanzig Jahren auf diese Bögen aufmerksam, als er begann das Sufi-Instrument Ney zu erlernen. Sein musikalischer Lehrmeister bestand jedoch darauf, dass er sich auf das Instrument konzentrieren möge und so vergingen weitere zehn Jahre, bis der Künstler erste Versuche mit der Ebru-Technik unternahm.
Wie muss man sich den Entstehungsprozess vorstellen? Die Farben werden durch die Oxidation von Erdpigmenten in Ochsengalle gewonnen. Dies dauert bis zu zwei Monate. In einer Schale wird eine koloidale Flüssigkeit ausgebracht, die eine glatte Oberfläche ausbildet. Mit einem Pinsel aus Rosenholz und Pferdehaar tupft oder sprenkelt man dann Farbtropfen auf diese Oberfläche. Die Farbe breitet sich auf dem Koloid aus, vermischt sich jedoch nicht. Am Ende wird die Farbe komplett auf ein Blatt Papier übertragen, quasi im Spiegeldruck. Jeder Bogen ist ein Unikat. „Nur ein Fünftel der Abzüge entsprechen meinen Ansprüchen. Leider kann viel schief gehen, z.B. durch Lufteinschlüsse,“ so Mutlu Yilmazer – vielleicht auch ein Grund dafür, warum diese Methode etwas in Vergessenheit geraten war. „Ich habe als Einstieg Kurse in Rotterdam bei einem türkischen Künstler besucht. Seinerzeit haben vielleicht ein Dutzend Künstler in Europa die Ebru-Kunst ernsthaft betrieben. In den letzten Jahren sind es wieder mehr geworden, insbesondere in der Türkei.“ Mutlu Yilmazer hat seine persönliche Ebru-Technik weiterentwickelt und fügt den Bildern eine neue Dynamik und eine dreidimensionale Anmutung hinzu. Die Formen scheinen in der Bildmitte zu implodieren, andere entfalten sich ähnlich einer Blüte.
Auch mit der sogenannten ‚Spanischen Welle‘ experimentiert der Künstler. Der Geschichte nach ist dieses charakteristische Muster entstanden, als in Spanien, wo in Schichtarbeit Ebru-Bögen in großer Zahl für die Buchbinder produziert wurden, Arbeiter versehentlich gegen die Wannen stießen, ob aufgrund von Weingenuss oder Müdigkeit ist nicht überliefert.
Könnten Sie sich vorstellen auch einmal Ebru-Bilder zu erschaffen? Wenn ja, dann bietet sich dazu am 10. & 11. März die Gelegenheit, Mutlu Yilmazer leitet an diesem Wochenende einen Workshop in der VHS Herford (Anmeldung: 05221/5905-0). Weitere Informationen und auch ein kurzes Video finden Sie auf der Webseite des Künstlers www.neyzen.de. Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Februar.
  
30. Sitzung der Bezirksvertretung am 25.01.2018
In der Bürgerfragestunde berichtet ein Bürger über die Probleme durch den zunehmenden PKW-Verkehr auf dem Südfeld und den seiner Meinung nach weiterhin schwierigen Verhältnissen auf der Hundefreilauffläche am Johannisbach. Er schlägt eine Verlegung dieser Fläche in Richtung Westen vor. Zahlreiche Anrainer des Baigebietes Neulandstraße sind erschienen. Damit ein besserer Austausch zwischen Bürgern und Fachleuten/Verwaltung möglich ist, wird eine Sitzungsunterbrechung bei dem entsprechenden TOP vereinbart (siehe auch Kasten rechts). Die Tagesordnung wird mehrfach umgestellt, da Vertreter der Verwaltung noch weitere Termine in anderen Bezirksvertretungen wahrnehmen müssen.
Mitteilungen:
• Situation vor der Grundschule Dreekerheide
Die Situation vor der Grundschule Dreekerheide in Jöllenbeck wurde durch das Amt für Verkehr geprüft. Aufgrund der Regelvermutung, dass vor schützenswerten Einrichtungen Tempo 30 angeordnet werden muss, ergaben sich keine Argumente für die Einrichtung von Tempo 50. Zur Erläuterung: Aus dem Bollhof kommend Fahrtrichtung Norden sind keine Konflikte mit den Schulkindern zu erwarten, so dass eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht erforderlich ist. Das nördliche Gefahrenzeichen wird bis zur Einmündung Dreeker Weg versetzt, damit die vorgesehenen 150 Meter zur Schule eingehalten werden. In Fahrtrichtung Süden beträgt die Distanz zwischen Am Kampkotten und Beckendorfstraße gut 190 Meter. Auf diesem Stück soll durchgängig Tempo 30 gelten, nicht zuletzt, weil der westliche Weg nur einge-schränkt genutzt werden kann.
Herr Stiesch (Vertreter der Partei Die Linke) findet es irritierend, dass auf der stadtauswärts führenden Fahrbahn die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h bereits ab der Straße Am Bollhof wieder aufgehoben wird, auf der Gegenfahrbahn jedoch bereits ab der Straße Dreeker Weg gilt. Er schlägt vor, keine unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf dem gleichen Streckenabschnitt in verschiedenen Fahrtrichtungen zuzulassen. Sein Antragsvorschlag:
Auf der Bargholzstraße soll zwischen der Beckendorfstraße und der Einmündung Dreeker Weg in beiden Fahrtrichtungen Tempo 30 an-geordnet werden.
– einstimmig beschlossen –
Anfragen:
• Anfrage der CDU-Fraktion: Ausbau des Glasfasernetzes im Stadtbezirk
Die Kernbereiche im Stadtbezirk Jöllenbeck wurden in Jahr 2014 vor al-lem durch die Telekom erschlossen. Weiterhin betreibt Unitymedia ein Kabelnetz in Teilen von Theesen, Vilsendorf und Jöllenbeck.
Mitte 2016 hat die Stadt Bielefeld alle Netzbetreiber in einem sog. Markterkundungsverfahren aufgefordert, ihre eigenwirtschaftlichen Ausbauplanungen für die nächsten drei Jahre mitzuteilen.
Die Telekom hat angekündigt in Teilen von  Theesen und Vilsendorf einen sog. Vectoring-Ausbau durchzuführen. Dabei sollen die Kabelverzweiger, von denen aus die Leitungen in die einzelnen Gebäude führen, mit Glasfaser angeschlossen und technisch aufgerüstet werden. Dadurch sollen, in Abhängigkeit von der Leitungslänge bis zum einzelnen Gebäude, Download-Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s erreicht werden. Die Telekom hat angekündigt den Ausbau in Theesen und Vilsendorf  bis Ende September 2018 durchzuführen.
Anträge:
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke: Aktuelle Zahlen zu den Grundschulen im Stadtbezirk/Beantragung eines runden Tisches zu allen Grundschulen
Der Antrag ist schon in der Novembersitzung vorgestellt worden. Herr Müller vom Amt für Schule berichtet über die aktuellen Zahlen. Demnach besuchen 200 Kinder die GS Theesen, 176 Kinder die GS Vilsendorf, 203 Kinder die GS Am Waldschlößchen und 225 Kinder die GS Dreeker Heide. Bautechnisch möglich wären maximal 1.026 Kinder in allen vier Grundschulen zusammen. Die Prognose für den Zeitraum bis 2022 ergibt, dass die Aufnahmekapazität der beiden Grundschulen Theesen und Am Waldschlößchen überschritten werden, während in Vilsendorf und der Dreeker Heide einzelne freie Plätze verbleiben.
Herr Müller betont, dass sein Amt in enger Kooperation mit den zuständigen Kollegen der Verwaltung die Prognosen zu den Schülerzahlen aktualisiert, wenn neue Baugebiete ausgewiesen werden. Dabei verlässt sich das Amt für Schule seit vielen Jahren auf einen Schlüssel, der ein Kind pro Jahrgang (für alle Schulformen) je 20 Wohneinheiten vorsieht. Zudem zeige die Erfahrung, dass weit überwiegend neue Wohnungen von der schon vorhandenen Bevölkerung bezogen würden und insofern nicht im gleichen Maße neue Kinder in den Stadtbezirk einziehen würden. Es entwickelt sich eine rege Diskussion, u.a. zu den Fragen:
• Beschluss zur Schulentwicklungsplanung im Stadtentwicklungsausschuss – neue Wege in der Schulentwicklungsplanung
• Einflussnahme der Bezirksvertretung Jöllenbeck auf die Schulentwicklungsplanung
• Kapazitäten in Jöllenbecker Grundschulen, OGS-Entwicklung
• Überlegungen zu einer baulichen Erweiterung in der GS Theesen
• Soziale Kriterien wie z.B. bildungsrelevant belastete Gebiete
• Schulsozialarbeit
Beschluss:
Ein Runder Tisch mit allen GS-Leitern/Leiterinnen im Stadtbezirk Jöllenbeck, sowie dem Amt für Schule, dem ISB und den Mitgliedern der Bezirksvertretung ist kurzfristig zu vereinbaren.
– mit Mehrheit beschlossen (7:0:6) –
• Antrag der CDU: Planungen des OGS-Ausbaus im Stadtbezirk Jöllenbeck prüfen und anpassen
Beschluss:
Die Bezirksvertretung beschließt die Verwaltung zu beauftragen, die Planungen des OGS-Ausbaus im Stadtbezirk Jöllenbeck zu überprüfen und an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Insgesamt soll in Erwartung zusätzlicher Ausbaumittel vom Land und Bund mehr Budget für die konkrete Planung von Ausbaumaßnahmen bereitgestellt und diese Planungen kurzfristig erstellt werden. Insbesondere sollen die Ausbauplanungen der OGS an der GS Vilsendorf vorgezogen werden, um auf die besondere Entwicklung dieser Schule in der jüngeren Vergangenheit und der näheren Zukunft mit einem adäquaten OGS-Angebot kurzfristig reagieren zu können.
– einstimmig beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke: Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation im Kurvenbereich der Heidbrede
Frau Keppler (Bündnis 90/Die Grünen) erläutert den gemeinsamen Antrag. Es geht um eine Verbesserung der Verkehrssituation. Die Straße verengt sich vor einer Kurve, die schlecht einsehbar ist. Das Gefahrenpotential soll beseitigt werden, indem das Park- und Halteverbot auf den Kurvenbereich ausgeweitet wird. Ein ansässiger Landwirtes hat Schwierigkeiten, den engen Kurvenbereich mit seinen landwirtschaftlichen Maschinen zu passieren. Herr Kraiczek (CDU) sieht die Gefahrensituation nicht, bemängelt hingegen den extrem schlechten Zustand der Straße. Herr Kleimann (CDU) erinnert daran, dass die Heidbrede ursprünglich ein ausgebauter Wirtschaftsweg ist.
Beschluss:
Die Verwaltung wird aufgefordert, Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation und Entschärfung des Gefahrenpotentials im Kurvenbereich der Heidbrede zu erarbeiten. Dabei sol die Ausweitung des Park- und Halteverbotes in Richtung Blackenfeld im Vordergrund stehen.
– mit Mehrheit beschlossen (9:1:3) –
• Antrag der CDU: Entwurfsbeschluss zur Neuaufstellung des B-Plans „Neulandstraße“ zunächst zurückstellen  
Der Antrag wird eingangs der Sitzung noch einmal verändert, das Ziel, den Entwurfsbeschluss zu verschieben wird aufgegeben. Stattdessen wird gefordert, eine Planerwerkstatt vor Satzungsbeschluss einzurichten, in der die Anlieger mit den Investoren und dem Planungsbüro unter Ausschluss der Verwaltung und der Politik über den Entwurf beraten können. Herr Bezirksamtsleiter Hansen verweist noch einmal auf ein klar definiertes, justiziables und nachvollziehbares Bebauungsplanverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung und erneuter Offenlage nach Entwurfsbeschluss. Alle Einwände und Anregungen werden abgewogen, beurteilt und ggf. berücksichtigt. Das Verfahren ist klar definiert und verlässlich, bei Fehlern kann Klage eingereicht werden. Herr Bezirksbürgermeister Bartels berichtet von einer Antwort des Bauamtsleiters Herrn Ellermann auf seine Frage, wann Änderungen an einem Entwurfsbeschluss dazu führen, dass über diesen neu verhandelt werden muss. Herr Ellermann führte dazu aus, dass nach dem Entwurfsbeschluss des Bebauungsplanes bis zum Satzungsbeschluss nur Änderungen möglich sind, die die Grundzüge der Planung nicht berühren.Die Grundzüge der Planung sind berührt, wenn sich die Art und das Maß der Bebauung verändern. Das betrifft unter anderem:
• Gebäudehöhen, Dachformen, Änderung der Gebäudetiefen
• Zahl der Wohneinheiten, Gebäudeart (Einzel-, Doppel- oder Mehrfamilienhäuser)
• Änderung der Nutzungsart, wie z.B. veränderte Verkehrsführung, Änderung der Grünflächen oder überbaubare Grundstücksflächen
Dementsprechend sind lediglich kleine Korrekturen, Klarstellungen oder genauere Definitionen möglich.
Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen (Herr Heinrich) und der SPD (Frau Brinkmann) stellen fest, dass auch ohne diesen Antrag im Verlauf des normalen B-Plan-Verfahrens genau die geforderten Möglichkeiten und Rechte der Bürger definiert sind und gewahrt werden, der Antrag mithin lediglich Symbolcharakter hätte.
Beschluss:
• Vor dem Satzungsbeschluss sind rechtzeitig in einer Planerwerkstatt die Belange der Anlieger („Bürger-Arbeitskreis Neulandstraße“, Grundstückseigentümer) zusammen mit dem Projektentwickler (Planer und Investor) für ein Wohnquartier von ca. 300 Wohneinheiten zu behandeln.
• Die städtebaulichen Richtlinien bleiben erhalten.
• In ca. 2,5 Monaten erfolgt ein Bericht über diese gemeinsamen Gespräche. Das Ergebnis wird im Entwurf zur Beschlussfassung am 12.04.2018 aufgenommen.
• Vertreter der Politik und der Verwaltung sind nicht an der Planerwerkstatt beteiligt.
• Es soll eine konsenzfähige Beschlussvorlage für diesen wichtigen Bebauungsplan erarbeitet werden.
– mit Mehrheit abgelehnt (6:7:0) –
Weitere Tagesordnungspunkte:
• Realschule Jöllenbeck, Vorverlegung des Zeitpunkts der Teilstandortbildung im Schulgebäude Volkeningstraße   
Wieder einmal ist die Bezirksvertretung gehalten, einen Beschluss nachzuholen, dessen Inhalt eindeutig in ihrem Zuständigkeitsbereich liegt, der entsprechende Fachausschuss auf Ratsebene dem allerdings schon vorgegriffen hat. Frau Brinkmann (SPD) und Herr vom Braucke (FDP) kritisieren dies vernehmlich.
Beschluss:
Die zum 01.08.2019 beschlossene Erweiterung der Realschule Jöllenbeck um den Teilstandort Volkeningstraße 3 (auslaufende Hauptschule) wird auf den 01.02.2018 vorverlegt.
– einstimmig beschlossen  –
• Anmeldezahlen und Festlegung von Aufnahmekapazitäten an städtischen Grundschulen zum Schuljahr 2018/19   
Herr Müller vom Amt für Schule erläutert die Vorlage und geht auf folgende Themen ein:
• Änderung im Schulgesetz
• Gesamtzahlen, Zahlen für Stadtteile und Schulen, Schulnahe Einzugsbereiche, Überhang von Anmeldungen in der GS Waldschlösschen, Verweis auf GS Dreekerheide
• Keine Änderungen in der Zügigkeit für Jöllenbecker Schulen
Frau Brinkmann fragt, ob es möglich ist, an der Schule am Waldschlös-schen einen zusätzlichen Klassenraum anzubauen.
Herr Müller berichtet, dass der OGS-Ausbau der Schule am Waldschlös-schen mit 1,2 Mio € kalkuliert war. Eine Klassenraumerweiterung sollte geprüft werden. Jetzt stehen Kosten in Höhe von 2,5 Mio € im Raum, so dass dies aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich ist
Beschluss:
Die Aufnahmekapazitäten der städtischen Grundschulen werden für das Schuljahr 2018/19 basierend auf den Ergebnissen des Anmelde-verfahrens festgelegt.
– einstimmig beschlossen  –
• Neuaufstellung des Bebauungsplanes Nr. II/J 38 „Wohnquartier zwischen den Straßen Homannsweg, Neulandstraße und Jöllenbecker Straße“  
Die Bezirksvertretung hatte in 1. Lesung folgenden Prüfauftrag erteilt:
1. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob die Kreuzung Schnatsweg/Jöllenbecker Straße/Telgenbrink im Zuge des 1. Bauabschnittes ausgebaut werden kann.
2. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob Ausgleichsflächen im Stadtgebiet Jöllenbecks (z.B. am Friedhof in Vilsendorf) verwendet werden können
Antwort zu 1: Aus Sicht des Amtes für Verkehr kann der Ausbau nur durch den Investor des Erschließungsgebietes finanziert werden. Da der Schnatsweg zur Erschließung des 1. Bauabschnittes jedoch nicht erforderlich ist, wird eine Finanzierung durch den Investor ebenfalls unwahrscheinlich sein.
Antwort zu 2.: Die Fläche am Friedhof in Vilsendorf kann nicht als Ausgleichsfläche genutzt werden, da sie einerseits im Bebauungsplan Nr. II/V2 als öffentliche Grünfläche mit der Zweckbestimmung Friedhof festgesetzt und andererseits zu klein ist.
Herr Tacke (Planungsbüro Hempel & Tacke) erläutert den aktuellen Planungsstand in Bezug auf:
• Erschließung, Baustellenmanagement und -verkehr
• Eine erneute Beteiligung von Straßen NRW unter Beteiligung des Landtags NRW in Fragen der Erschließung, Abbindung der Straße Homannsweg und Verlagerung der Planstraße A in nördliche Richtung (abgestimmt mit Straßen NRW)
• Regenrückhaltung/Überläufe
• Soziale Infrastruktur, Flächenbedarf Kita
• Vorherige Dokumentation des Straßenzustandes/Beseitigung von Schäden, Anliegerkosten – Ein Ausbau der Neulandstraße ist nicht geplant
Die Sitzung wird für 20 Minuten unterbrochen, damit die anwesenden Bürger erneut ihre Bedenken und Vorschläge zu Gehör bringen können. Es werden nur wenige Fragen gestellt:
• Ausweichverkehr über die Straße Köckerwald
• Zeitliche Abläufe, Satzungsbeschluss
• Erneute Öffentlichkeitsbeteiligung
• Anbindung der Planstraße B auf die Neulandstraße
Herr Bartels sagt zu, das Anliegen von Herrn Sentker, die Straße Kö-ckerwald für den Durchgangsverkehr abzubinden, an die Fachverwaltung weiterzuleiten.
In der sich anschließenden Diskussion thematisieren die Bezirksvertreter folgende Punkte:
• Fußweg an der Neulandstraße
• Kanalisation, Mischwasser, Regenwasser
• Anzahl Stellplätze, Gemeinbedarfsflächen, weitere Beteiligungsverfahren
• Befürchtungen eines Landwirtes zur Erreichung seiner Ackerflächen
• Unterschiedliche Breiten des Lärmschutzwalles, Stadtbahn- und Bushaltestellen, mögliche Fußwege direkt aus dem Baugebiet zu den Haltestellen
• Zentrale Nutzung von Erdwärme
Frau Brinkmann (SPD) beantragt, den Beschlussvorschlag dahingehend zu erweitern, dass im Erschließungsvertrag aufgenommen wird, die geplante Kita in unmittelkbarer Nähe zu dem zentralen Begegnungsplatz zu errichten. Herr Heinrich (Die Grünen) und Herr vom Braucke (FDP) signalisieren ihre Zustimmung.
Beschluss:
Der Bebauungsplan wird mit der Ergänzung (s.o.) als Entwurf beschlossen..
– mit Mehrheit beschlossen (12:1:0) –
• Neuaufstellung des Bebauungsplanes Nr. II/T 9 „Wohnen süd-westlich der Kreuzung Im Bergsiek / Mondsteinweg“ – Satzungsbeschluss
Nach kurzer Diskussion der Änderungen gegenüber dem Entwurfsbeschluss
– einstimmig beschlossen –
• Erst- und Neuaufstellung des Bebauungsplanes Nr. II/J37 „Wohnen am Mondsteinweg Ecke Malachitstraße“ – Satzungsbeschluss
Nach Diskussion der Ergänzungen (Spielfläche) und Einwände (insbesondere Entwässerung)
– einstimmig beschlossen –
• Trägervertreter in den Räten der Städt. Tageseinrichtungen für Kinder in Jöllenbeck
Als Nachfolgerin von Otto Eisenhardt wird Frau Brinkmann benannt
Beschlüsse aus vorangegangenen Sitzungen:
• Umwandlung der Loheide in eine verkehrsberuhigte Zone
Aus verkehrlicher Sicht wird dieser Ausbaustandard als unpassend beurteilt. Das vorhandene Parkbedürfnis, das auf Grund der unmittelbaren Nähe zum Obersee besteht, lässt sich mittels eines verkehrsberuhigten Bereiches nicht wirksam regeln. Auch wenn nur in gekennzeichneten Stellen geparkt werden darf, zeichnet sich eine Spielstraße durch ihren Aufenthaltscharakter aus. Weitere Schilder (z.B. Halteverbote) sind in verkehrsberuhigten Bereichen nicht zulässig. Und genau diese Freiflächen, die nicht extra beschildert werden dürfen, werden vermutlich zu den Spitzenzeiten zugestellt. Eine wirksame Änderung der Parkproblematik lässt sich somit nicht erzielen.
  
