Vereine - Blickpunkt Jöllenbeck

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Artikel
6-Tagesfahrt vom 24. bis 29. Juni 2018
Weinhaus am Schieferfels
Endlich war es soweit. Egon, unser Busfahrer aus Veldenz, startete mit 53 Personen bei schönstem Sonnenschein zu unserer 6-Tagesfahrt an die Mosel, zum Weinhaus am Schieferfels , Fritz Weirich – Veldenz.
Pünktlich um 17.00 Uhr trafen wir an unserem Urlaubsziel ein und wurden von der Chefin des Hauses  auf’s herzlichste willkommen geheißen.
Danach hieß es: Zimmerbelegung, frisch machen und auf zum Abendessen, welches uns von dem „jungen Fritz“ kredenzt wurde. So auch an all den anderen Abenden und das nach original Rezepten der hiesigen Küche,  insbesondere  „Rezepte  a'la Oma Weirich“, die er in eine wahre Gaumenfreude verwandelte.
Unsere Abende waren ausgefüllt mit fröhlichem Beisammensein, Tanzabend und Weinprobe, wonach so manch edler Tropfen für zu Hause bestellt wurde.
Nach reichlichem Frühstück, wer mochte, versorgte sich mit Proviant für den Tag, starteten wir während unseres Aufenthaltes zu den verschiedensten  Sehenswürdigkeiten.
Auf unserem Programm stand Trier, mit der Porta Nigra. Sie gilt als das am besten erhaltene Stadttor der antiken Welt. Seit 1986 ist sie Teil des UNESCO-Welterbes.
Ebenfalls das malerische Städtchen Saarburg lockte zum Verweilen. Der Leukbach wurde im 13. Jahrhundert durch die engen Gassen umgeleitet und stürzt 17 m in die Tiefe. Diese Wasserkraft nutzte man zum Antrieb von Schaufelrädern für die Öl-  und Kornmühlen.
Das Städtchen Clervaux bestach durch sein wildromantisches Flair.
Des Weiteren führte uns unsere Reise entlang der Mosel, vorbei an Calmont mit dem steilsten Weinberg, nach Beilstein, „dem Dornröschen der Mosel“.  
Ein „Muss“ war Koblenz, ebenfalls ein UNESCO-Welterbe. Hier hatte man einen spektakulären Ausblick auf das Deutsche Eck mit Kaiser Wilhelm Statue und den Zusammenfluss von Rhein und Mosel  Ebenfalls ein grandioser Anblick war die Festung Ehrenbreitstein.
Den letzten Tag unseres Aufenthaltes  rundeten wir mit einem Besuch in Ida-Oberstein (Besuch einer Edelsteinschleiferei) und Bernkastel-Kues mit einer Moselfahrt und Verweilen im romantischen Ort ab.
Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Um mit den Worten des „jungen Fritz“ zu sprechen, es waren zauberliche sechs Tage. Aber nichts desto trotz, die nächste Tagesfahrt steht schon bald wieder an.
Am 05.09.2018  fahren wir zum Naturschutzgebiet Moosheide. Angedacht ist, aber nur wer kann und möchte, ein kleiner Spaziergang  zu den Emsquellen und danach geht die Fahrt weiter zum Heimatzentrum Ostwestfalen-Lippe.
Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und wünschen all‘ unseren Mitgliedern  und Freunden eine schöne und erholsame Sommerzeit.
Info zum Kaffeetrinken
Im August fällt es wegen der Sommerferien aus. Neustart wieder am 11. September in der Kaffeebohne um 14.30 Uhr!

