Veranstaltungen - Blickpunkt Jöllenbeck

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Erdbeerfest
Impressionen vom Erdbeerfest der Werbegemeinschaft  am 10. Juni, gemeinsam organisiert mit der AWO Jöllenbeck im Rahmen der Festwoche zum 70-jährigen Bestehen.
• Die Erdbeerköniginnen 2017 (Claudia Wiesner, links) und 2018 (Kathrin Audehn, rechts) stoßen mit Heidi Lämmchen (stellv. Bezirksbürgermeisterin) und Mike Bartels (Vorsitzender der Werbegemeinschaft) an. Kathrin Audehn freut sich auf ihre repräsentativen Aufgaben.
• Jens Kühn, die Hälfte des Saitenspringer-Duos spielte sich in die Ohren der Jöllenbecker.
• Die Zumba-Gruppe des TuS unter der Leitung von Simone Kranzmann tanzte einen Zumba-FlashMob.
• Alle Kitas und Grundschulen aus dem Stadtbezirk hatten sich an dem Malwettbewerb der AWO beteiligt: „Mein Herz hängt an Jöllenbeck“, die Bilder waren im Foyer der Volksbank ausgestellt und die Besucher der Bank hatten die Gelegenheit, ihr Lieblingsbild zu wählen. Für die drei Bestplazierten hatte die Volksbank Geldpreise ausgelobt, alle anderen Teilnehmer erhielten Sachpreise. Den 3. und den 2. Platz holte sich die Grundschule Theesen, Preisgeld 50,- bzw. 75,- €.
Sieger mit den meisten Stimmen wurde das Bild des Familienzentrums Oberlohmannshof. Es entstand nach einer aufwendigen Vorbereitungsphase, in der die Kinder die Orte, die sie für besonders schön und wichtig empfanden, alle aufgesucht hatten. Siegerprämie: 100,- €
Von der Fußlümmelei zum Massensport
Im Rahmen der Festwoche zum 70-jährigen Bestehen der AWO Jöllenbeck fand am 5. Juni eine Lesung mit dem Jöllenbecker Historiker und Autor Friedhelm Schaeffer (auf dem Foto neben Kirsten Hopster vom AWO Kreisverband) zur Entwicklungsgeschichte des Fußballs statt.
Friedhelm Schaeffer führte aus: „Fußball in Deutschland hat eine über hundert Jahre alte Tradition. Schon in den 1920er Jahren wurden die Spiele zu einem Zuschauermagneten. Es gab eine große Vielfalt an Vereinen und Wettbewerben. Diese Tradition wurde mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 zerschlagen. Viele Sportvereine wurden verboten und Mitglieder und Fans ausgeschlossen. In den „gleichgeschalteten“ Vereinen sollte sich die „deutsche Volksgemeinschaft“ zeigen. Fußball musste sich der Politik und Ideologie des Nationalsozialismus unterordnen. Die zwölf Jahre Nazi-Herrschaft haben die Kultur des Fußballs in Deutschland nachhaltig verändert.“
Zunächst begab sich Friedhelm Schaeffer zurück in das 19. Jahrhundert, Sport, so wie wir ihn kennen, gab es nicht. Die deutsche Turnbewegung hatte sich als Reaktion auf die französische Besatzung unter Napoleon gebildet. Die Deutsche Turnerschaft von 1871 war durch und durch monarchistisch, nationalistisch und autoritär organisiert. Mit dem Aufkommen der neuen Industrien und des Bürgertums wurden andere Tugenden verfolgt, die neue Spielform des Fußballs als Team-Sportart wurde populär. Einer der ersten Protagonisten, Konrad Koch, Lehrer aus Braunschweig, etablierte den Teamsport als neues Schulfach. Bälle und Schuhe wurden aus England importiert, wo Fußball bereits Teil der Alltagskultur war. In weiten Kreisen war Fußball allerdings weiterhin als „undeutsche Balltreterei“ verpönt.
1900 erfolgte die Gründung des DFB mit 100 Vereinen (heute ca. 25.000). Kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges erkannte der Kriegsminister Falkenhayn die erzieherischen Werte des Fußballs zur Anhebung der Wehrkraft. Fußball wird Teil des Ausbildungsplans in Marine und Heer, gespielt überwiegend auf den Exerzierplätzen. Während des Krieges wurde Fußball sowohl an der Front als auch in der Etappe als ein attraktives, klassenübergreifendes Spiel gefördert. In der Weimarer Republik besinnen sich zunächst die Gesundheitsämter auf die segensreichen Auswirkungen dieser Sportart: „Jedes Fußballfeld ersetzt ein Krankenhaus.“ Fußball entwickelt sich in wenigen Jahren zu einer Massensportart, die Medien spielen eine immer stärkere Rolle (1925 erste Live-Reportage eines Spiels von Arminia Bielefeld). Bei Endspielen der Fußball-Ligen kommen mehrere 10.000 Zuschauer zusammen. Im ganzen Land werden Stadien gebaut, 1925 gibt es bereits über 1.000.