Weihnachtsmarkt in Jöllenbeck
Die Werbegemeinschaft freut sich, dass der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz trotz des ungewöhnlichen Termins (in der Woche von Mittwoch bis Freitag) so gut bei den Jöllenbeckern angekommen ist. Das begann vielversprechend am Mittwoch mit den kleinen Gesangskünstlern aus der Kita Oberlohmannshof und setzte sich am gleichen Abend in das Gänsehautkonzert der Vierweiberei fort.
Donnerstag und Freitag setzten die Sängergemeinschaft und der Posaunenchor des CVJM die musikalischen Akzente. Damit ging auch ein Konzept auf: unterschiedliche Angebote für die verschiedenen Zielgruppen. Die Werbegemeinschaft hatte eine Markthütte für örtliche Initiativen aufbauen lassen. Der Förderverein der Kita, die AWO und die Flüchtlingsinitiative Jürik nahmen abwechselnd dieses kostenlose Angebot dankbar an und bereicherten so den Weihnachtsmarkt.
Alle Marktstände berichteten über sehr gute Besucherzahlen und einen z.T. reißenden Absatz ihrer Produkte – am Freitag war der Pfannkuchenstand schon am frühen Abend ausverkauft!
Überhaupt Freitag: sehr gut geklappt hat der gleichzeitige Betrieb von Wochenmarkt und Weihnachtsmarkt, dies berichteten die Standbetreiber beider Märkte unisono.
  
Kita Oberlohmannshof
Apropos Sprache
Die Osthushenrich-Stiftung förderte jetzt das dritte Jahr in Folge eine Projektwoche in der städtischen Kita Oberlohmannshof in der Steinbockstraße. Erstmals stand die alltagsintegrierte Sprachförderung im Brennpunkt. Dies ist insofern ungewöhnlich, da die Osthushenrich-Stiftung nach Aussage von Dr. Ulrich Hüttemann aus dem Kuratorium der Stiftung vornehmlich Projekte im naturwissenschaftlichen Bereich unterstützt: „Zudem soll unsere Förderung nachhaltig sein. Dies wird z.B. dadurch erreicht, dass die Unterrichts-Materialien über eine längere Zeit funktionstüchtig in der Einrichtung verbleiben und die neuen Ideen und Konzepte in den Regelbetrieb integriert werden. Mit etwa 500.000 € pro Jahr unterstützt die Stiftung nur Projekte in OWL. Das hört sich zunächst nach viel an, aber bei der schieren Zahl der möglichen Kandidaten – zum Beispiel 200 Kindertagesstätten allein in Bielefeld - wird schnell deutlich, dass wir letztlich doch nur wenige berücksichtigen können. In Bezug auf diese Einrichtung hier möchte ich unseren Eindruck wiedergeben, dass das Kita-Team von dem Kuratorium als extrem motiviert und engagiert wahrgenommen wird.“ Beate Köhler aus der Kita-Leitung schließt sich an: „Die Vorbereitung für diese Projektwoche läuft seit einem Jahr. Wir haben uns für das Thema Sprache entschieden, da der Stellenwert des Spracherwerbs bei den Kindern zwischen zwei und fünf Jahren gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die Kinder sind mitten in ihrer Sprachentwicklung und wir fördern gezielt das Sprachverständnis und die Ausdrucksfähigkeit. Im Rahmen dessen verbessert sich das Symbol- und Sinnverständnis, sie lernen zuzuhören und wir wecken das Interesse an Sprache. Das Spielen mit Worten und Symbolen macht Sprache förmlich begreifbar.“
Die Leiterin der Einrichtung, Heide Marie Syassen, geht auf Details der Projektwoche ein: „Wir haben für diese Woche ein Budget von rund 5.000 €. Der Betrag teilt sich auf in städtische Mittel, einen Zuschuss des Fördervereins, Sondermittel der Bezirksvertretung und eben die Unterstützung durch die Osthushenrich-Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Team der Firma Dusyma werden alle Kinder der Einrichtung jeweils zweimal in dieser Woche in altersgerechten Workshops mitmachen, wobei die Gruppengröße ebenfalls variiert - unter drei Jahre sind es acht, über drei Jahren zehn und bei den ‚Schulkindern‘ zwölf pro Gruppe. Zusätzlich findet am Nachmittag ein Workshop mit Eltern und Kindern statt. Unser Kita-Team begleitet die Gruppenarbeit mit den Kindern und erfährt eine zusätzliche Fortbildung. Damit erreichen wir die geforderte Nachhaltigkeit, denn die Konzepte und Materialien werden über die Projektwoche hinaus in allen Gruppen weiter eingesetzt, die Methodik und Didaktik in Bezug auf die alltagsintegrierte Sprachbildung erweitert und gefestigt.“  
Dirk Wittler, Leiter Geschäftsbereich städtische KiTas im Jugendamt, stellt fest, dass immer mehr Kinder immer früher in die KiTas kommen: „Ohne Kindertagesstätten lässt sich heute eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht mehr denken. Bei den Kindern über drei Jahren (Ü3) liegt in Bielefeld die Versorgungsquote quasi bei 100%. Im Bereich unter drei Jahren (U3) wächst der Bedarf weiterhin und mit einer kleinen Verzögerung wächst auch das Angebot. Aktuell erreicht Bielefeld eine Quote von 44%, das bundesweite Ziel ist 35%. Hier bleiben wir am Ball, momentan sind sieben neue Kitas in Bielefeld in Planung, in Jöllenbeck wird gerade eine neue gebaut. Sorge bereitet uns der Fachkräftemangel. Das Stammpersonal können wir bei den städtischen KiTas immer besetzen, aber schon bei Vertretungssituationen tauchen Schwierigkeiten auf. Daher sind wir froh, dass am Maria-Stemme-Berufskolleg eine neue Klasse für Erzieher*innen eingerichtet wurde. Der Beruf lockt die jungen Menschen weniger durch das erzielbare Einkommen, als vielmehr durch  den Idealismus, der in den einzelnen Einrichtungen gelebt wird.“
Übrigens: im kommenden Kindergartenjahr sind voraussichtlich noch einzelne Ü3-Plätze in der Kita Oberlohmannshof frei.
  
29. Sitzung der Bezirksvertretung am 30.11.2017
In der Bürgerfragestunde äußern drei Mitglieder des Heimatvereins Kritik am Bezirksbürgermeister bezüglich seines Grußwortes auf der Jubiläumsveranstaltung des Heimatvereins (siehe Kasten rechts). Ihre Wortmeldungen sind nur als persönliche Stellungnahmen zu werten, sie treten nicht im Namen des Heimatvereins auf. Ein Anwohner der Heidbrede fragt nach dem Zeitplan der Sanierung seiner Straße. Regelmäßig wird aufgrund der fehlenden Abgrenzung (Bordsteinkante, Gehweg) die Bankette auf beiden Seiten der Straße durch Fahrzeuge beschädigt. Weiterhin melden sich Anwohner des neuen Baugebietes Neulandstraße zu Wort. Damit ein besserer Austausch zwischen Bürgern und Fachleuten/Verwaltung möglich ist, wird eine Sitzungsunterbrechung bei dem entsprechenden TOP vereinbart.  