  
Dr. Wiebke Esdar, MdB
Bürgersprechstunde
Zu ihrer ersten Bürgersprechstunde in Jöllenbeck hatte die Bundestagsabgeordnete Wiebke Esdar am 12. Juli ins Heimathaus eingeladen.
Mehrere Bürger nahmen die Gelegenheit war, ihr ihre Fragen und Probleme zu schildern, z.T. im vertraulichen Zwiegespräch. Die übergeordneten Theman waren Steuern, Renten und der Umgang mit Asylbewerbern und anderen Menschen, die nach Deutschland kommen (wollen).
Wiebke Esdar sprach sich dafür aus, sich im Hinblick auf den Umgang mit Asylbewerbern ein Beispiel an den Niederlanden zu nehmen. Dort gäbe es einen rechtskräftigen Asylbescheid binnen sechs Wochen. Bei uns vergehen viele Monate und dann sind diese Bescheide des BAMF auch noch oft fehlerhaft, so dass sie einer gerichtlichen Prüfung nicht standhalten. Sie betonte, dass Menschen, die aus Afrika fliehen, hier nicht unter das Asylrecht fallen. Wenn diese Menschen dann jedoch über Monate hier leben, bis der ablehnende Bescheid ausgesprochen wird, würde das in ihrer Heimat als ein Signal verstanden, die Reise ebenfalls zu versuchen. Profitieren tun dabei lediglich die Schleuser, die die Not dieser Menschen gnadenlos ausbeuten. Wiebke Esdar betonte das Grundrecht auf Asyl und fand in dieser Hinsicht auch die klare Zustimmung der Bürger vor Ort. Als Ergänzung sah sie die Notwendigkeit, zügig ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz zu verabschieden. Dies will die Koalition jetzt aufgrund des Druckes aus der SPD endlich konkret angehen.
Sie skizzierte drei Leitplanken, die für die Menschen, die zu uns kommen, um hier zu bleiben, gelten müssen: a) der Erwerb der deutschen Sprache, b) die Freiheit des jeweils Anderen zu respektieren, c) Achtung gegenüber anderen Menschen zu empfinden und einzuhalten .
  
SPD Jöllenbeck - Reihe Montagsgespräche
Zu Gast: Ingo Nürnberger
Auf  Einladung der SPD in Jöllenbeck war der Sozialdezernent der Stadt Bielefeld, Ingo Nürnberger, am 14. Mai zu Gast beim „Montagsgespräch“, übertitelt mit „Wohnen im Quartier – jetzt und in der Zukunft“
Die Vorsitzende Bärbel Bitter eröffnete den Abend mit der Feststellung, dass Politik und Verwaltung immer wieder neu mit den Bürgern in einen Dialog kommen müssen. In Jöllenbeck haben die Sozialdemokraten bei Informationsveranstaltungen zum Baugebiet Neulandstraße und dem Quartier südlich der Eickumer Straße erfolgreich diesen Dialog gesucht, früh informiert, Bedenken aufgenommen und weitergegeben. In den Montagsgesprächen sollen Themen jenseits individueller Betroffenheit erörtert werden.
Ingo Nürnberger referierte über ein Thema, das z.Z. die Verwaltung der Stadt Bielefeld dezernatsübergreifend umtreibt: Bielefeld wächst und wie lässt sich der zunehmende Wohnungsbedarf decken?
Zunächst verdeutlichte der Sozialdezernent die Situation anhand einiger Zahlen:
• war man vor nicht allzu langer Zeit noch von einer schrumpfenden Bevölkerung ausgegangen, hat sich die Entwicklung inzwischen umgekehrt – die Zahl der Einwohner hat 340.000 bereits überschritten, gut 10 % davon sind Studenten
• Bielefeld wird bunter durch Zuzüge aus dem Bundesgebiet und dem näheren Umland, aus der EU und in einem geringen Umfang durch geflüchtete Menschen
• Bielefeld wird auch älter, d.h. die Zahl der Personen über 60 und der über 80 nimmt zu
• Bielefeld verliert Einwohner an das direkte Umland und dies verstärkt die Pendlerströme, da diese Personen überwiegend ihrer Arbeit in der Stadt nachgehen – aktuell werden etwa 80.000 Einpendler und 40.000 Auspendler gezählt, jeweils pro Tag
• die Zahl der Singlehaushalte nimmt zu, überproportional nachgefragt von Senioren
Nürnberger stellte fest: „Wir haben in Bielefeld inzwischen einen großstädtischen Wohnungsmarkt.“ Die Neubaumieten steigen z.T. um bis zu 10 % pro Jahr, seit 2010 sind sie insgesamt um 37 % gestiegen. Auch die Bestandsmieten entwickeln sich nach oben, im gleichen Zeitraum immerhin um 20 %.
Mit Sorge betrachtete der Referent die Entwicklung bei den sozial geförderten Wohnungen. Durch auslaufende Bindungen bzw. durch das Freikaufen der Eigentümer nimmt deren Zahl ab. Um den Status quo zu erhalten, wären etwa 450 neue Wohneinheiten (WE) pro Jahr in diesem Segment nötig. Im Schnitt der letzten Jahre wurden jedoch nur rund 200 WE pro Jahr fertiggestellt. In Bielefeld ist für den sozialen Wohnungsbau eine Miete von 5,50 €/m² festgelegt. Aufgrund der stetig steigenden Kosten am Bau wird es immer schwieriger, mit diesem Budget neue Wohnungen zu errichten. Ein Problem, was z.B. auch die BGW sehr stark spürt. Stand heute muss man statistisch betrachtet etwa drei Jahre warten, bis man eine Wohnung im geförderten Sektor findet.
Ein Blick auf das untere Ende der Skala lässt ca. 50 Personen erkennen, die in Bielefeld wohnungslos sind und an verschiedenen Stellen in der Stadt auf der Straße leben. Hinzu kommen mehrere Hundert, die in Einrichtungen der Wohnungshilfe untergebracht sind. Das Sozialamt versucht präventiv einzugreifen, da Vorsorge hier stets mit geringerem finanziellen Aufwand verbunden ist, das sind etwa 1.200 Fälle pro Jahr.
Um dem wachsenden Bedarf an Wohnraum in Bielefeld gerecht zu werden, beträgt die Zielvorgabe für den Zeitraum 2017 bis 2020 5.200 neue WE (alle Typen, vom Eigenheim bis zum geförderten Wohnungsbau). Das hört sich viel an, würde aber noch nicht zu einer Entspannung am Wohnungsmarkt führen.
Im Anschluss an das Referat diskutierten die Mitglieder die Auswirkungen für Jöllenbeck. Man war sich einig, neuen Wohnraum in Jöllenbeck zunächst und vorrangig innerhalb der bereits besiedelten Areale zu schaffen, wie die SPD dies auch in ihrem letzten Kommunalwahlprogramm gefordert hat. Ein Blick von oben auf Jöllenbeck offenbart, dass nahe der Ortsmitte an verschiedenen Stellen zusammengenommen ca. 300 neue WE geschaffen werden können. Nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten sollen dabei bestimmte Ziele gleichzeitig verfolgt werden:
• eine kleinräumige Durchmischung von frei finanzierten und sozial geförderten Wohnungen ist anzustreben
• in Anbetracht des knapper werdenden Baugrunds sollten zunehmend Mehrfamilienhäuser errichtet werden
• neue Baugebiete sollen sich bestmöglich in das bestehende Umfeld und in die lokale Topografie einbetten mit genügend Abstandsflächen zu den Sieken und Waldrändern
Dieses Thema wird die Gliederungen der SPD und die Bezirksvertretungsfraktion noch über lange Zeit beschäftigen.
Die Reihe der Montagsgespräche wird fortgesetzt mit dem Ziel, Handlungsperspektiven für eine bürgernahe Politik zu entwickeln.