Zum Ende der Weimarer Republik zählen die Fußballvereine eine Million Mitglieder, zwei Drittel davon im DFB organisiert, ein Fünftel beim Arbeiter Turn- & Sport-Bund. Bei den bereits wieder international ausgetragenen Länderspielen der Arbeiter-Fußballer gelten andere Prinzipien und Regeln. Ein bekannter Fußballer war Erwin Seeler, der Vater von Uwe Seeler. Der Arbeiter Turn- & Sport-Bund wurde 1933 verboten, ebenso alle anderen Fußballverbände mit Ausnahme des DFB. Dieser wurde organisatorisch neu aufgestellt, die Landesverbände von Fußballgauen abgelöst.
Auch die Nationalsozialisten erkannten den Nutzen des Fußballs. Die Spiele und Meisterschaften wurden geschickt zur Stabilisierung des Systems herangezogen. Seit 1933 gab es zudem eine Profiliga und bald eine deutsche Nationalmannschaft. Etwa 50 Nationalspieler fallen im Krieg, ihr „Heldentod“ wird als leuchtendes Beispiel propagandistisch missbraucht. Wie schon im ersten so wird auch im zweiten Weltkrieg Fußball überall gespielt, an der Front, in den Ruinen zuhause, selbst im KZ oder im Stalag. Der Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft Gottfried Fuchs (10 Tore in einem Länderspiel) wurde aus dem öffentlichen Bewusstsein getilgt, denn er war jüdischer Abstammung.
Rückblickend lässt sich feststellen, dass die Funktionäre des DFB den Nationalsozialismus willfährig mitgetragen haben. Eine wirkliche Änderung und Aufarbeitung begann erst mit Theo Zwanziger.
Das Resümee von Friedhelm Schaeffer: Fußball ist ein politischer Sport!
Im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Verlierer
Am 29. Mai hatte die Jürmker Bücherstube zu einer Lesung mit Cécile Oranje (auf dem Foto neben ihrem Ehemann) und Elfriede Haug eingeladen. Die Germanistin Cécile Oranje hat ein Buch mit dem Titel „Mama, es ist Krieg!“ veröffentlicht, sowohl in deutscher, als auch in holländischer Sprache. Darin hat sie 43 Geschichten gesammelt, in denen sie Interviews mit Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges aus ihrer Elterngeneration verarbeitet hat, d.h. die Erzähler haben den Krieg als Kind oder Jugendlicher erlebt. Die Gesprächspartner kamen sowohl aus Holland, als auch aus Deutschland (u.a. auch Elfriede Haug). „Den Anfang haben lange Gespräche mit meiner Mutter gemacht, die ich aufgezeichnet habe. Es fanden sich weitere Interviewpartner und irgendwann habe ich beschlossen, daraus ein Buch zu machen. In den Geschichten sind ganz unterschiedliche Themen aufgearbeitet worden: Luftangriffe, Vertreibung, menschliche Schicksale, Tod, der Umgang mit Juden, Nationalsozialismus. Jede Geschichte ist anders. Allerdings gibt es durchaus Parallelen in der Wahrnehmung des Krieges durch den Blick eines Kindes. Denn alle Kinder hatten Angst, auf beiden Seiten. Der Krieg hatte ganz erheblichen Einfluss auf die jungen Menschen damals, viele meiner Gesprächspartner drückten es so aus, dass der Krieg ihnen ihre Kindheit oder Jugend geraubt hätte. Und noch etwas war ähnlich. Nach dem Krieg kam das große Schweigen, in Holland wie auch in Deutschland. Der Krieg wurde innerhalb der Familien in der Regel nicht aufgearbeitet. Immer gab es etwas zu tun, immer war etwas anderes wichtig. Viele Probleme in den Familien traten auf, wenn der Vater nach Jahren wieder zurückkam. Oder auch, wenn er nicht zurückkam. Und auf beiden Seiten hatte man nur sehr wenig Vorstellungen davon, wie die Menschen in dem jeweils anderen Land im Krieg gelitten haben. Letztlich sind die 43 Geschichten 43 eindringliche Warnungen vor dem Krieg!“
In einem Exkurs beleuchtete der Ehemann von Cécile Oranje die niederländische Historie zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Die Niederlande hatten sich sowohl zum ersten, als auch zum zweiten Weltkrieg als neutral erklärt und trotzdem wurden sie in beiden Kriegen von Deutschland besetzt. Die schlecht vorbereiteten niederländischen Truppen leisteten an einzelnen Stellen viel Widerstand bis zur Kapitulation am 14. Mai 1940. Trotz der Kapitulation bombardierte die deutsche Luftwaffe noch Rotterdam. Während der Besatzung spielten die niederländischen Nationalsozialisten (NSB) eine sehr unrühmliche Rolle, z.B. bei dem Aufspüren von jüdischen Mitbürgern, die in bestimmten Vierteln der Großstädte versammelt wurden. Ab 1942 wurden etwa 600 Juden pro Tag in die Konzentrationslager transportiert, auf die Ergreifung untergetauchter Juden wurde ein Kopfgeld von 40 Gulden ausgesetzt. Nach der Befreiung vom Faschismus kam der Tag der Rache, holländische Nazis und Kollaborateure wurden zusammengetrieben, im ganzen Land etwa 300.000 Personen. Allerdings sorgte der junge holländische Staat dafür, dass es keine Lynchjustiz auf den Straßen gab. Viele Mitglieder des NSB wurden angeklagt, etwa 40 am Ende hingerichtet.