Anfragen:
• Anfrage der CDU-Fraktion: Verlängerung des Parkplatzes in der Gaudigstraße bei Veranstaltungen des VfL Theesen
Aufgrund des angrenzenden Landschaftsschutzgebietes hat der Land-schaftsbeirat eine Versiegelung abgelehnt. Ebenfalls wurde der Parkplatz als Parkstreifen parallel zur Theesener Straße abgelehnt, da aufgrund des angrenzenden Waldes mit massivem Wurzelaufkommen im Untergrund gerechnet wurde. Im Übrigen gilt, dass jede Erweiterung der jetzigen Stellflächen auch eine zunehmende Entfernung zum Ziel Sportplatz darstellt und es ist fraglich, ob diese Stellplätze dann überhaupt angenommen werden.
• Anfrage der CDU-Fraktion: Aufnahme der Rachheide in das Gewerbeflächenkonzept der Stadt Bielefeld
Eine dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe der Verwaltung hat unter Beteiligung der WEGE mbH und eines Fachgutachters damit begon-nen, das gesamte Stadtgebiet auf potenziell geeignete Bereiche für eine zukünftige gewerbliche Nutzung (Suchräume) zu untersuchen. Die Fläche „Rachheide“ wird im Rahmen des Suchraumprozesses mitbetrachtet und auf ihre Eignung als gewerbliche Reservefläche hin geprüft.
• Anfrage der CDU-Fraktion: Erfahrungen mit der Hundefreilauffläche an der Stiftsmühle
Die Verwaltung teilt mit, dass der Hundeauslaufbereich aus Sicht des Ordnungsamtes im Hinblick auf jedwede Vorfälle nicht auffällig oder problematisch ist.
Diese Einschätzung wird auch seitens des Umweltbetriebes geteilt. Durch die Verlagerung der Bankstandorte aus dem Kreuzungsbereich Stiftsmühle/Moorbach in den hinteren Bereich der Grünanlage hat sich die Situation dort nach Aussage des Betriebes sehr beruhigt. Ein Aufeinandertreffen von Hundebesitzern und anderen Nutzerinnen und Nutzern der Anlage ist seitdem weitestgehend unproblematisch
• Anfrage der CDU-Fraktion: Markierungsplan Dorfstraße
Die Verwaltung teilt mit, das Konzept für die Markierung von Schutzstreifen wurde mittlerweile erstellt. Die Umsetzung ist bei entsprechender Witterung im Frühjahr 2018 vorgesehen.
Nach kurzer Diskussion wünscht die Bezirksvertretung einmütig die Vorstellung des Konzeptes durch das Amt für Verkehr in der kommenden Sitzung im Januar 2018.
Anträge:
• Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Verkehrssichernde Maßnahmen an der Jöllenbecker Straße/Einmündung Wörheider Weg
Herr Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) erläutert den Antrag: gerade an dieser Stelle geschehen immer wieder Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Hier soll von Seiten der Verwaltung mit Straßen NRW über verkehrssichernde Maßnahmen nachgedacht werden. Sinnvoll sei eine Temporeduzierung auf 50 km/h.
Herr Kraiczek (CDU) äußert, dass nicht nach jedem Unfall, der wie hier auf menschliches Versagen zurückgeführt werden könne, Maßnahmen ergriffen werden können. Herr vom Braucke (FDP) wünscht sich eine aussagekräftige Statistik. Der Bezirksbürgermeister Bartels regt an, auch die Einmündung der Heidsieker Heide in die Jöllenbecker Straße zu berücksichtigen, hier hat es gerade erst wieder einen schweren Verkehrsunfall gegeben.
Die Bezirksvertretung beauftragt die Verwaltung, zu prüfen und vorzustellen, wie viele Unfälle zwischen dem Ortsausgang Theesen und dem Ortseingang Jöllenbeck auf der Jöllenbecker Straße stattgefunden haben und welche Ursache diese hatten
– einstimmig beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke: Aktuelle Zahlen zu den Grundschulen im Stadtbezirk/Beantragung eines runden Tisches zu allen Grundschulen
Frau Brinkmann (SPD) erläutert den Antrag. Sie bezweifelt, dass die Verwaltung bei der Planung zur Schulentwicklung alle Kinder einbezieht, die aus neuen Bebauungsplangebieten hinzukommen werden. Es müssen möglichst genaue Zahlen über künftige Baugebiete und die zu erwartenden Kinder, sowie deren Auswirkungen auf die Schullandschaft vorgelegt werden. An dem beantragten Runden Tisch sollen der Immobilien-Servicebetrieb, das Amt für Schule, das Amt für Entwicklungsplanung und die Bezirksvertretung teilnehmen.
Herr vom Braucke (FDP) unterstützt den Antrag, bittet jedoch um eine zielorientierte Vorformulierung. Dies wird durch Herrn Kraiczek (CDU) unterstützt. Herr Jung (CDU) möchte die aktualisierten Zahlen dem Arbeitskreis Schulentwicklung zuleiten. Dies bestätigt Frau Keppler (Bündnis 90/Die Grünen): in der Schulentwicklungsplanung werden  neue Wohnbaugebiete mitunter nicht hinreichend berücksichtigt.
Frau Brinkmann (SPD) bittet, den 1. Teil des Antrags als Anfrage zu formulieren:
• Wie sind die aktuellen Zahlen der Grundschulen im Stadtbezirk Jöllenbeck?
• Sind die künftigen Neubaugebiete (z.B. Dorffeld, Neulandstraße, Nagelsholz, Mondsteinweg) mit eingezogen?
• Wäre es nicht sinnvoll, die GS Waldschlösschen 3-zügig auszubauen?
Da Herr Müller (Amt für Schule) aus terminlichen Gründen die Versammlung bereits verlassen musste, wird der Antrag zurückgezogen und auf die Januarsitzung verschoben.
Weitere Tagesordnungspunkte:
• Der Vertreter der Partei Die Linke hatte einen Fragenkatalog zur Schulentwicklung in Jöllenbeck vorgelegt
Die Antworten aus dem Amt für Schule:
Frage I. Durch die Veränderungen in der Bielefelder Schullandschaft und bei der weiterhin bestehenden Regelung der Abschulung an Gymnasien und Realschulen bleibt die Frage bestehen, wo die abgeschulten Schüler*innen der Realschulen landen, wenn – wie prognostiziert – die Sekundarschulen stark beansprucht werden. Wird in den Sekundarschulen für solche Schüler*innen ein entsprechendes Kontigent an Plätzen vorbehalten, die in der siebten Jahrgangsstufe entsprechend belegt werden können?
Antwort: Die beiden geplanten städt. Sekundarschulen werden dreizügig geführt (= Mindestgröße) und sie müssen deshalb jeweils 75 Anmeldungen erreichen. Eine Unterschreitung dieser Zahl zwecks Platzreserve zur Aufnahme von Schülerinnen und Schülern aus Realschulen oder Gymnasien in die 7. Klasse ist nicht möglich. Die Klassenfrequenz an der Sekundarschule beträgt 25 Schülerinnen und Schüler. Die Überschreitung dieser Zahl ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Die Aufnahme zusätzlicher Schülerinnen und Schüler in den Jahrgang 7 der Sekundarschulen ist nur im Fall einer baulichen Erweiterung und einer zukünftigen Vierzügigkeit denkbar.
II. Wie viele Schüler*innen an Gymnasien und Realschulen müssen am Ende der sechsten Jahrgangsstufe in der Regel die ihnen vertraute Schule verlassen?
Die Grafik auf der nächsten Seite visualisiert einen Teil der Antwort.
III. Kann seitens des Schulamts oder durch die Bezirksregierung eine Schule verpflichtet werden, entsprechende Schüler*innen weiterhin zu unterrichten?
Antwort: nein. Die Bezirksregierung kann den/die betroffene/n Schüler/in einer anderen Schule der für ihn/sie geeigneten Schulform zuweisen.
IV. Haben betroffene Schüler*innen das Recht auf eine Wiederholung der sechsten Jahrgangsstufe?
Antwort: Nicht (nach Klasse 7) versetzte Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums oder der Realschule können die Klasse 6 der besuchten Schulform wiederholen, wenn dadurch die Höchstdauer der Ausbildung in der Erprobungsstufe nicht überschritten wird (= max. 3 Jahre) und die Versetzungskonferenz feststellt, dass aufgrund der Gesamtentwicklung danach die Versetzung erreicht werden kann (§ 12 Abs. 3 APO S I).
V. Welche Entfernungen und Schulwegzeiten sind für Schüler*innen aus Sicht des Schulamtes hinnehmbar, denen ein Weiterbesuch ihrer ursprünglichen Schule verweigert wurde?
Antwort: Nach § 78 Abs. 4 SchulG NRW sind Schulträger verpflichtet, Schulen zu errichten oder fortzuführen, wenn in ihrem Gebiet ein Bedürfnis besteht und die Mindestgröße gewährleistet ist. Ein Bedürfnis besteht, wenn die Schule im Rahmen der Schulentwicklungsplanung erforderlich ist, damit das Bildungsangebot der Schulform in zumutbarer Entfernung wahrgenommen werden können. Eine Orientierung zur zeitlichen bzw. entfernungsmäßigen „Zumutbarkeit“ des Schulwegs gibt die Schülerfahrtkostenverordnung. Danach ist die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel für den Schulweg nicht zumutbar, wenn die Hin- und Rückfahrt zusammengerechnet mehr als drei Stunden in Anspruch nimmt oder die Schülerin oder der Schüler überwiegend vor sechs Uhr morgens die Wohnung verlassen muss.
VI. In Bezug auf die Realschule Jöllenbeck: Welche Schulen sind aus Sicht des Schulamtes prädestiniert für eine weitere Beschulung ent-sprechender Schüler*innen?  Wie sieht es bei den Schulen mit den Aufnahmekapazitäten zu Beginn der siebten Jahrgangsstufe aus? Dies aus der Betrachtung der gegenwärtigen Zusammensetzung der Schullandschaft und aus der zukünftigen Betrachtung mit der Sekundarschule und mit den Wegfall von zwei Realschulen und der Hauptschulen.
Antwort: Innerhalb der Schulwegdauer von insgesamt drei Stunden Hin- und Rückweg können Schüler/innen, die ihre Schullaufbahn an der Realschule Jöllenbeck nicht fortsetzen können, sowohl alle vier Gesamtschulen der Stadt Bielefeld als auch mehrere auswärtige Gesamtschulen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Deren Aufnahmekapazität im Jahrgang 7 kann nicht pauschal beurteilt bzw. prognostiziert werden, sondern bedarf jeweils einer Einzelfallprüfung. Auch die beiden geplanten Sekundarschulen kommen ab Schuljahr 2020/21 für einen Schulwechsel für Klasse 7 in Betracht. Unter Umständen könnte auch die aus Jöllenbecker Sicht nächstgelegene, im Schulzentrum Lohfeld (Bad Salzuflen) noch bestehende Hauptschule zumutbar erreicht werden.
VII. Welche pädagogische, sozialpädagogische wie auch psycholo-gische Fördermaßnahmen stehen Realschulen wie Gymnasien zur Verfügung, um Schüler*innen zu unterstützen, bei denen frühzeitig zu erkennen ist, dass eine Versetzung in die siebte Jahrgangsstufe gefährdet ist?
Antwort: Gem. § 3 Abs. 4 APO S I hat jede Schülerin und jeder Schüler ein Recht auf individuelle Förderung, die auf die Herstellung der gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft unabhängig von Geschlecht, kultureller und sozialer Herkunft oder Behinderung hinwirkt. Hierfür erarbeitet jede Schule ein schulisches Förderkonzept, das im Rahmen der Bestimmungen für den Unterricht in den Schulformen Maßnahmen der inneren Differenzierung und Maßnahmen der äußeren Differenzierung umfasst. Hierdurch sollen alle Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden, insbesondere wenn
1. die Versetzung, der Abschluss oder das Erreichen einer Berechtigung gefährdet ist,
2. der Verbleib in der Schulform gefährdet ist,
3. sie besondere Begabungen und Potenziale haben oder auf Grund ihrer Leistungsstärke die Schulform gewechselt haben oder für einen Wechsel in Frage kommen oder
4. sie auf Grund ihrer Zuwanderungsgeschichte besondere Voraussetzungen (Mehrsprachigkeit) mitbringen.
VIII. Findet durch das Schulamt eine Überprüfung statt, ob die Schulen entsprechende Fördermaßnahmen anbieten und mit Erfolg durchführen?
Antwort: Diese Überprüfung fällt in die Zuständigkeit der Oberen Schulaufsicht und wird z.B. im Rahmen der Qualitätsanalyse durchgeführt (Qualitätsbereich 2: Lernen und Lehren – Unterricht; Aspekt 2.6 „Individuelle Förderung und Unterstützung“).
IX. Ab wie vielen abgeschulten Schüler*innen von Realschulen und Gymnasien hält das Schulamt eine Einrichtung von Bildungsgängen gemäß §132 c Schulgesetz NRW für angebracht?
Antwort: Dazu wird auf die Informationsvorlage Drucksache 5618/2014-2020 vom 06.11.2017 für den Schul- und Sportausschuss am 21.11.2017 verwiesen. Für „abgeschulte“ Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien sind Bildungsgänge nach 132c SchulG nicht vorgesehen.
X. Ist es bei den einzurichtenden Bildungsgängen möglich, abge-schulte Realschüler*innen und Gymnasiat*innen zusammen zu einem Realschulabschluss zu führen oder ist es unausgesprochen vorgesehen, dass ein Schulabschluss unterhalb des Levels anzustreben ist, der von den Schüler*innen ursprünglich angestrebt wurde?
Antwort: Auch dazu wird auf die v.g. Informationsvorlage Drucksache 5618 verwiesen. Das Angebot des Hauptschulbildungsgangs an Realschulen zielt nach dem Gesetzeswortlaut auf Schülerinnen und Schüler, die die betreffende Realschule bereits besuchen. Sie werden in dem Bildungsgang zum Hauptschulabschluss geführt. Nicht nach Klasse 7 versetzte Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums gehen nach Wahl der Eltern in die Klasse 7 der Realschule (Ziel: Realschulabschluss) oder der Hauptschule (Ziel: Hauptschulabschluss) über, es sei denn, die Versetzungskonferenz stellt fest, dass der Übergang in die Realschule nicht möglich ist (§ 12 Abs. 3 Satz 2 APO S I). Alternativ kommt ein Wechsel in Jahrgang 7 der Gesamtschule oder der Sekundarschule in Betracht (§ 12 Abs. 4 APO S I).
Die nach Klasse 7 versetzten, aber danach leistungsschwächer werdenden Schülerinnen und Schüler der Gymnasien können am Gymnasium nach Maßgabe der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen und ein dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertigen Abschluss erwerben. Der Entwurf des 13. Schulrechtsänderungsgesetzes vom 14.11.2017 ändert daran nichts und stellt das in einem neuen § 16 Abs. 6SchulG deutlicher als bisher dar.
• Neuaufstellung des Bebauungsplanes Nr. II/J 38 „Wohnquartier zwischen den Straßen Homannsweg, Neulandstraße und Jöllenbecker Straße“  
Herr Ibershoff und Herr Steinriede (beide Bauamt) und Frau Kissenkötter und Herr Tacke vom Architekturbüro Hempel + Tacke GmbH stellen die Planung vor. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Unterschieden zum Vorentwurf des Gestaltungsplans.
Die verkehrliche Erschließung soll im Norden über eine Anbindung an die Neulandstraße und die Weiterführung über den Schnatsweg an die Jöllenbecker Straße erfolgen. Eine Abbindung der Straße Homannsweg und die Anlage einer neuen Anbindung an die Jöllenbecker Straße erfolgt im Süden des Neubaugebietes. Beide Anbindungen werden mit Verkehrsampeln gesteuert.
Herr Tacke und Herr Steinriede beantworten zahlreiche von den Bürgern schriftlich eingereichte Fragen, u.a. zu
• Förderfähigkeit von Tiefgaragen im Geschosswohnungsbau
• Entwicklung des Baugebietes, wenn nicht alle Eigentümer verkaufen
• Breite und Höhe des Lärmschutzwalles
• Aufwertung der Kreuzung Schnatsweg/Jöllenbecker Straße/Telgenbrink
• Radweg an der Jöllenbecker Straße
• Planstraßen im Baugebiet,  zeitliche Umsetzung
• Ausgleichsflächen
• Spielflächen, Quartiersplatz
• Regenrückhaltebecken, Versiegelung von Flächen
• Ansiedlung von kleineren Gewerben
• Kindertagesstätte im Neubaugebiet, Auswirkungen der neuen Schülerinnen und Schüler bestehende Kindertagesstätten und Schulen
Die Sitzung wird für knapp eine halbe Stunde unterbrochen, damit die anwesenden Bürger ihre Bedenken und Vorschläge zu Gehör bringen können.
Die Bezirksvertretung formuliert folgenden Prüfauftrag:
1. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob die Kreuzung Schnatsweg/Jöllenbecker Straße/Telgenbrink im Zuge des 1. Bauabschnittes ausgebaut werden kann.
2. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob Ausgleichsflächen im Stadtgebiet Jöllenbecks (z.B. am Friedhof in Vilsendorf) verwendet werden können
Bezogen auf den Aufstellungsbeschluss plädiert die Bezirksvertretung auf 1. Lesung
– einstimmig beschlossen –
• Radverkehrsnetz Bielefeld, Hauptroutennetz für den Alltags-Radverkehr („Radfahren wie in Holland!“)
Frau Brinkmann (SPD) wundert sich, dass die Alte Jöllenbecker Straße nicht einbezogen ist. Auch vermisst sie die Einbeziehung der Kreuzung Jöllenbecker Straße/Amtsstraße/Waldstraße, die in Kürze umgebaut wird. Der Radverkehr soll dadurch sicherer werden.
Die Bezirksvertretung empfiehlt nach kurzer Diskussion dem Stadtentwicklungsausschuss zu beschließen, den Anpassungen und Ergänzungen des Hauptroutennetzes für den Alltags-Radverkehr und der Einführung des Freizeitnetzes zuzustimmen, soweit es den Stadtbezirk Jöllenbeck betrifft.
– bei zwei Enthaltungen einstimmig beschlossen –
• Empfehlungen der „AG Grabeland“
Herr Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) macht darauf aufmerksam, dass die Fläche südlich der Grundschule Theesen für eine mögliche Erweiterung weiterhin vorgehalten werden muss.
• Benennung einer Straße im Gebiet des Bebauungsplanes „Wohnen an der Loheide“
Die Planstraße im Bebauungsplangebiet „Wohnen an der Loheide“ soll Am Kapellenbrink benannt werden.
– einstimmig beschlossen –
• Benennung einer Straße im Gebiet des Bebauungsplanes „Wohnen  am Mondsteinweg Ecke Malachitstraße“
Die Planstraße im Bebauungsplangebiet „Wohnen am Mondsteinweg Ecke Malachitstraße“ soll Saphirweg benannt werden.
– einstimmig beschlossen –
• Verwendung von Sondermitteln
Die Bezirksvertretung beschließt die Vergabe folgender Sondermittel:
• Förderverein Kita Oberlohmannshof 900 € Projektwoche zum Thema Sprache
• GfS 1.000 €
Fitnessgeräte (Calistenics) anstelle der beschlossenen
Fußballtornetze und Bänke, die durch den
Umweltbetrieb finanziert werden.
• TuS Jöllenbeck 500 €
Zuschuss zur Verbesserung der Trainingssituation
(z.B. Nivellierung des Kugelstoßareals,
Trainingsmöglichkeiten im Winter)
– einstimmig beschlossen –
Beschlüsse aus vorangegangenen Sitzungen:
• Parkplatz am Nordufer des Obersees
Der Parkplatz ist inzwischen fertiggestellt. Herr vom Braucke begrüßt den Ausbau und berichtet von seiner Einschätzung, dass der Parkplatz in seiner Gesamtheit durch den Ausbau überproprotional gewonnen hätte
Grußwort des Bezirksbürgermeisters auf der Jubiläumsveranstaltung des Heimatvereins
Die Kritik der drei Mitglieder des Heimatvereins bezog sich zum einen auf die Aussage „wir müssen aufpassen, dass wir aus Jöllenbeck kein Freilichtmuseum machen“ und andererseits auf das kritische Hinterfragen der Berechtigung, das ehem. Maskottchen unter Denkmalschutz zu stellen.
In weiten Teilen seines Grußwortes betonte der Bezirksbürgermeister die wertvollen Beiträge, die der Heimatverein über Jahrzehnte hinweg für die gesellschaftliche Entwicklung im Stadtbezirk geleistet hat (Tenor: „Man sieht nur was man kennt“ – konkret bezogen auf die (Kultur-)Landschaft rings um Jöllenbeck, die Ortsentwicklung und die jüngere Historie). Er hob auch die Leistungen hervor, die der Verein für den Erhalt und Ausbau des umfangreichen Wanderwegenetzes im Stadtbezirk aufbringt und damit auch einen Beitrag für eine gesunde Freizeitbeschäftigung der Bürger erbringt.
Auf der anderen Seite ist festzustellen, dass Jöllenbeck weiter wächst und man unvoreingenommen die Entwicklungsmöglichkeiten ausloten sollte. Nicht jedes Gebäudeensemble ist erhaltenswert. Wichtig ist, dass man sich auf eine Planung einigt, die sowohl öffentlichen als auch privaten Eigentümern einen Gestaltungsrahmen bietet, der am Ende ein erkennbares Ganzes entwirft. Zum Beispiel an der Dorfstraße, die ihren Charakter als Einkaufsstraße mit zahlreichen angesiedelten Geschäften/Büros und Praxen in der Ortsmitte behalten muss und deren Aufenthaltscharakter gleichzeitig erhöht werden sollte.
Zum Thema Maskottchen nahm der Bezirksbürgermeister Bezug auf einen Besuch des Objektes und mehrere Gespräche mit dem neuen Eigentümer, dem ausführenden Architekten und der unteren Denkmalschutzbehörde. Letztere formulierte die Aussage, dass „man heute nach Lage der Dinge das Gebäude nicht mehr unter Denkmalschutz gestellt hätte“ und dass man mit Sorge beobachte, wie „der neue Eigentümer sehenden Auges in sein Verderben rennt“.
Ein Gebäude zu erhalten ist das eine, ein Baudenkmal zu erhalten ist ungleich aufwendiger. Vielleicht illustriert diese Gegebenheit die Problematik sehr anschaulich: Bei einem Besuch der unteren Denkmalschutzbehörde auf der Baustelle zeigte die Mitarbeiterin auf die Kunststoff-Sprossenfenster und fragte den Eigentümer, wann er gedenke, diese gegen Holzfenster zu ersetzen. Dies bei einem Haus, in dem Teile der Holzkonstruktion marode sind, bei dem hinter jeder Gipskartonplatte sich eine neue schadhafte Stelle offenbart, wo alle Umbaupläne auf Eis liegen, wo jahrzehntealte Farbschichten bis auf das ursprüngliche Material abgetragen werden müssen, damit neue denkmalschutzgerechte Farbschichten aufgebracht werden können. Die Liste ließe sich fortsetzen. Funktionsfähige und unversehrte Fenster auszutauschen, liegt dann durchaus jenseits des aktuellen Erwartungshorizontes.
Der Heimatverein hat maßgeblich dazu beigetragen, dass dieses Haus jetzt unter Denkmalschutz steht. Die Frage ist, ob der Erhalt des Gebäudes nicht auch anders hätte gesichert werden können. Nach Auffassung des Bezirksbürgermeisters hat es sich der Heimatverein hier zu leicht gemacht, eine wirkliche Abwägung aller Vor- und Nachteile hat nicht stattgefunden.

Quartierszentrum Oberlohmannshof
Eine gute Nachricht für Jöllenbeck: Der Sozialdezernent der Stadt Bielefeld, Ingo Nürnberger, räumt der Errichtung eines neuen Quartierszentrums im Oberlohmannshof oberste Priorität ein.
Dies erklärte er auf Nachfrage gegenüber dem Blickpunkt.
Aktuell wird geprüft, ob das Projekt sehr kurzfristig in einem Fördertopf untergebracht werden kann – dies hätte zur Folge, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen würde!
Daher stehen die Überlegungen zum Aufbau eines Container-Hauses als Übergangslösung zunächst zurück.
  
Stadtteilbibliothek
Blind Date mit einem Buch
Eine Idee setzt sich durch: in der Stadtteilbibliothek in der Amtsstraße warten neutral verpackte Bücher auf neugierige Leser und Leserinnen, denen die vagen handschriftlichen Angaben zum Inhalt für eine Entscheidung ausreichen. Weder Klappentext noch das bunte Cover können zum Kauf animieren, die Neugier auf das Unbekannte muss obsiegen!
„Wir haben in nur drei Wochen über sechzig Bücher verkauft, so eine Resonanz hätten wir nicht erwartet,“ freut sich Hilde Wilkens, die mit dieser Idee bei dem ehrenamtlichen Team der Stadtteilbibliothek sofort auf fruchtbaren Boden gestoßen war. Dieser überraschend erfolgreiche Start führt dazu, das natürlich immer nachgelegt werden muss. Bislang ist das kein Problem, der Nachschub an gespendeten Büchern neigt sich noch lange nicht dem Ende zu. Das Team legt die Latte für die einzupackenden Bücher auch hoch genug, um möglichen Enttäuschungen bei den Käufern vorzubeugen. „Unsere wichtigsten Auswahlkriterien sind zum einen ein sehr guter Zustand der Bücher und zum anderen die Aktualität. Wir können nicht die aktuelle Bestseller-Liste vorhalten, aber uralte Schinken gibt es bei uns nicht. Zudem legen wir Wert auf ein breit gefächertes Angebot, von Kinder- und Jugendbüchern, über Romane und Erzählungen bis hin zum Sachbuch. Anhand der Stichworte auf dem Einwickelpapier kann man die Kategorien sofort erkennen,“ erläutert Agnes Rottmann die Vorgehensweise bei der Auswahl der blind date Exemplare.
Bislang haben sich in erster Linie die regelmäßigen Besucher der Stadtteilbibliothek – die Ausleiher, so der Fachjargon – auf das ein oder andere blind date eingelassen. „Eigentlich möchten wir mit dieser Aktion auch diejenigen ansprechen, die selten oder gar nicht zu uns kommen. Jeder der sich beim Auspacken einfach mal wieder überraschen lassen möchte, sich richtig freuen kann und der gerne in ein Buch schaut, ist hier richtig,“ betont Frau Krammenschneider, „übrigens eignen sich unsere Bücher ganz hervorragend als kleines Mitbringsel, statt Pralinen oder Blumen!“ Bei einem Betrag von 2,- € pro Buch auch ein preiswertes Vergnügen.
Das Ende dieser Aktion ist offen, aber voraussichtlich wird sie zum Jahresende vorläufig eingestellt: „Daraus soll keine dauerhafte Einrichtung werden, sondern wir werden das anlassbezogen immer mal wieder neu beleben,“ erklärt Hilde Wilkens.
Der Leseausweis bei der Stadtteilbibliothek ist für Kinder kostenfrei und Erwachsene kommen für nur 22,- € pro Jahr in den Genuss unbeschränkt Bücher, DVDs, Hörbücher und ganz neu auch e-Books auszuleihen. Die Ausleihfrist pro Buch beträgt einen Monat und ist verlängerbar. Neben dem Sichtbestand in der Amtsstraße besteht vor Ort online Zugriff auf den Gesamtbestand der Bielefelder Stadtbibliothek, deren Titel dann auf Wunsch nach Jöllenbeck gebracht werden. In der Stadtteilbibliothek werden übrigens auch die Sozialtickets für moBiel verkauft.

  
Jacopo Desogus im Bezirksamt
Die Zersplitterung der Reife
„Wir schreiten mit empfindlichen Fasern, die gierig aus der Vergangenheit und Zukunft trinken, und alle Dinge schmelzen zu einer melancholischen Musik. Wir marschieren gegen eine vereinigte Welt und behaupten unser Geteiltsein. Während wir weiterschreiten, teilen sich alle Dinge mit uns in Myriaden glitzernder Bruchstücke. Das ist die große Zersplitterung der reiferen Jahre, die große Veränderung. In der Jugend waren wir ganz, und der Schrecken und der Schmerz der Welt gingen uns durch und durch. Es gab keine scharfe Trennung zwischen Freude und Kummer, sie schmolzen ineinander über, wie unser waches Leben in Traum und Schlaf übergeht. Wir standen als ein einziges und einheitliches Wesen morgens auf, und abends tauchten wir in einen Ozean nieder, nahmen die Sterne und das Fieber des Tages mit uns hinunter. Und dann kommt eine Zeit, wo plötzlich alles umgekehrt zu sein scheint. Wir trinken nicht mehr die wilde, rauschende Musik der Straßen ein – wir erinnern uns nur.“
Diese Zeilen Henry Millers „Schwarzer Frühling“ haben den Künstler Jacopo Desogus zu der Ausstellung inspiriert, die aktuell im Bezirksamt zu sehen ist. Er thematisiert in seinen Collagen seine Kindheit und Jugend in Sardinien bzw. in den Dolomiten. Rund um eine Installation des Künstlers waren diese Collagen bereits Teil einer umfangreicheren Ausstellung in Hamburg im vergangenen Jahr. In Jöllenbeck zeigt Desogus zwei Serien mit den Titeln „Kindheit: Ich werde laufen wie ein verrücktes Pferd“ und „Kindheitserinnerungen“. In den Bildern sind an vielen Stellen Hinweise auf Sardinien bzw. die Dolomiten zu entdecken, verknüpft mit anderen Symbolen, die einen sehr persönlichen Bezug haben und in veränderter Form in mehreren der Collagen immer wieder auftreten. Man erkennt Anleihen aus Filmplakaten und Postkarten. Alle Collagen sind auf Seiten eines alten Reiseberichtes über die Dolomiten aufgebaut, häufig verwendet der Künstler auch alte medizinische Atteste und Berichte, die aus dem Nachlass seines Großvaters stammen. Über seine Collagen aus Fundstücken, Buntstift- und Kreidezeichnungen sagt Jacopo Desogus: „Es sind Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend, die mir im erwachsenen Alltag als Bruchstücke immer wieder im Geiste erscheinen.“
In einem Kommentar zu einer früheren Ausstellung in Triest schreibt der Präsident der dortigen Kunstakademie, Giorgio Cisco: „Jacopo Desogus verwirklicht komplexe Visionen, die den Betrachter in einen Strudel von Gefühlen von aussergewöhnlicher visueller Macht eintauchen lassen. Durch die Wiederverwertung von Bildern die unsere Gegenwart bezeugen und einem improvisierten Gebrauch von Abfall (das von der Gesellschaft Ausgesonderte) tischt er eine neue Kreation auf.”
Jacopo Desogus hat in Carnia (Dolomiten) das Kunstgymnasium besucht, an der Kunsthochschule in Triest studiert und dort einen Bachelor in Medienwissenschaften erlangt. Seit sieben Jahren lebt und arbeitet er in Bielefeld.
  
SpeedCup
Beim ersten Mal dabei und gleich souverän den Titel geholt: die Schüler*innen der Jöllenbecker Hauptschule haben beim SpeedCup der Volksbanken im Böllhoff-Stadion in Brackwede nichts anbrennen lassen. Bei vierzehn Läufen holten die Sprinter*innen fünf erste Plätze, fünf zweite und fünf dritte. Mit diesem hervorragenden Ergebnis ließen sie der Konkurrenz vom Brackweder Gymnasium, vom Helmholtz Gymnasium, der Friedrich von Bodelschwingh Schulen Bethel und der Freien Waldorf Schule aus Gütersloh keine Chance.
Sportlehrer Peter Kopp, der das Team trainiert hat: „Die Jugendlichen aus den internationalen Klassen sind extrem motiviert und ich sehe da auch versteckte Talente. Nach der Schule haben wir uns im Naturstadion zum Training getroffen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten konnten wir uns dort auf den Wettbewerb vorbereiten, zum Beispiel der Start mit einem Startschuss. Leider haben wir dort keine Startblöcke, daher sind wir am Wettkampftag eine Stunde vorher in Brackwede gewesen, um den Umgang damit dort noch mal zu üben. Gelaufen wird aus Gründen der Chancengleichheit ohne Spikes. Unser Team setzt sich aus den jeweils drei schnellsten Mädchen und Jungen aus jedem Jahrgang zusammen. Um diese Auswahl zu treffen, sind im Sportunterricht die Zeiten aller Schüler*innen der Schule auf einem 20m-Sprint mit der Stoppuhr ermittelt worden. Diese Vorbereitung hat sich klar ausgezahlt. Auf dem Erfolg möchte ich aufbauen und versuche das Team fest in den Volksbank-SchülerCup zu integrieren. Zu dem Cup gehören vier Veranstaltungen: der Mittelstreckentag in der Seidenstickerhalle, die Schildescher Traummeile rund um den Obersee, das Bahnsportfest im Böllhoff-Stadion und ein Crosslauf über zwei Kilometer.“
Und noch eine andere Intention verfolgt Peter Kopp, nämlich Jugendliche für die Leichtathletik zu begeistern. „Fußball, Handball, Volleyball, inzwischen auch Hockey, das sind alles Selbstläufer, die Jugendlichen kommen von ganz allein. Der besondere Reiz der Leichtathletik muss halt erarbeitet werden. Ganz individuell für sich allein. Daher freue ich mich besonders, dass zwei Mädchen aus unserem Team jetzt Leichtathletik beim TuS Jöllenbeck betreiben. Das spornt mich wiederum an!
Die Fotos von der Veranstaltung hat Meinolf Reimering freundlicherweise für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.


  
28. Sitzung der Bezirksvertretung am 12.10.2017
In der Bürgerfragestunde äußert sich der Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule Jöllenbeck missbilligend über einen Artikel im Blickpunkt und wünscht eine Diskussion mit den Bezirksvertretungsmitgliedern dazu. Dies ist aus formalen Gründen nicht möglich, eine Sitzungsunterbrechung findet keine Mehrheit. Der Bezirksbürgermeister verweist auf einen Gesprächstermin mit der Realschul-Leitung in der darauffolgenden Woche.
Anfragen:
• Anfrage der CDU-Fraktion: Verlängerung des Parkplatzes in der Gaudigstraße bei Veranstaltungen des VfL Theesen
Eine Antwort der Verwaltung steht noch aus.
Anträge:
• Antrag der SPD-Fraktion: Errichtung eines Buswartehäuschens in Vilsendorf.
Die Bezirksvertretung beschließt die Verwaltung zu beauftragen, mit der Stadtwerketochter moBiel in Kontakt zu treten, um in Vilsendorf ein neues Buswartehäuschen zu errichten.
Standort: an der Vilsendorfer Straße Richtung Stadteinwärts hinter der Kreuzung Blackenfeld/Vilsendorfer Straße/Epiphanienweg
– einstimmig beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke: Errichtung zusätzlicher Parkplätze am Nordufer des Obersees
Die Bezirksvertretung beschließt die Verwaltung aufzufordern, der völlig unzureichenden Parkplatzsituation am Obersee Rechnung zu tragen und den Parkplatz am Nordufer zu vergrößern bzw. entsprechende Alternativen, insbesondere ÖPNV, zu entwickeln.
– einstimmig beschlossen –
• Antrag der CDU-Fraktion: Schlechtzer Zustand der Straße „Auf dem langen Land“.
Der Antrag wird kontrovers diskutiert: Frau Keppler (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Meinung, die Anlieger könnten auch über die Laarer Straße fahren, Herr vom Braucke (FDP) sieht viele andere Straßen im Stadtbezirk mit einem höheren Handlungsbedarf, Frau Brinkmann (SPD) sieht keine wirkliche Dringlichkeit. Herr Kraiczek (CDU) erklärt, man möchte, dass diese Straße in die Prioritätenliste aufgenommen wird.
Beschluss: Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, in wie weit hier eine Instandsetzung bzw. Ausbesserung der Straße möglich ist.
– bei 7 Enthaltungen mit Mehrheit angenommen –
Weitere Tagesordnungspunkte:
• Vertreter des CVJM, der GfS und der Vonovia berichten u.a. über Jugendarbeit und Arbeit mit Flüchtlingen im Oberlohmannshof
Zur Vorbereitung der Sitzung hatte der Bezirksbürgermeister Bartels einige Fragen schriftlich an die Vonovia formuliert. Der Regionalleiter muste kurzfristig absagen und beantwortete diese Fragen schriftlich.
Sehr geehrter Herr Brunnert, sehr geehrter Herr Rossel,
für Ihre Vorbereitung auf die Sitzung der Bezirksvertretung am Donnerstag hier einige Fragen:
Zustandsbeschreibung:
Das Quartier Oberlohmannshof ist von der Verwaltung der Stadt Bie-lefeld als Beobachtungsgebiet eingestuft worden. Dies geschieht nicht ohne Grund, sondern weil man in Sorge ist. Jetzt könnte man also weiter zusehen, wie der Oberlohmannshof langsam abrutscht in Richtung zu einem sehr problematischen Quartier oder man versucht gegenzusteuern. Wie so oft ist die aktuelle Situation ein Resultat jahrelanger Fehlentwicklungen. Es gibt nicht nur einen Verursacher und es kann nicht ein einzelner Akteur allein die Malaise wieder beheben. Auch das Verhalten der Stadtverwaltung muß kritisch hinterfragt werden.
Fragen:
• Obschon die Siedlung auf dem Oberlohmannshof konzeptionell sich positiv von den Problemvierteln Bielefelds und anderer Städte abheben könnte (vergleichsweise niedrige Anzahl der Wohneinheiten pro Fläche, gemäßigte Geschosszahlen, viel Grünfläche, Anbindung an die Topographie), herrscht im Quartier Tristesse vor. Die Anmutung der Häuser und der Außenanlagen dokumentiert Desinteresse bzw. bestenfalls ein bemühtes Aufrechterhalten des Status quo mit fehlenden Mitteln.
- An den Fassaden, Fenstern etc. nagt der Zahn der Zeit. Soll das so bleiben?
- Außenanlagen, Spielplätze und Spielgeräte müssen in Form gebracht bzw. gänzlich neu aufgebaut werden. Wann?
- Passt die Infrastruktur noch (Straße, Fußwege, Parkplätze, Müllstationen)?
• Auch Menschen mit geringem Einkommen sollten von den modernen Möglichkeiten der Energieeinsparungen im häuslichen Wohnumfeld profitieren können. Gleichzeitig sollten die Wohnungen die Voraussetzung für ein gesundes Wohnen nach heutigen Standards bieten.
- Gibt es Pläne zur energetischen Sanierung der Gebäude und welchen Zustand möchte die Vonovia erreichen?
- Im Bestand werden seit Jahrzehnten verschiedene bauliche Mängel beschrieben (Feuchtigkeit, Schimmel, fehlende/r Abluft/Abzug, undichte Fenster, sanierungswürdige Treppenhäuser und Keller). Wie lautet der Ansatz der Vonovia?
• Seit vielen Jahren leidet der Oberlohmannshof unter einer sehr starken Fluktuation der Bewohner. Ein Umzug z.B. nach Baumheide wird als sozialer Aufstieg interpretiert - dies ist umso bemerkenswerter, als niemand sonst im Traum darauf kommen würde, freiwillig von Jöllenbeck nach Heepen zu ziehen.
- Sehen Sie Möglichkeiten mitzuhelfen, dass der Oberlohmannshof wieder zu einem Quartier wird, mit dem man sich positiv identifizieren kann?
- Die Stadt Bielefeld belegt eine Reihe von Wohnungen im Oberlohmannshof mit Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenszusammenhängen (geflüchtete Menschen/Familien, Obdachlose, Familien die weitgehend von der Sozialfürsorge abhängig sind, etc.). Wie hoch ist der Anteil dieser Wohnungen am Gesamtbestand? Sind diese Wohnungen über das gesamte Areal verstreut?   
Für all diese Fragen gilt übergreifend: gibt es einen Zeitrahmen, in dem die Vonovia im Quartier Oberlohmannshof (grundlegend) tätig werden will?
Abschließend: es gibt eine Arbeitsgemeinschaft Oberlohmannshof, die sich ca. alle zwei Monate zum Erfahrungsaustausch trifft. Wäre es sinnvoll, wenn ein Vertreter der Vonovia an diesen Treffen teilnimmt?
Antwort des Regionalleiters der Vonovia:
Sehr geehrter Herr Bartels,
wir bedauern, dass wir bei der Sitzung der Bezirksvertretung nicht persönlich vor Ort sein können.
Vielen Dank, dass Sie uns Gelegenheit geben, kurz zur Situation im Oberlohmannshof Stellung zu nehmen, die Sie dann verlesen können.Gerne sind wir bereit, in einer der nächsten Sitzungen noch einmal persönlich auf Fragen und Anregungen einzugehen.
Vorab schon einmal, wir erklären uns gerne bereit, uns beim Erfahrungstausch der Arbeitsgemeinschaft Oberlohmannshof zu beteiligen. Es ist immer sinnvoll, eine offene Kommunikation zu pflegen.
Wir haben großes Interesse daran, dass unsere Mieter sich wohlfühlen und die Wohnungen in gutem Zustand sind. Quartiersentwicklung ist für uns ein ganzheitlicher Prozess, bei dem alle Beteiligten abgestimmt miteinander arbeiten müssen. Aktuell haben wir für den Oberlohmannshof ein Team aufgestellt, dass sich schwerpunktmäßig um die Anliegen vor Ort kümmert. Wir sind mit unseren Mietern in Kontakt und versuchen direkt die gemeldeten Anliegen abzuarbeiten. Als nächstes wollen wir die Fassaden angehen und Graffitis entfernen, außerdem werden die Hauseingänge und Flure bearbeitet. Natürlich gehört das Wohnumfeld auch dazu. Wir sind in ständigem Dialog mit der Stadt. Es hat in der jüngsten Vergangenheit auch Gespräche mit dem Sozialdezernenten gegeben. Hier haben wir als Vonovia auch nochmal unterstrichen, dass die Stadt bei möglichen Problemen die direkte Kommunikation zu uns suchen soll.
Unsere Planungen zum Thema Modernisierung umfassen vor allem derzeit die Dezentralisierung der Heizungsanlagen. Hierfür wurden in den vergangenen Monaten neue Gasleitungen durch die Stadtwerke Bielefeld in die Gebäude gelegt. Wir bauen derzeit eigenständige versorgende Unterstationen, um uns vom alten Heiz-Haus an der Wegastr. zu befreien.
Diese werden wir in den nächsten Tagen erfolgreich abschließen.
Wir würden uns freuen, wenn wir in einem gemeinsamen Gespräch, mit allen Beteiligten uns über die verschiedenen Themen austauschen könnten.
Herr Bezirksbürgermeister Bartels berichtet abschließend, dass in der 2. November-Hälfte Gespräche zwischen der Stadt Bielefeld, der Vonovia und der Grand City Property stattfinden sollen.
Im Oberlohmannshof wird die soziale Arbeit in erster Linie von der GfS, dem CVJM und dem Verein Spielen mit Kindern getragen, es berichteten:
• Frau Ute Joachim,  GfS, Stadtteilkoordinatorin
• Frau Julia Bär, CVJM Jöllenbeck, Aufsuchende Arbeit mit jugendli-chen Geflüchteten (in ganz Jöllenbeck)
• Herr Maximilian Hoffmann, CVJM Jöllenbeck, Jugendreferent für offene Arbeit, insbes. für die offenen Treffs (in ganz Jöllenbeck)
• Herr Heinz Kirchner, GfS, Treffpunkt Oberlohmannshof
• Herr Nils Bensien, Verein Spielen mit Kindern e.V.
• Frau Nele Niederbrinkmann, GfS, seit September neben Frau Joa-chim ebenfalls in der Quartiersarbeit tätig.
Herr Kirchner berichtet, dass der Hausmeister, der im Oberlohmannshof aufgewachsen ist und über alle Vorgänge informiert war, versetzt wurde. Das wäre sehr schade, da zu ihm über viele Jahre ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis gewachsen war.
Diese Themen werden zwischen diskutiert:
• Positive Entwicklungen auf vielen Ebenen (Baustellen, Grünanla-gen, Spielplätze, Flure, Türen…)
• Einbeziehung der Grand City Property, Hausmeister der Grand City Property, Sprechstunden der Hausmeister
• Äußeres Erscheinungsbild des Stadtteils
• Begehung mit dem Bauamt
• Zuweisung von Mietern durch die Stadt Bielefeld, ständiger Wechsel der Anwohner, unzureichende Durchmischung der Anwohner (Senioren, Studenten, Behinderte etc.), Zuweisung von Problemfällen
• Ungewissheit über den Status der Geflüchteten und deren Perspektiven
• Anzahl der Wohnungen, auf die die Stadt Bielefeld zugreift
• Entwicklung einer sozialen Infrastruktur
• Öffentliche Treffpunkte
• Probleme der Arbeit im Winter (fehlende Räumlichkeiten)
• Breites Angebot für die Anwohner in vielen Bereichen (Kurse, Treffen etc.), Arbeit mit Geflüchteten Eltern und Kindern, gute Zusammenarbeit zwischen den Institutionen
• Möglichkeit zur Aufstellung und Nutzung von Containern
• INSEK – Priorisierung Jöllenbecks
• REGE-Projekt zwischen Jöllenbeck, Enger und Spenge
Herr Bezirksbürgermeister Bartels berichtet, er sei um einen Beschluss aus der Bezirksvertretung gebeten worden, dass die Stadt Bielefeld einen ersten Container für die Arbeit im Oberlohmannshof bereit stellen möge. Dies sollte noch vor Wintereinbruch erfolgen, momentan erfolgt die Arbeit u.a. aus einer Garage heraus.
- einstimmig beschlossen –
Frau Bär berichtet, dass sich die Kinder auf den beiden Spielplätzen am Oberlohmannshof Netze an den Fußballtoren wünschen. Außerdem würden sie sich Bänke für Auswechselspieler und Fitness-Geräte im Aussenbereich wünschen.
Die Bezirksvertretung beschließt, für Netze und Bänke 1.000 € aus Son-dermitteln bereit zu stellen.
– einstimmig beschlossen –
• Verwendung von Grünunterhaltungsmitteln für den Stadtbezirk Jöllenbeck im Haushaltsjahr 2017
Die sog. „kleinen Grünunterhaltungsmittel“ sollen für folgende Maßnahme verwendet werden:
Erneuerung von Sandkasteneinfassungen aus Lärchenholzbohlen auf verschiedenen Spielplätzen im Zuständigkeitsbereich der BV Jöllen-beck. Die Sandkasteneinfassungen werden aus unbehandelten Holzbohlen erstellt und müssen je nach Standort nach 8 – 12 Jahren ausgetauscht werden
– einstimmig beschlossen –
Beschlüsse aus vorangegangenen Sitzungen:
• Querungshilfe Telgenbrink
Das Amt für Verkehr teilt mit, dass die Verwaltung Kontakt zum Investor des Baugebietes Mondsteinweg hinsichtlich einer Querungshilfe an der Straße Telgenbrink aufgenommen hat. Der Investor hat sich bereit erklärt, die Kosten für eine Querungshilfe zu tragen. Nach derzeitigem Stand der Planung wird die Straße Telgenbrink optisch durch eine Markierung und eine Anordnung von Pollern eingeengt.
• Busverbindung zwischen Jöllenbeck und Werther verbessern
Abweichend zu den Schulendzeiten steht ein ausführliches Fahrplanangebot mit Verknüpfungsmöglichkeiten nach Deppendorf/Schröttinghausen und Jöllenbeck zur Verfügung. Die aufzuwendende Gesamtfahrzeit liegt bei ca. 45 Minuten und ist somit zumutbar
Eine Ausweitung des Fahrplanangebotes ist aus der Sicht der BVO nicht geplant und eine Anpassung der vorhandenen Abfahrtzeiten ist nicht notwendig, da eine zeitnahe Beförderung zu den Schulendzeiten bereits stattfindet. Der Fahrplan ist auf beide Schulangebote am Standort Werther abgestimmt.
  