Elfriede Haug erlebte den Krieg in Wilhelmshaven, einem wichtigen Stützpunkt der Kriegsmarine. Ihr Vater war einige Zeit als politischer Häftling im KZ, ihr Onkel früh in Frankreich gefallen. Die Marinebasis und damit die Stadt war immer wieder Ziel von Luftangriffen der Alliierten, eine effektive Verteidigung dagegen gab es kaum. Während des Krieges brauchte ihre Familie nicht hungern, die Lebensmittelzuteilung sah bis zu 2.400 kcal pro Person in den kriegswichtigen Industrien vor. Die gleichzeitig dort beschäftigten Zwangsarbeiter erhielten nur 800 kcal. Elfriede Haug: „Europa hat für uns Deutsche gehungert!“ Der Hunger kam dann ganz schnell nach Kriegsende. Elfriede Haug fand dann Beschäftigung als Dolmetscherin für kanadische Offiziere. In der Bundesrepublik engagierte sie sich in der Friedensbewegung, u.a. im Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock. Ihr Credo: Nie wieder Kriegspolitik durch Deutschland!
Mediterraner Abend auf dem Marktplatz
Auf dem mediterranen Abend am 4. Juli auf dem Marktplatz in Jöllenbeck  (Beginn 19.00 Uhr) können sich die Besucher erneut auf zahlreiche kulinarische Genüsse freuen. Speisen und Getränke „von OWL bis Mittelmeer“ stehen auf der Speisekarte:
• der Seekrugbereitet(OWL-typische)Pickert-Variationen mit mediterran angehauchten Dips, Oliven, Schinken, Käse und Salami zu
• mit der kroatischen Küche verwöhnt das Restaurant Konoba. Das im Juni eröffnete Restaurant bietet neben Spanferkel und Čevapćići auch verschiedene Cocktails mit und ohne Alkohol an
• spanisch und italienisch geht es beim Oerkenkrug zu: neben leckeren Tapas kann man hier ein mediterranes Nudelgericht probieren
• wie bereits in den letzten Jahren wird uns das italienische Restaurant Da Leo wieder mit besonderen Köstlichkeiten verwöhnen: neben den beliebten Panzerotti werden Parmigiana (ital. Auberginenauflauf) und ital. Rouladen angeboten
• Griechenland ist gleich zweimal vertreten:
• die Markttaverne Korfu bereitet Spieße und Steaks nach griechischer Art zu und bei
• Maher Hadidi (vom Jöllenbecker Wochenmarkt) stehen verschiedene Antipasti-und Dip-Teller sowie Garnelen und Bauernsalat zur Auswahl
• aus dem Libanon kommt unser Wochenmarkthändler Mohammed Amine und somit auch seine Spezialitäten wie Falafel, orientalischer Petersiliensalat und andere Leckereien mit Hack
• das Eiscafé Garda wird die Ländern Italien und Türkei vertreten. Neben dem klassischen Kaffee-Spezialitäten Cappuccino und Latte macchiato „to go“ sind diesmal auch typische türkische Getränke im Angebot. Auch die leckere Eis-Wundertüte darf nicht fehlen.
• den Durst werden die Gäste bei den Ständen des Löschdepots und des Seekrugs löschen können, die eine große Auswahl an kalten Getränken bereit halten
• die Weinwelt Don Carlos offeriert beim mediterranen Abend eine große Anzahl köstlicher Weine – wahre Gaumenfreuden!
Damit der Abend nicht nur kulinarisch sondern auch musikalisch eine runde Sache wird, treten Massimo Grande & Anna Estera auf und sorgen für die richtige Stimmung.
Bereits im letzten Jahr begeisterte das Duo Alt und Jung nicht nur durch italienische Ohrwürmer, sondern auch durch Songs verschiedener Musikepochen und Sprachen. Wir freuen uns, Massimo & Anna erneut dabei zu haben.
Gerne sind die Jöllenbecker aufgefordert, das Tanzbein zu schwingen.
„Wir sehen uns beim mediterranen Abend!“

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