Straßenfest am Dreeker Weg:
So geht Nachbarschaft
Nicht viele Jöllenbecker werden ihn kennen – den Dreeker Weg. Am nordwestlichen Ortsrand von Jöllenbeck zweigt er entlang einem kleinen Wäldchen von der Bargholzstraße Richtung Dreeke ab. Für Kinder dürfte es ein angenehmer Ort zum Spielen sein – eine reine Anliegerstraße mit einer durchaus noch überschaubaren Anzahl von Anwohnern. Hier ist Kisha Kraemer aufgewachsen. Jetzt ist sie 15 Jahre alt, dem Spielalter mehr und mehr entwachsen und beginnt, sich für ihre Nachbarn zu interessieren. Dabei musste sie feststellen, dass in den letzen Jahre viele neue Nachbarn zugezogen sind, die sie überhaupt noch nicht kannte und doch gern mal näher kennenlernen möchte. Wie schön wäre es doch – so dachte sie –, wenn sich alle, alte wie neue Nachbarn, doch mal träfen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wer die anderen so sind. Und wie könnte man das besser in die Wege leiten als mit einem großen Straßenfest.
Unterstützt von ihren Eltern und Großeltern hat Kisha dann schon im Frühjahr begonnen, Nägel mit Köpfen zu machen: Interesse und Termin erkunden, Einladungen schreiben, Hilfe organisieren, ein Programm aufstellen, Aufgaben verteilen. Und alle, die sie ansprach, waren von Ihrer Idee begeistert, haben Unterstützung zugesagt und haben sich gern einspannen lassen. Am 23. September konnte sie dann die Früchte ihrer Mühen ernten. Bereits am Vorabend kamen die Nachbarn und brachten Gartenzelte, Tische und Bänke und jede Menge Stühle. Mit behördlicher Genehmigung wurde ein Stück Straße abgesperrt, und unter der Anleitung von Kisha bereiteten viele Nachbarhände vor und bauten auf, was man für ein Fest so braucht. Am Tag drauf konnte dann eine glückliche Kisha zusammen mit ihrem Vater das erste Straßenfest am Dreeker Weg eröffnen.
So gut wie alle Nachbarn kamen zusammen, brachten Kaffee und jede Menge Kuchen mit und staunten nicht schlecht, was Kisha mit der Unterstützung vieler Nachbarn so alles auf die Beine gestellt hatte: einen Getränkestand mit Wasser, Limo, Wein und Bier vom Fass, Kuchentische, eine viele Meter lange Salattheke, auf der zahlreiche Kochkünstler(innen) eine Vielzahl kulinarischer Köstlichkeiten anboten. Einige davon zeigten deutlich, dass manche der in den letzten Jahren neu zugezogenen Anwohner durch kulturelle Bindungen zu weiter entfernten Gegenden geprägt sind: So gab es u. a. auch Lahmacun und Bigos, und ein über offenem Feuer am Spieß gebratenes Spanferkel lief den obligatorischen Grillwürstchen ein wenig den Rang ab. Die zahlreichen Kinder freuten sich über eine Bobbycar-Rennstrecke, Dosenwerfen, Malwettbewerb und eine große Torwand, während die Erwachsenen endlich mal in den vielen Tischgruppen erfahren konnten, wer ihre „neuen“ Nachbarn eigentlich sind, was sie so machen und wie sie sich so fühlen – am Dreeker Weg.
„Stoff“ zum Reden, zum Essen und zum Trinken gab es offensichtlich zur Genüge, so dass man es gut bis Mitternacht aushalten konnte. Und wem es im Verlauf des Abends dann etwas kühl wurde, der setzte sich ans offene Feuer, das auch noch unterhalten wurde, nachdem das Spanferkel restlos verspeist war. Mit der Hoffnung, dass dieses erste Straßenfest am Dreeker Weg nicht auch das letzte war, begab man sich dann best gelaunt wieder hinter die eigene Haustür. Und wer am Abend der Kisha in die Augen schaute, der konnte spüren, dass da durchaus Lust auf mehr aufkeimte. Die Nachbarn fänden’s gut, denn dieses erste Mal hat auch bei ihnen die Lust auf mehr geweckt, und alle sagen: danke Kisha!
  
Stadtteilbibliothek Jöllenbeck
blind date mit einem Buch
Eine Idee schwappt hinüber nach Jöllenbeck: neutral verpackte Bücher warten auf neugierige und dem Reiz des Unbekannten aufgeschlossene Leser*innen. Lediglich einzelne Stichworte auf dem Einwickelpapier verraten ein wenig, wohin die Lesereise gehen wird – Roman, Krimi, Zeitgeschehen, wann und wo die Story spielt.
Wenn Sie gerne Geschenke auspacken, dabei die Spannung und Vorfreude auf den unbekannten Inhalt lieben, dann sind Sie genau der richtige Kandidat für das blind date mit einem Buch.
Mit nur 2,-€ sind Sie dabei. Die Aktion startet jetzt!
„Wir haben von dieser Idee gehört und spontan begonnen, sie hier in der Stadtteilbibliothek umzusetzen. Die Bücher, überwiegend gebundene Exemplare, sind von den ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen gespendet worden. Keine alten Schinken, sondern aktueller Lesestoff“, erläutert Agnes Rottmann die Herkunft der Bücher. Ihre Kollegin Frau Krammenschneider ergänzt: „Das ist jetzt erst einmal ein Test, wir wollen sehen, wie die Idee in Jöllenbeck ankommt.“
Der Erlös geht zu 100% an den Förderverein, der damit Neuanschaffungen finanziert. Für das blind date ist ein Regal in der Stadtteilbibliothek reserviert. „Nachschub ist ausreichend vorhanden, da ist uns nicht bange,“ versichern beide unisono.
Wussten Sie übrigens, dass die Stadtteilbibliothek in Jöllenbeck komplett ehrenamtlich betrieben wird? Jedes Jahr werden weit über 30.000 Buchausleihen bearbeitet und neben dem Sichtbestand aus etwa 9.000 Titeln in der Amtsstraße können Sie jedes Buch aus der Stadtbibliothek im Amerika-Haus bequem von dort aus bestellen, es wird dann angeliefert. Auch Filme und Hörbücher warten auf Sie. Zudem veranstaltet die Stadtbibliothek einmal im Jahr einen Vorlesewettbewerb für Grundschüler und Führungen für Gruppen aus Kitas und Grundschulen.
Für dieses ehrenamtliche Engagement an alle Mitarbeiter*innen herzlichen Dank!
Das Team öffnet die Stadtteilbibliothek dienstags, mittwochs, freitags und am Sonnabend von 10 bis 13.00 Uhr, von Dienstag bis Freitag auch nachmittags von 15 bis 18.00 Uhr.
Wann planen Sie Ihr erstes blind date mit einem Buch?
  
27. Sitzung der Bezirksvertretung am 14.09.2017
Vor Beginn der Sitzung erinnert Bezirksbürgermeister MIke Bartels mit einem Nachruf an den verstorbenen langjährigen Bezirksvorsteher Günter Tiemann
Außer der Reihe:
• Frau Brinkmann (SPD) beantragt, den Antrag des Mädchenhauses über einen Zuschuss aus Sondermitteln in Höhe von 400,-Euro heute zu beraten, da es um eine Aktion in den Herbstferien geht.
– einstimmig beschlossen –
Anfragen:
• Anfrage des Vertreters der FDP: Erweiterung des Gewerbegebietes nördlich des Telgenbrinks
Bei der Analyse der Gewerbeflächen im Stadtgebiet wurden in einer dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe unter Beteiligung der WEGE mbH und des Fachgutachters alle bislang unge-nutzten Gewerbeereiche bewertet, welche im Flächennutzungsplan nicht bereits als Baufläche dargestellt sind. Im Ergebnis wurde der betreffenden Fläche nördlich des Gewerbegebietes Eickelnbreede eine gute gewerbliche Perspektive attestiert.
Aufgrund von entgegenstehenden Belangen u.a. aus dem Bereich Landschaftsschutz sowie Landschaftsbild/Erholung besteht jedoch aus Sicht der Arbeitsgruppe insgesamt keine Eignung für eine siedlungsbezogene und städtebauliche Entwicklung. Daher soll auf eine perspektivische Umwandlung in einen Freiraum- und Agrarbereich im Regionalplan hingewirkt werden.
• Anfrage des Vertreters der FDP zum Massentumult in Jöllenbeck: Ist der Polizei ein Drogenhandel am Oberlohmannshof bekannt?
Antwort des Polizeipräsidiums: Auch wenn in dem genannten Presseartikel vom 24.08.2017 in der NW „von aktiven Drogendealern mit Migrationshintergrund am Oberlohmannshof“ gesprochen wird, hat eine statistische Auswertung ergeben, dass eine auffällige Häufung von BfM-Delikten im Bereich Oberlohmannshof und den angrenzenden Straßen nicht feststellbar ist.
• Anfrage der CDU-Fraktion: Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich eines Nachfolgers für den ehemaligen Combi Markt in Bielefeld-Vilsendorf?
Hierzu teilt Herr Bezirksbürgermeister Bartels folgendes mit:
Die am Prozess beteiligten Parteien, die Bünting-Unternehmensgruppe und der Eigentümer der Immobilie, haben inzwischen einen Gesprächstermin vereinbart. Herr Tenhausen ist zuversichtlich, dass es in den nächsten 4–6 Wochen zu einer Einigung kommt. Er sieht eine Umsetzung des Konzepts bis Ende November machbar. Kooperationspartner sind die Bäckerei Rolf und REWE.
• Anfrage der CDU-Fraktion: Warum verzögert sich die Wiedereröffnung des Gastronomiebetriebes (ehemals Michelangelo) an der Dorfstraße in Bielefeld-Jöllenbeck?
Erste Vorgespräche mit Hinweis auf die erforderliche denkmalgerechte Renovierung sind im März 2017 zusammen mit Frau Burgsmüller  geführt worden: Umbau, Renovierung der Gaststube, Anbau einer neuen WC-Anlage, Außengrill
Da es sich um die Veränderung eines Denkmals handelt, ist die Renovierung mit Frau Burgsmüller abzustimmen. Die Gaststube selber wird nicht vergrößert, es handelt sich um eine Renovierung. Ein zusätzliches Trockenlager, Sozialraum und eine neue WC-Anlage werden angebaut, eine genehmigte Wohnung geringfügig verändert.
• Anfrage der CDU-Fraktion: Hat die Stadt die Miete der für Sozialarbeit angemieteten Wohnung im Oberlohmannshof gekürzt, weil wegen der Verunreinigung mit Ungeziefer diese zu großen Teilen nicht nutzbar ist?
In der Vergangenheit hat die Verwaltung mehrfach auf Mängel in dem von der Vonovia (und Voreigentümer) überlassenen Wohnraum im Quartier Oberlohmannshof reagieren müssen. Zumeist wurden Mängel, die seitens der Verwaltung gemeldet wurden, vom Eigentümer beseitigt. Dort, wo dies nicht geschah und die Wohnung in einem unbewohnbaren Zustand war, wurde die Nutzung der Wohnung aufgegeben und an den Eigentümer zurückgegeben.
Das Gebäude Oberlohmannshof 26 wurde 2016 nach einem gravierenden Wasserschaden durch den Eigentümer wieder in Stand gesetzt. Zu Jahresanfang wurde die Nutzung in der angesprochenen Wohnung als Büro aufgenommen. Nach kurzer Zeit entwickelt sich an alter Stelle ein erneuter Schimmelbefall. Zudem entstand auch eine Belastung durch Schädlingsbefall. Bislang ist es nicht gelungen, diese Schäden zu beheben.
Eine Mietminderung kommt in diesem Fall nicht in Betracht, weil die Wohnung im Einvernehmen mit dem Eigentümer nicht auf mietrechtlicher Basis genutzt wird. Vonovia hat angekündigt, den Schaden in Kürze zu beseitigen. Wenn dies nicht passieren sollte, wird diese Wohnung an Vonovia zurückgegeben.
Anträge:
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke: Umwandlung der Straße Loheide in eine verkehrsberuhigte Zone.
– einstimmig beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke: Bauliche Entwicklung für das Gebiet im Hintergelände Vilsendorfer Straße/Liebfrauenweg/Jöllesiek/Wegeverbindung zur Straße Am Waldschlößchen
1. Die BZV spricht sich grundsätzlich für die Möglichkeit einer städtebaulichen Entwicklung der Fläche für das Gebiet im Hintergelände Vilsendorfer Straße/Liebfrauenweg/Jöllesiek/ Wegeverbindung zur Straße am Waldschlösschen aus.
2. Um ein überzeugendes städtebauliches Konzept zu erhalten, setzt diese Bereitschaft zur Entwicklung der Fläche zwingend ein konkur-rierendes Verfahren voraus, in dem insbesondere folgende Aspekte berücksichtigt werden.
a) Verträgliche Verkehrsanbindung an das vorhandene Straßennetz
b) Großzügig bemessener Schutz des Jöllesieks und Erhalt und Entwicklung vorhandener Wegebeziehungen
c) Mischung von unterschiedlichen Haustypen: Einzel-/Reihenhäuser
d) Berücksichtigung des Ratsbeschlusses zur Schaffung von preis-günstigem Wohnraum
e) Untersuchung der Möglichkeiten zur dezentralen Energieversor-gung des Gebiets (KWK-Anlage pp)
f) Berücksichtigung erforderlicher Gemeinbedarfsflächen (KiTa)
nach Umwandlung in einen Prüfauftrag.
– einstimmig beschlossen –
Weitere Tagesordnungspunkte:
• Wohnen südöstlich Wöhrmannsfeld/Siekmannsfeld
Der Aufstellungsbeschluss wird
– einstimmig beschlossen –
• Zwischenbericht zu den im Rahmen des Handlungskonzeptes zur Aufnahme von Flüchtlingen geförderten Maßnahmen
Nach eingehender Diskussion fasst die Bezirksvertretung folgenden Beschluss:
Die Bezirksvertretung Jöllenbeck beantragt, in der nächsten Sitzung die Vertreter der GfS als auch des CVJM einzuladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, die Jugendarbeit und die Arbeit mit Flüchtlingen vorzustellen und über deren Erfahrungen zu berichten. Ebenso ist der für den Oberlohmannshof zuständige Mitarbeiter der Vonovia einzuladen.
– einstimmig beschlossen –
• Neuer Kita-Standort an der Eickumerstraße
Herr Nürnberger erläutert die Informationsvorlage. Probleme gibt es in Jöllenbeck nicht. Die Planung für die Kita am Oberlohmannshof muss schnellstmöglich umgesetzt und mit dem Bau begonnen werden. Der Eröffnungstermin zum Kita-Jahr 2017/18 ist sehr kurzfristig.
Es gibt hierzu eine Auseinandersetzung darüber, ob die Veröffentlichung der Pläne bei einer Veranstaltung der SPD rechtens war (die CDU wirft dem Bezirksbürgermeister vor, Informationen aus dem nicht-öffentlichen Teil publik gemacht zu haben). Herr Bartels entgegnet, dass er die Pläne von dem Investor eigens für diese Veranstaltung mit dem ausdrücklichen Wunsch der öffentlichen Diskussion erhalten hätte. Frau Mosig (Bauamt) fügt hinzu, dass für den fraglichen Bereich seit Jahrzehnten ein rechtskräftiger B-Plan bestehe, über den man sicherlich öffentlich diskutieren könne.
Beschlüsse aus vorangegangenen Sitzungen:
• Kunstrasen im Naturstadion
Die Nutzungsdauer des bisherigen Belages liegt im Vergleich zum durchschnittlichen Lebenszyklus im oberen Bereich. Es ist positiv zu bewerten, dass der Kunstrasen bei einer derart intensiven Nutzung und hohen Belastung nunmehr erst nach 15 Jahren ausgetauscht werden muss.
  
Ort der Kultur
Viele Jöllenbecker wissen es schon lange: die Jürmker Bücherstube ist ein ausgezeichneter Ort der Kultur. Das hat das Team um Hartwig Bögeholz jetzt auch schwarz auf weiß: als solcher wurde die Buchhandlung in der Amtsstraße in einem bundesweiten Wettbewerb anlässlich der Vergabe des dritten Deutschen Buchhandlungspreises in die Kategorie der hervorragenden Buchhandlungen aufgenommen.
Beworben hatten sich gut 500 Buchhandlungen mit ihrem jeweiligen individuellen Profil. Hartwig Bögeholz ist überzeugt, dass neben der Sortimentsauswahl und der Qualität der persönlichen Beratung insbesondere die zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und das Engagement vor Ort den Ausschlag gegeben haben. So veranstaltet die Jürmker Bücherstube seit Jahren sehr gut besuchte Autorenlesungen. Im kleineren Rahmen z.B. mit den Lippe-Krimis oder gerade erst mit der Bielefelder Autorin Heike Rommel. Andere eingeladene Autoren, wie z.B. Henning Scherf oder Wolf Biermann füllten mühelos die Aula der Realschule oder gar die Oetker-Halle. Weniger bekannt ist, dass die Jürmker Bücherstube aktiv die Leseförderung in den Jöllenbecker Schulen unterstützt, in dem sie sich an den Kosten der unter Schülern ungemein populären Buchvorstellungen der Berlinerin Tina Kemnitz beteiligt, die jedes Jahr im Spätherbst stattfinden.
Laut Hartwig Bögeholz steht die Branche vor einer ungewissen Zukunft. Er ist sich sicher, dass nur diejenigen Buchhandlungen überleben werden, die neue Wege suchen und sich stets weiterentwickeln, neue Themen und Impulse suchen. Die größte Herausforderung sieht die Jürmker Bücherstube darin, die Jugend für das Buch zu gewinnen.
Zwar wird man nächstes Jahr das 25-jährige Jubiläum feiern, aber die Frage will immer wieder beantwortet werden: braucht Jöllenbeck eine Buchhandlung?
Hartwig Bögeholz und das Team der Jürmker (auf dem Foto Dagmar Dopheide) Bücherstube lassen durch ihre lokale Eingebundenheit mit der gleichzeitigen kulturellen Bereicherung des Stadtteils eigentlich nur eine Antwort zu: Ja!
  
26. Sitzung der Bezirksvertretung am 22.06.2017
Anfragen:
• Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Ist es möglich, die Außenfassade des ZAK Jöllenbeck als freie Graffitifläche  zur Verfügung zu stellen?
Eine detaillierte Antwort stand noch aus, insgesamt sieht der ISB die Sache positiv.
• Anfrage der CDU-Fraktion: Wann erfolgt die Vorstellung des Begrünungskonzeptes des neuen sozialen Wohnungsbaus an der Dorfstraße?
Nach Prüfung liegt die Beantwortung der Anfrage nicht in der Zuständigkeit des Umweltbetriebes, da es sich bei dem Bauvorhaben um ein Projekt in der Zuständigkeit der SOLION handelt.
Aufbauend auf die sog. „Basic-Gestaltung“ der Aussenbereiche können diese den Wünschen der BV-Jöllenbeck entsprechend gestalterisch an die Vorschläge der BZV für die Straßenbegleitbegrünung der Dorfstraße angelehnt werden.
• Anfrage der CDU-Fraktion: Wann erfolgt die Abrechnung des Hochboards vor dem Eingang der Realschule?
Stefan Meyer vom Umweltbetrieb erläuterte ausführlich die bei der Umsetzung aufgetretenen Probleme und stellt die abschließende Abrechnung vor.
• Anfrage der SPD-Fraktion: Die Pflasterung des Bürgersteiges an der Südseite der Dorfstraße zwischen Bäckerei Böndel und Dorfapotheke ist schadhaft. Sind die Schäden der Verwaltung bekannt und ist eine Ausbesserung geplant?
Das Amt für Verkehr teilt dazu mit: Die Flächen vor der Apotheke und der Bäckerei wurden als „gefahrlos benutzbar“ eingeschätzt. Sie sind nicht neu und schön, haben Gebrauchsspuren, haben aber keine hochstehenden Kanten >2 cm, von denen eine Stolpergefahr ausgehen könnte.
Anträge:
• Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine mobile Geschwindigkeitsüberwachungsanlage in der Amtsstraße zu installieren.
– einstimmig beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, eine Überquerungshilfe auf der Straße Telgenbrink  zu errichten. Frau Brinkmann (SPD) erläutert den Antrag. In einem Gespräch hat der Investor bestätigt, dass er eine Art Querungshilfe finanziell ermöglichen will .
Herr vom Braucke (FDP) erinnert in diesem Zusammenhang an frühere Diskussionen. Ein zu starke Verengung ist aufgrund des Schwerlastverkehres wahrscheinlich nicht möglich.
– einstimmig beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, die Straßenbaulast für die Jöllenbecker Straße entlang des geplanten neuen Baugebietes Neulandstraße von Straßen-NRW auf die Stadt Bielefeld zu übertragen. Frau Brinkmann (SPD) erläutert den Antrag, mit dem die verkehrliche Erschließung des neuen Baugebietes verbessert und die Lärmbelastung verringert werden soll.
Nach eingehender Diskussion
– einstimmig beschlossen –
• Antrag der SPD-Fraktion die Busverbindung zwischen Jöllenbeck und Werther zu verbessern. Frau Brinkmann (SPD) begründet den Antrag. Nach kurzer Diskussion einigt man sich auf einen geänderten Beschlusstext. Nicht die Anzahl der Busverbindungen soll erhöht, sondern die Abfahrtzeiten den Schulstunden besser angepasst werden.
– einstimmig beschlossen –
Weitere Tagesordnungspunkte:
• Neuaufstellung B-Plan „Peppmeierssiek“
Hierzu wird durch den Bezirksbürgermeister Bartels die Sitzung unterbrochen, um den Anwohnern Gelegenheit für Fragen zu geben. Die angesprochenen Themen:
• Baustellenverkehr
• Sicherheit für Fuß- und Radverkehr
• Straßenschäden, Bauzeit, Baubedarf, Entwässerung
• Anzahl Wohneinheiten
• Unstimmigkeiten in der Beschlussvorlage und deren Anlagen
• Fahrkosten für schulpflichtige Kinder
Frau Brinkmann (SPD) stellt fest, dass eine Gefährdung von Fußgängern/Kindern und Radfahrern bei der Einrichtung der Baustellenstraße ausgeschlossen werden muss.
Zu einzelnen Punkten können die anwesenden Mitarbeiter des Bauamtes Auskunft geben. Die Unstimmigkeiten und insbesondere die angesprochene Anzahl der Wohneinheiten werden geklärt.
Der Entwurfsbeschluss wird
– einstimmig beschlossen –
• Erst- und Neuaufstellung des Bebauungsplanes „Wohnen am Mondsteinweg Ecke Malachitstraße“
Zu diesem Thema hatte es bereits im Vorfeld intensive Gespräche mit dem Investor und dem Bauamt gegeben.
Daher war die Diskussion kurz und der Entwurfsbeschluss wird
– einstimmig beschlossen –
• Ausbaustandard Jöllenbecker Straße zwischen Dorfstraße und Im Langen Siek – 2. Lesung
Die Bezirksvertreter hatten sich mit Herrn Hovermann und Frau Luer vom Amt für Verkehr im Vorfeld zu einem Ortstermin getroffen. Nochmals angesprochen wurden:
• Einengung der Fahrbahnen am Knotenpunkt Amtsstraße/Jöllenbecker Straße/Waldstraße
• Staubildung in der Amtsstraße (Ampelphasen aus Richtung Amtsstraße möglichst verlängern)
• Mangelnde Sicherheit von Fahrradfahrern auf Schutzstreifen
• Erfahrungen aus dem Knotenpunkt Beckendorfstraße/Spenger Straße/Dorfstraße/Jöllenbecker Straße nicht eingebracht
Im Rahmen der Diskussion formuliert die Bezirksvertretung einen gemeinsamen Antrag:
Die Bezirksvertretung Jöllenbeck fordert die Verwaltung auf, gemeinsam mit moBiel ein neues Buswartehäuschen an der Haltestelle „Jöllenbeck-Dorf“ in Fahrtrichtung Norden zu errichten und in die Prioritätenliste aufzunehmen
Falls dies zeitlich nicht im Zuge der Neugestaltung der Jöllenbecker Straße möglich ist, fordert die Bezirksvertretung die Verwaltung auf, das alte Buswartehäuschen an der Straße Im Langen Siek an die Haltestelle Jöllenbeck Dorf umzusetzen.
– einstimmig beschlossen –
Anschließend wird die Vorlage der Verwaltung positiv beschieden und an den Stadtentwicklungsausschuß überwiesen.
Mit Mehrheit beschlossen
– 10 : 1 : 2 –
• Stand Breitbandausbau in der Stadt Bielefeld
Herr Hellermann erläutert die Vorlage anhand einer Präsentation ausführlich und geht dabei u.a. auf folgende Themen ein:
• Förderung/Fördermittelantrag, Aufgreifschwellen
• Förder- und Ausbaugebiete
• Unterversorgte Gebiete im Sinne der Förderbestimmungen
• Wirtschaftlichkeit, Investitionsvolumen, Zeitplan
• Technik
• Stadtteil Jöllenbeck
Die Bezirksvertretung nimmt Kenntnis
• Programm der Volkshochschule - Nebenstelle Jöllenbeck - Studienjahr 2017/2018
Frau Bölling-Giesecke, die Leiterin der Volkshochschule,  erläutert die Vorlage und stellt das neue Programm ausführlich vor.
Frau Brinkmann (SPD) fragt, ob Räume in der Hauptschule Jöllenbeck genutzt werden können. Das ist derzeit lt. Herrn Bezirksamtsleiter Hansen aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Möglicherweise ändert sich die Sachlage, je weiter die Abwicklung der Hauptschule voran schreitet.
Herr Jung (CDU) schlägt vor, Herrn Dr. Witthaus um eine entsprechende Anweisung zu ersuchen.
Lt. Frau Bölling-Giesecke besteht das Raumproblem am Vormittag.
Herr Hansen regt eine entsprechende Initiative für das nächste Programm an.
Die Beschlussvorlage der Verwaltung wird
– einstimmig beschlossen –
• Beratung des Haushaltsplanentwurfs und des Stellenplanent-wurfs 2018 für das Bezirksamt Jöllenbeck, Beratung des Bezirksbudgets für den Stadtbezirk Jöllenbeck
Eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe hatte in einer gemeinsamen Sitzung strittige Punkte mit der stellvertretenden Bezirksamtsleiterin Frau Strobel klären können.
Nach kurzer Diskussion
– einstimmig beschlossen –
Beschlüsse aus vorangegangenen Sitzungen:
• Parkplatz am Obersee
Die Discgolf-Anlage sei nur zeitgleich mit den Parkplätzen in Betrieb zu nehmen, daher wurde die Verwaltung gebeten, die Ausschreibung vor die Beratung im AfUK zu ziehen und sofort umzusetzen.
Dies ist am 24.5./20.6. erfolgt.
Herr vom Braucke (FDP) und Frau Brinkmann (SPD) erinnern daran, dass Herr Buschmeier vom Umweltbetrieb sich eine größere Anzahl von zusätzlichen Parkplätzen vorstellen konnte. Dies muss im kommenden Wirtschaftsplan des Umweltbetriebes berücksichtigt werden
• Querung an der Deliusstraße
Eigentlich sollte im April hierzu ein Ortstermin stattfinden, dieser ist bislang nicht anberaumt worden.
Neuer Vorschlag: 12. Juli 2017, 17 Uhr
• Außer der Reihe:
Herr Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen berichtet, dass die Gedenktafel „Wertheimer“ beschädigt wurde. Sie muss ersetzt werden. Nach Rücksprache mit dem Heimatverein Jöllenbeck hat die Tafel bei ihrer Erstaufstellung 350 € zuzüglich Montage gekostet. Herr Heinrich bittet darum, hierfür 400 € aus Sondermitteln bereit zu stellen.
– einstimmig beschlossen –
  
Wohngruppe im Orchideenquartier
Pflege in Puschenentfernung
Vor einem halben Jahr berichtete der Blickpunkt über das im entstehen befindliche Wohnprojekt des DRK in der Orchideenstraße in Vilsendorf. In zwei Wohngruppen werden je neun Plätze für Menschen mit dementieller Erkrankung angeboten. Eine Wohngruppe wird dabei von der Stadt gefördert, die andere wird frei finanziert. Aktuell ist die letztere noch nicht komplett belegt, sie ist aber auch später bezugsfertig gewesen.
Michael Beimdiek (DRK Geschäftsführer Soziale Dienste OWL gGmbH), erläutert das Wohnkonzept, das ein Mittelding zwischen ambulanter und stationärer Versorgung ist: „Für einen Investor, der Wohnraum schaffen möchte, sind solche Wohngruppen eigentlich völlig unattraktiv. Nur indem wir langfristig die Belegung der Wohngruppen organisieren, kann die Miete gesichert werden. Wir können auch auf Notfälle reagieren, die sonst durch die langen Vorlaufzeiten im betreuten Wohnen schnell zu einem Problem werden können. Dies geht in Teilbereichen auch mit einer Vorfinanzierung einher. Hier kommt das Engagement der Stadt und der Stiftungen ins Spiel, ohne deren Einsatz so ein Projekt für einen gemeinnützigen Träger nicht darstellbar wäre, denn die rein ambulante pflegerische Versorgung wird nicht gefördert.“
Aus Sicht der Stadt wiegen die Vorteile dieser Idee so schwer, dass ein Förderkonzept entwickelt wurde, mit dem die gemeinnützigen Träger „rechnen“ können. Ein Vorteil ist unbestreitbar die soziale Komponente, da hier Plätze in der Wohngruppe unabhängig von Rente bzw. Einkommen angeboten werden. Ein weiterer ist der willkommene Nebeneffekt, dass durch ständige Präsenz in dem Pflegestützpunkt auch die Versorgungssicherheit im Quartier verbessert wird. Günther Garbrecht: „Pflege am Menschen in Puschenentfernung!“ Dazu Sozialdezernent Ingo Nürnberger: „Wir stellen fest, die stationäre Betreuung wird weniger nachgefragt, obwohl die Fallzahlen steigen, wir gehen von etwa 1.300 Personen im Stadtgebiet aus, bei einer jährlichen Steigerungsrate von fast 5%. Der ambulante Weg wird allgemein als menschlicher angesehen und folgt eher dem Wunsch der Betroffenen. Daher wollen wir noch einen Schritt weitergehen und die aufsuchende Dienstleistung als Unterstützung bei der Pflege in der Familie fördern. Unser Dezernat plant hier eine neue initiative.“
„Das Bielefeld so auf die ambulante Versorgung setzt, ist vorbildhaft,“ kommentiert Gunther Garbrecht, „ja, es ist ein bundesweites Leuchturmprojekt. Bielefeld entwickelt eine bunte Vielfalt an Konzepten, generationenübergreifend die demografische Herausforderung zu bewältigen. Da können wir durchaus auch mal stolz drauf sein!“ Und weiter: „Eine stationäre Betreuung ist selbstverständlich wichtig, aber eben nicht allein seligmachend.“
Das Wohnprojekt des DRK in der Orchideenstraße ist von der Stiftung Wohlfahrtspflege und von der Westdeutschen Lotterie mit zusammen knapp 70.000,- € unterstützt worden. Georg Fortmeier, Abgeordneter im Landtag NRW, betont daher die Bedeutung dieser beiden Stiftungen: „In die Stiftung Wohlfahrtspflege fließen die Erlöse der Spielbanken in Nordrhein-Westfalen. Das ist auf diese Weise nur hier in NRW so geregelt. Es ist eine parlamentarische Stiftung unter demokratischer Kontrolle und sie hat seit ihrer Gründung 800 Millionen Euro in unserem Bundesland ausgeschüttet. Das Wohnprojekt hier wurde mit 40.000,- € bedacht.“ Auch Stiftungsmittel der Glücksspirale und der Fernsehlotterie konnten eingeworben werden.
Frau Mhethawi, die stellvertretende Pflegedienstleiterin, gibt zu Bedenken, dass die durchschnittliche Verweildauer in den Wohngruppen beginnend mit dem Pflegegrad 1 etwa fünf Jahre beträgt: „Daher ist es sehr bedeutsam, wenn die Menschen, die bei uns einziehen, möglichst Möbel und andere Gegenstände aus ihrer alten Wohnung mitbringen. Wir kalkulieren mit 50 m² pro Person. Stellmöglichkeiten für Möbel gibt es nicht nur in dem jeweiligen eigenen Raum, sondern auch an anderen Stellen in der Wohnung. Für Angehörige, die über Nacht bleiben wollen, steht ein Gästezimmer zur Verfügung. Pro Wohngruppe haben wir ein festes Team von 12 Mitarbeiterinnen, die bei uns fest angestellt sind. So können wir auch im Krankheitsfall einen raschen Ausgleich zwischen verschiedenen Wohnprojekten realisieren.“
Historisch betrachtet ist TeutoCare, der Pflegedienst des DRK übrigens von Jöllenbecker Hausärzten ins Leben gerufen worden.
Auszubildende und Praktikanten werden immer gesucht: Telefon 05206 / 54 80
  
Mädchenwohnen Hannah
Wir fühlen uns hier richtig wohl und willkommen!
Nina Schwaneberg (Foto rechts), die pädagogische Leiterin der neuen Mädchenwohngruppe Hannah in Vilsendorf freut sich sichtlich über den gelungenen Start. Nachdem Pastor Cremer in den Ruhestand gewechselt ist, stand das ehem. Pastorenhaus eine zeitlang leer und die Kirchengemeinde diskutierte verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Herausgekommen ist die Vermietung an den Verein Mädchenhaus Bielefeld e.V., der jetzt hier nach Linah die zweite Mädchenwohngruppe einrichten konnte.
Fünf junge Frauen im Alter von 16 bis 21 jahren finden in dem hellen, freundlichen Haus ihr jeweils eigenes Zimmer und dazu hübsche gemeinsam genutzte Räume – Wohn- und Esszimmer, Küche und Bad. Nicht zu vergessen: Terrasse und ein dicht bewachsener Garten.
„Alle Mädchen, die hier ankommen, haben das Ziel, in ihrer eigenen Wohnung zu wohnen. Der Weg dahin kann unterschiedlich weit sein. Hannah ist eine Verselbständigungs-Wohngruppe. Jedes Mädchen hat ihr eigenes Budget für Lebensmittel, Kleidung und Hygiene plus ein Taschengeld. Diese Beträge werden in bar ausgezahlt oder, wenn die Kompetenz entsprechend verstetigt ist, auf das eigene Girokonto überwiesen. Das bedeutet, jedes Mädchen muss lernen, für sich einzukaufen, Essen zuzubereiten, den eigenen Alltag zu organisieren. Dadurch, dass wir hier ein wenig ab vom Schuß wohnen, braucht es noch etwas mehr Planung, denn gleich nebenan kann man gerade noch Brot kaufen, für alles andere müssen sie bis Jöllenbeck, Brake oder Schildesche fahren. Die Mitarbeiterinnen helfen den Mädchen, Strategien zu erlernen und einzuüben. Es gibt regelmäßige Gespräche, einzeln oder in der Gruppe, klare Zielvereinbarungen. Und es gibt feste Regeln hier im Haus: pünktlich zu Hause sein, Besuch anmelden, bestimmte Arbeiten übernehmen, Putzdienste, Gartenarbeit,“ erläutert Nina Schwaneberg die Situation.
Jetzt, kurz nach der Eröffnung, wohnen schon drei Mädchen in Hannah, eine vierte kommt in Kürze, „und im Herbst sind wir dann voll belegt“, ist sich die Leiterin sicher. Nachmittags und in der Nacht ist immer eine Mitarbeiterin im Haus. Während der Nachtdienst von Studentinnen übernommen wird, sind die fünf Mitarbeiterinnen  der Tagdienste ausgebildete Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen oder Sozialarbeiterinnen. Nochmal Nina Schwaneberg: „Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, der wir uns hier stellen. Jeweils eine Mitarbeiterin kümmert sich um je ein Mädchen besonders intensiv, baut eine spezielle Beziehung auf, die oft weit über den Aufenthalt bei uns hinaus anhält. Es geht um emotionale Hilfe, um ein wirkliches Zuhause. Bei vielen Mädchen kommt der Wunsch auf, einen Schulabschluss nachzumachen, z.B. in der Abendrealschule. Diese Wünsche unterstützen wir nach Kräften. Die Gruppe hier in Hannah muss sich erst noch finden. Gemeinsam werden schon Einkäufe erledigt, Ausflüge und Freizeit geplant. Sobald wir vollzählig sind, möchten wir auch regionale Angebote wahrnehmen.“
Fünf junge Frauen erlernen in Vilsendorf ihren Alltag selbständig zu gestalten. Die unmittelbare Hilfe organisiert der Verein Mädchenhaus Bielefeld e.V.. Sie können auch helfen, zum Beispiel durch Sachspenden (bitte vorher anrufen: 0521 / 17 88 13), durch eine Fördermitgliedschaft, durch Spenden (Spendenkonto Förderverein Mädchenhaus Bielefeld e.V., Sparkasse Bielefeld, IBAN DE20 4805 0161 0047 0032 15). Oder, wenn Sie eine kleine, bezahlbare Wohnung vermieten können, damit der Wunsch der jungen Frauen aus Hannah Realität werden kann.
  
Richtfest an der Dorfstraße
Im Zeitplan. Der Neubau des Mehrfamilienhauses an der Dorfstraße nimmt Gestalt an. Zwar ist die Aussenfassade noch nicht ganz fertiggestellt, sogar die Farbe stehe noch nicht fest, erklärte der Architekt
Markus Bergedieck – dennoch kursieren inzwischen viele Aussagen von Jöllenbecker Bürgern, die dem Haus attestieren, es „sähe eigentlich gar nicht schlecht aus“. Das typische ostwestfälische Lob.
Von außen modern gestaltet, übrigens auch mit Balkonen und innen mit aktueller Technik ausgestattet (Wärmepumpe für die Grundlast, Gasbrennwert-Technik für die Spitzen, Durchlauferhitzer für das warme Wasser) wird das Gebäude laut Nils Twelmeier rechtzeitig fertig. Der geplante Bezugstermin lautet Januar 2018.
Auf knapp 950 m² Wohnfläche werden dreizehn Wohnungen mit Größen zwischen etwa 45 und 80 m² entstehen. Die NRW-Bank fördert das Projekt, das von der städtischen Tochter Solion realisiert wird, Kostenumfang gut 1,8 Millionen Euro.
Bezirksbürgermeister Mike Bartels wies in einer kurzen Ansprache noch einmal daraufhin, dass im Winter 2015/2016 die Verwaltungsspitzen der Stadt unter Umgehung der formal korrekten Entscheidungswege jene zehn Bauprojekte für den sozialen Wohnungsbau im Stadtgebiet im Hauruckverfahren durchsetzen wollten. Gerade die sich anschließenden Diskussionen in Jöllenbeck hätten seiner Meinung nach jedoch gezeigt, dass die Menschen und ihre politischen Vertreter hier vor Ort durchaus in der Lage sind, verschiedene Interessen gegeneinander abzuwägen und gemeinsam zu vernünftigen Entscheidungen zu kommen. Die Missachtung bezirklicher Meinungsbildungsprozesse wäre unnötig und kontraproduktiv. Für Jöllenbeck spreche auch, dass dieses Haus in absehbarer Zeit bezogen werden könne, während man in anderen Bezirken über die Phase des „runden Tisches“ noch nicht hinausgekommen sei. „Das Haus passt gut hierhin“, meinte Mike Bartels.
  
25. Sitzung der Bezirksvertretung am 18.05.2017
Die Fragestunde für Einwohner des Stadtbezirks war kurz, Fragen zur Kindermanns Heide konnten beantwortet werden, inzwischen ist die Geschichte über dieses Problem bereits hinweggegangen.
Mitteilungen der Verwaltung:
• Hinsichtlich der möglichen Bennenung der neuen Planstraße im Baugebiet Loheide hat sich Frau Meyer zu Altenschildesche nach Rücksprache mit dem Bezirksbürgermeister Bartels mit einer ausführlichen Stellungnahme an das Bezirksamt gewandt. DIese Darstellung wurde an alle Bezirksvertreter verteilt. Siehe auch extra Beitrag unten.
Anfragen:
• Anfrage der SPD-Fraktion: Wie sind die 25% Sozialwohnungen laut Ratsbeschluss zu rechen, welche Größe sollen sie haben?
Zur langfristigen Sicherung von bezahlbarem Mietwohnungsraum soll in allen Bebauungsplänen „künftig grundsätzlich ein Viertel der vorgesehenen Wohneinheiten im Rahmen des öffentlich geförderten sozialen Mietwohnungsbaus mit langfristiger Mietbindung vorgesehen werden. Diese sollen nach Möglichkeit in mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern realisiert werden.“
Die Quote errechnet sich allein anhand der geplanten Neubauten.
Im B-Planverfahren erfolgt eine Kalkulation der voraussichtlich zu erwartenden, neu zu schaffenden Wohneinheiten, daraus ergibt sich  25 %-Quote für Wohnungen, die im öffentlich geförderten sozialen Mietwohnungsbau zu errichten sind. Die Miet- und Belegungsbindungsfrist für den öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau beträgt wahlweise 20 oder 25 Jahre.
Laut Runderlass vom 19. Januar des Jahres sind Grundriss und Wohnqualität wie folgt definiert: Der Wohnungsgrundriss soll zur Wohnraumversorgung wechselnder Nutzergruppen geeignet, von guter Wohnqualität und wohntechnisch zweckmäßig sein. Den Wohnbedürfnissen von Kindern und Alleiner-ziehenden ist in geeigneter Weise Rechnung zu tragen.
Wohnungen, die Wohn- und Schlafräume einschließlich Kinderzim-mer von weniger als 10 Quadratmeter Wohnfläche enthalten, werden nicht gefördert, sofern es sich nicht um Wohnungen für eine Person handelt. Bei Wohnungen für eine Person dürfen die drei Funktionen Wohnen, Schlafen und Kochen nicht in einem Raum zusammenge-fasst werden, es sei denn, es handelt sich um ein Appartement einer Gruppenwohnung.
Jede geförderte Wohnung ist mit einem Freisitz (Balkon, Terrasse oder Loggia) auszustatten und muss über der Geländeoberfläche liegen.
Bei den Grundflächen werden barrierefrei und rollstuhlgeeignete Wohnungen unterschieden. Die kleinste Einzimmerwohnung darf 47 m² haben, die größte 5-Zimmerwohnung 117 m².
Wichtig: Die heutige Ausstattung der Wohnungen und die Architektur der Gebäude entsprechen in jeder Hinsicht heutigen Anforderungen und sind mit freifinanzierten Miet- oder Eigentumswohnungen vergleichbar.
• Anfrage der SPD-Fraktion: Ist es möglich, im Ortszentrum einen Fahrkartenverkauf von moBiel einzurichten?
moBiel teilt mit, dass großes Interesse an der Einrichtung einer weiteren Verkaufsagentur in Jöllenbeck besteht, jedoch bislang kein Partner im Jöllenbecker Centrum gefunden werden konnte.
Im 4. Quartal 2017 werden die Stadt Bielefeld und moBiel neue Verkaufsautomaten an den Bielefelder Stadtbahnhaltestellen installieren. Zusätzlich soll an der Haltestelle „Jöllenbeck Dorf“ ein Automaten aufgestellt werden.
• Anfrage der SPD-Fraktion: Wann wird die beschlossene Erweiterung des Parkplatzes an der Engerschen Straße fertiggestellt?
Dieses Anliegen wird in einem Tagesordnungspunkt behandelt.
Anträge:
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, zur Gewerbeflächenbedarfsprognose „Eickelnbreede“. Frau Brinkmann (SPD) erläutert den Antrag, der vorsieht, die geplante Herausnahme einer potentiellen Gewerbefläche nördlich der Eickelnbreede aus dem regionalüplan wieder zurückzunehmen, da laut dem vorgestellten Gutachten erhebliche Gewerbeflächen fehlen. Zusätzlich soll eine Gewerbefläche südlich der Eickelnbreede ausgewiesen werden.
Herr vom Braucke (FDP) und Herr Kleimann (CDU) unterstützen den Antrag.
– einstimmig beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, den Fahrrad-Schutzstreifen vor dem Knotenpunkt Beckendorfstraße/Dorfstraße/Spenger Straße/Jöllenbecker Straße zu verlängern. Herr Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) erläutert den Antrag, der zum Ziel hat, Radfahrer bereits früher auf einem geschützten Streifen bis zur Haltezone an der Ampel zu führen.
Herr vom Braucke (FDP) wünscht sich ein Konzept zur Optimierung von Fahrradschutzstreifen, Herr Sarnoch und Herr Kleimann (CDU) thematisieren die Gefährlichkeit abbiegender LKW. Herr Hovermann (Amt für Verkehr) erläutert, dass die Beckendorfstraße hierfür zu schmal ist, daraufhin wird die Beckendorfstraße aus dem Antragstext explizit gestrichen.
– mit 8:6:0 Stimmen mit Mehrheit beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, einen Fahrrad-Schutzstreifen auf der Südseite der Dorfstraße einzurichten. Fahrrad-Piktogramme sollen auf der Nordseite neben den Parkplätzen aufgetragen werden. Herr Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) erläutert den Antrag, mit dem die Sicherheit des Fahrradverkehrs auf der Dorfstraße verbessert werden soll.
Herr vom Braucke (FDP) bezweifelt den Nutzen von Fahrradschutzstreifen auf der Dorfstraße bzw. allgemein, Herr Kleimann (CDU) schließt sich dem an. Herr Hovermann (Amt für Verkehr) erklärt, dass die Dorfstraße prinzipiell hierfür geeignet ist, alles weitere würde geprüft.
– mit 8:6:0 Stimmen mit Mehrheit beschlossen –
• Gemeinsamer Antrag aller Fraktionen der Bezirksvertretung, auf der Kindermannsheide in einem Teilbereich erneut eine verkehrsberuhigte Zone einzuführen. HIerzu hatte es im Vorfeld einen Ortstermin gegeben, auf dem mit Vertretern der Verwaltung (Amt für Verkehr, Baulastträger), der Polizei und den Anwohnern ein Kompromis gefunden wurde. Demnach solle das südliche Drittel der Straße wieder als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, hingegen der nördliche Teil die Tempo-30 Zone beibehalten werden. Zusätzlich sei zu prüfen, ob dort Stellflächen versetzt zueinander angeordnet werden können.
– einstimmig beschlossen –
Weitere Tagesordnungspunkte:
• Neuaufstellung B-Plan „Wohnen südwestlich der Kreuzung Im Bergsiek/Mondsteinweg“
Der Entwurfsbeschluss wird nach kurzer Diskussion
– einstimmig beschlossen –
• Parkplatzerweiterung Loheide
Herr Buschmeier (Umweltbetrieb) erläutert die Planung. Zusätzlich zu den bestehenden 113 Parkplätzen, darunter 10 Behindertenparkplätze, werden 25 neue Parkplätze errichtet und 2 weitere Schwerbehindertenparkplätze. Die Baukosten betragen 55.000 €. Nach erfolgter Ausschreibung könnten die Parkplätze im August gebaut werden.
Frau Brinkmann (SPD) ist über die geringe Anzahl von nur 25 neuen Parkplätzen enttäuscht. Sie erinnert daran, dass im November 2016 ein Beschluss gefasst wurde, dass die Discgolf-Anlage nur zeitgleich mit den neuen Parkplätzen in Betrieb gehen sollte: die Verwaltung ignoriere die Beschlüsse des AfUK sowie der Bezirksvertretung. Sie besteht darauf, dass vor Inbetriebnahme des Parkplatzes keine Veranstaltungen auf der Discgolf-Anlage stattfinden dürfen.
Herr vom Braucke (FDP) stimmt der Kritik von Frau Brinkmann zu, auch die Anzahl der zusätzlichen Parkplätze ist unzureichend. Frau Keppler (Bündnis 90/Die Grünen) und Herr Kleimann (CDU) schließen sich ebenfalls den Ausführungen von Frau Brinkmann an. Daraufhin erklärt zum Erstaunen der Bezirksvertreter Herr Buschmeier vom Umweltbetrieb, der Parkplatz könne in östlicher Richtung auch noch verlängert werden, dies müsste nur abgestimmt werden.
Da die Vorlage allein der Information dienen sollte, wird auf Vorschlag von Frau Brinkmann (SPD) ein gemeinsamer Antrag formuliert, die Ausschreibung der Parkplatzerweiterung vor die Beratung im AfUK zu ziehen und unmittelbar umzusetzen
– einstimmig beschlossen –
• Ausbaustandard verkehrliche Erschließung Wohngebiet Loheide
Herr Hovermann (Amt für Verkehr) erläutert, dass der Baustellenverkehr nciht durch die Loheide geführt wird, sondern das Baugebiet direkt von der Engerschen Straße erreichen soll. Nach weitergehender Diskussion
– einstimmig beschlossen –
• Benennung der Planstraße Loheide
Verschiedene Vorschläge konkurrieren, von der „Äbtissinnen-Emma-Straße“, „Verse Straße“, „Amtmann Lampe Straße“ bis „Am Kapellenbrink“. Dieser Bezug auf das örtliche Flurstück erscheint mehrheitsfähig. Herr vom Braucke (FDP) hat einen Antrag zu diesem TOP gestellt, indem er die Straße mit einem Bezug auf den Sport als Teil der Gesellschaft und Geschichte Bielefelds bennen  möchte. Frau Brinkmann (SPD) wünscht sich einen Vorschlag des Heimatvereins.
Die Bezirksvertretung vertagt den Beschluss und bittet den Stadtsportbund gemäß dem Antrag von Herrn vom Braucke um einen Vorschlag
– einstimmig beschlossen –
• Ausbaustandard Jöllenbecker Straße zwischen Dorfstraße und Im Langen Siek
Herr Hovermann (Amt für Verkehr) stellt die Planung vor. Auf Vorschlag von Frau Brinkmann (SPD) einigt sich die Bezirksvertretung auf 1. Lesung und einen gemeinsamen Ortstermin am 13. Juni.
• Planungsstand neue Kita
Herr Hanke (Sozialamt) erläutert den noch frühen Planungsstand hinsichtlich einer neuen Kita am Standort Oberlohmannshof.
• Kulturprogramm
Herr Hansen (Bezirksamt) verweist darauf, dass Frau Lämmchen vorgeschlagen hat, die Aufführung des Puppenspiels im Rahmen des Kulturprogramms des Stadtbezirks direkt aus den Sondermitteln der Bezirksvertretung zu bezahlen (700,-€).
– einstimmig beschlossen –
• Verwendung von Sondermitteln
Eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe hat sich darauf geeinigt, die Sängergemeinschaft Jöllenbeck anlässlich des 95-jährigen Bestehens mit 250,-€ und den CVJM für das GetUP-Camp mit 500,-€ zu unterstützen.
– einstimmig beschlossen –
Beschlüsse aus vorangegangenen Sitzungen:
• Erstaufstellung B-Plan Wohnen an der Lohheide
Der Rat der Stadt Bielefeld hat den Satzungsbeschluss zur Erstaufstellung bei 5 Enthaltungen beschlossen (23.3.2017).
• Langfristge Mietbindung bei gefördertem Wohnungsbau:
Die Verwaltung führt aus, dass die Mietbindung 20 bis 25 Jahre beträgt
  
Kindermanns Heide
Reiner Sander vom Amt für Verkehr: „Der lange Weg zu einer Verkehrsregelung in der Kindermanns Heide führt wieder zur Startposition zurück. Die Straße wird wieder komplett als verkehrsberuhigter Bereich mit (neu) eingezeichneten Stellplätzen ausgeführt.“
Wir erinnern uns. Angang des Jahres lag der Bezirksvertretung Jöllenbeck eine Stellungnahme der Verwaltung vor, nach der die seit zwei Jahrzehnten gültige Regelung in der Kindermanns Heide rechtlich nicht mehr haltbar sei, gleich mehrere Bedingungen für den Status eines verkehrsberuhigten Bereiches – im Volksmund auch Spielstraße genannt – würden nciht vorliegen und hätten auch nie vorgelegen. Genannt wurden u.a. der fehlende Aufenthaltscharakter der Straße, die nicht ausreichende Breite, die ganz überwiegende Nutzung als Parkplatz, die Ausmaße des ruhenden und des fließenden Verkehrs. Die Bezirksvertretung (BZV) beschloss daraufhin einstimmig die Umwandlung in eine Tempo-30 Zone. Da sich mit Ausnahme des Schildes an der Situation auf der Kindermanns Heide nichts geändert hatte, gingen alle stillschweigend davon aus, dass dies auch für das Verkehrsverhalten gelten würde. Man konnte früher schon nicht mit Tempo 30 diese Straße herunter-, geschweige denn in eine der extrem schmalen Abzweige hinein oder hinaus fahren. Im Übrigen gilt in einer Tempo 30 Zone rechts vor links, was in einer Spielstraße nicht zur Anwendung kommt.
Eine ganze Reihe von Anwohnern sah das allerdings komplett anders und diese meldeten sich lautstark zu Wort, protestierten gegen den Beschluss in der BZV und leiteten ihr Anliegen an den Petitionsausschuss des Landtages NRW weiter. Viele Anwohner waren mit der neuen Regelung jedoch auch absolut einverstanden, sagten dies aber nicht laut und vernehmlich in der Öffentlichkeit.
In der Folge gab es kurzfristig einen Ortstermin mit Vertretern aller in der BZV vertretenen Parteien, dem Amt für Verkehr, dem Baulastträger, der Polizei, dem Bezirksamt und einzelnen Anwohnern. Gemeinsam konnte ein Kompromiss entwickelt werden: für das südliche Drittel der Straße lässt sich bei großzügiger Betrachtung feststellen, dass zumindest einige der oben genannten Voraussetzungen gegeben sind. In dem nördlichen Teil nicht. Daher verabschiedeten alle Fraktionen in der darauf folgenden Sitzung einen gemeinsamen Antrag, das südliche Drittel wieder zu einem verkehrsberuhigten Bereich zu machen und ansonsten bei der Tempo-30 Zone zu bleiben. Das Verfahren im Petitionsausschuss lief weiter.
Jetzt hat sich die Aufsichtsbehörde (Bezirksregierung) eingeschaltet. Nochmals Reiner Sander: „Mangels ausführlicher und belastbarer Vorschriften zum Thema Ausbaustandard von „Spielstraßen“ wurde die Sachlage von der Bezirksregierung mit dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen besprochen.“ Beide Behörden haben sich auf die ursprüngliche Verkehrsregelung geeinigt – die Kindermanns Heide wird wieder Spielstraße. Die Umsetzung wurde umgehend gegenüber dem Bauhof angeordnet. Die einzuzeichnenden Stellplätze werden kurzfristig festgelegt. Aufgrund der Auslastung der entsprechenden Bautrupps wird die Umsetzung möglicherweise erst nach den Sommerferien stattfinden.
Ein Jeder mag daraus seine Schlüsse ziehen.

  
Neues Wohngebiet Loheide
Das neu im Entstehen begriffene Wohngebiet auf dem Gelände der ehemaligen Kissenfabrik Verse wird durch eine kleine Straße erschlossen. Die Bezirksvertretung Jöllenbeck ist aufgerufen, einen Namen zu finden. Es gibt bereits eine Reihe von Vorschlägen, der Name „Kapellenbrink“ vereinigt zur Zeit die größte Zustimmung.
Der Historiker Joachim Wibbing, der zum Beispiel im vergangenen Jahr eine detaillierte Abhandlung zum Seekrug abgeliefert hat, zeichnet für die folgenden Informationen verantwortlich.
Das im Jahre 939 gegründete freiweltliche adelige Damenstift Schildesche führte im Mittelalter – wie es damals ganz üblich war – die Fronleichnamsprozession und wohl auch die Johannesprozession am 24. Juni eines jeden Jahres durch. Dabei wurden verschiedenste Stationen angelaufen. Es gab dazu eine kleine Kapelle, „Johannes over den Dieken“, Johannes jenseits der Teiche genannt. Sie muss sich in dem Bereich des heutigen Kapellenbrinkes befunden haben. Von ihr wird berichtet, dass sie bei Hochwasser des Johannisbaches nur schlecht zu erreichen war. Die Kapelle war nach den Reformationswirren 1672 den katholischen Gläubigen in Schildesche für ihre Gottesdienste zugeordnet worden. Allerdings war sie wegen Hochwassers manchmal nicht zugänglich. Deshalb brach man diese kleine Kapelle im Jahre 1688 ab und verwendete ihre Baumaterialien um sie an ihrem neuen Standort wieder aufzubauen. Diese Kapelle gibt es noch heute an der Westerfeldstraße, gegenüber der Stiftskirche. Sie ist heute im Besitz der neuapostolischen Gemeinde Schildesche.
Soweit die belegbaren Fakten.
Der Schildescher Ortshistoriker Heinrich Culemann vermutete in den 1930-er Jahren, dass diese Kapelle bereits im Jahr 800 bestanden habe. Er führt aus, dass der Meyer zu Altenschildesche sie erbaut haben soll. Das ist aber nur eine Hypothese und sie ist nicht sehr realistisch. Um 800 wird ein einfacher Bauer in keinster Weise die infrastrukturellen Vorbedingungen erfüllt haben, um einen solchen Kirchbau zu realisieren. Alle allgemein verfügbaren Informationen zu dieser Zeit des Frühmittelalters sprechen dagegen. Wann also diese Kapelle entstanden ist, wissen wir definitiv nicht. Die neuapostolische Kirchengemeinde wirbt auf ihrem Internet-Auftritt damit, dass ihr Kirchengebäude 1200 Jahre alt sei. Das ist wirklich nicht zu belegen.
Ganz am Anfang der Straße Loheide, kommend von der Westerfeldstraße auf der rechten Seite, befindet sich ein altes Fachwerkhaus. Der Deelenbalken spricht vom Küster over den Dieken (siehe Foto). Dies ist ebenfalls ein alter Hinweis auf die Kapelle.
In der ersten Sitzung nach der Sommerpause wird sich die Bezirksvertretung in dieser Sache zu einer Entscheidung durchringen müssen. Zur Auswahl stehen aktuell ein Vorschlag der Gleichstellungsstelle, diese Straße nach der Äbtissin Emma zu benennen. Als weitere Namensgeber werden Amtmann Lampe genannt oder als  als moderner Bezug die Firma Verse. Auf Antrag des Vertreters der FDP, Gregor vom Braucke, ist der Stadtsportbund ebenfalls um einen Vorschlag ersucht worden. Der Heimatverein Jöllenbeck und viele Einzelpersonen haben sich inzwischen für die Verwendung der Bezeichung „Kapellenbrink“ ausgesprochen. Sehr ausführlich hat Frau Upmeier zu Altenschildesche diesbezüglich argumentiert.

  
24. Sitzung der Bezirksvertretung am 06.04.2017
In der Fragestunde für Einwohner des Stadtbezirks drehte sich alles um die Kindermanns Heide. Das Thema ist im Beitrag weiter oben nachgezeichnet.
Mitteilungen der Verwaltung:
• Das Amt für Verkehr teilt mit, dass vor der Grundschule Theesen eine Elternhaltestelle eingerichtet wird. Sobald der Bauhof die entsprechende Beschilderung angebracht hat, kann die Eröffnung stattfinden
Anträge:
• Gemeinsamer Antrag der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, für die Dorfstraße ein einheitliches Gestaltungskonzept zu erarbeiten. Frau Brinkmann (SPD) erläutert den Antrag, zusammen mit dem Umweltbetrieb ein Konzept zu entwickeln, welches zunächst auf den städtischen Flächen umgesetzt werden soll. Für alle privaten Anlieger soll es Angebotscharakter haben. Ziel ist eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Dorfstraße. Dazu hätte es bereits eine Reihe gut besuchter öffentlicher Veranstaltungen gegeben. Negative Auswirkungen auf die vorhandenen Stellplätze sollen vermieden werden. Es gab eine umfangreiche Aussprache, in der am Ende alle Fragen geklärt werden konnten.
– einstimmig beschlossen –
Weitere Tagesordnungspunkte:
• Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen
Herr Müller vom Amt für Schule erläuterte die Vorlage. In seinem Statement geht er auf die Punkte
- Mehrklasse in der Realschule Jöllenbeck, Absagen, weil auch dann noch zu viel Anmeldungen vorliegen, Raumprogramm und Lehrermangel ein.
Aus Reihen der Bezirksvertreter kamen Fragen zu
- Qualität und Ausstattung von gemeinsam genutzten naturwiss. und techn. Räumen, Computerräumen etc., Reihenfolge der Beschlüsse (erst Schul- und Sportausschuss, dann BV Jöllenbeck), Unterbringung von Mehranmeldungen, Förderprogramme und deren Antragsfristen und Vorlaufzeiten, Zukünftige Erweiterung der Realschule Jöllenbeck durch Aufstockung oder Anbau
• Erfahrungsbericht zur Umsetzung der Kürzungen in der Bürgerberatung
Herr Stiesch (Die Linke) begrüßt die geringe Veränderung in der Bürgerberatung in Jöllenbeck um lediglich eine ½ Stunde Sprechzeit. Er regt an, mehr Öffnungszeiten am Nachmittag vorzusehen, damit berufstätige Bürger das Dienstleistungsangebot besser nutzen könnten. Hierzu könnte zum Beispiel eine Vormittagsöffnung auf den Nachmittag verlagert werden. Er gibt dabei zu bedenken, bei einer Vergabe von Terminen auch immer offene Sprechzeiten für dringende Fälle vorzuhalten.
Herr vom Braucke (FDP) spricht sich dafür aus, das Online-Angebot zu erweitern und ein bürgerfreundliches Konzept zur Terminvergabe auszuarbeiten.
Herr Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) stimmt Herrn vom Braucke zu.
Frau Brinkmann (SPD) unterstützt ebenfalls die Vorschläge von Herrn Stiesch und von Herrn vom Braucke. Jöllenbeck könnte in ein Pilotprojekt einbezogen werden.
Herr Hansen (Bezirksamt Jöllenbeck) ist der Meinung, dass eine zeitliche Verlagerung in den Nachmittag hinein kaum umsetzbar sein wird, weil alle Mitarbeiter/innen der Bürgerberatung aus einem Pool kommen. Außerdem wird nicht nur während der Öffnungszeiten, sondern auch an Nachmittagen ohne Publikum weiter gearbeitet.
• Vertreter für die erweiterte Schulkonferenz
Die Bezirksvertreter einigen sich einstimmig auf Reinhard Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen).
Beschlüsse aus vorangegangenen Sitzungen:
• Schaltung der Ampelanlage Jöllenbecker Str./Dorfstr./Beckendorfstr./Spenger Str. sowie die Ampelanlage Theesener Str./Horstheider Weg zu überprüfen und zu optimieren
Aufgrund des Beschlusses der BV Jöllenbeck hat das Amt für Verkehr die beiden Anlagen überprüft bzw. versucht zu überprüfen.
Wegen eines technischen Problems war eine Daueraufzeichnung an der Ampelanlage am Knoten Jöllenbecker Straße/Dorfstraße/Beckendorfstraße/Spenger Straße bisher nicht möglich. Die Inbetriebnahme der Aufzeichnung ist aber inzwischen eingerichtet worden. Eine Prüfung und eventuelle Anpassung der gesamten Anlage wird dann mittels dieser Aufzeichnung erfolgen. Eine eventuelle Änderung und damit gegebenenfalls eine Optimierung der Anlage sind bis Ende Mai geplant.
Bei der Überprüfung der Anlage an der Theesener Straße/Horstheider Weg wurde festgestellt, dass einer der Videodetektoren defekt war. In Folge dieses Fehlers reagierte die Elektronik mit einer Daueranforderung im Horstheider Weg aus Richtung Norden. Der Detektor wurde umgehend abgeschaltet und inzwischen im Rahmen der Gewährleistung ausgetauscht und wieder in Betrieb genommen. Die Anlage läuft nunmehr störungsfrei.
• Der Rat der Stadt Bielefeld hat in der Sitzung vom 17.11.2016 folgenden Beschluss gefasst:
In allen noch zu beschließenden Bebauungsplänen wird künftig grundsätzlich ein Viertel der vorgesehenen Wohneinheiten im Rahmen des öffentlich geförderten sozialen Mietwohnungsbaus mit langfristiger Mietbindung vorgesehen. Diese sollen nach Möglichkeit in mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern realisiert werden
  
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