  
CDU in Jöllenbeck
Tagespflege in der Sogemeierstraße
Seit dem 5. März gibt es eine Tagespflegeeinrichtung in der Sogemeierstraße 22 in Jöllenbeck.
Die Jöllenbecker CDU mit der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Heidemarie Lämmchen verschaffte sich jetzt bei einem Besuch einen Eindruck von den neuen Räumlichkeiten und der Arbeit vor Ort.
Für viele Angehörige ist so eine Einrichtung eine große Entlastung.
Der Tag beginnt für die Gäste mit einem gemeinsamen Frühstück und einer täglichen Morgenrunde, in der aktuelle Themen der Tageszeitung besprochen werden. Es gibt Bewegungsübungen, Musik und kreative Beschäftigung.
Die Räumlichkeiten der Tagespflege sind mit gemütlichen Ruhesesseln und Sofas ausgestattet, sodass ein Gefühl von Geborgenheit aufkommt und auch gewünschte Ruhephasen nicht zu kurz kommen.
  
Die EU funktioniert
Die Mitgliederversammlung der SPD Jöllenbeck stand im April im Zeichen von Europa. Marco Birgholz und Ulrich Weddige, zwei fachkundige Referenten aus dem AK Europa des SPD-Unterbezirks Bielefeld führten in das Thema ein.
Marco Birgholz thematisierte die europäische Rechtsgeschichte, die bezogen auf die Europäische Union seiner Auffassung nach das Ziel verfolgt, nationale Egoismen abzubauen. Den Beginn verortete Birgholz am 9. Mai 1950 (Europa-Tag) mit der Schuman-Deklaration (Robert Schuman, französischer Außenminister von 1948 bis 1952). In aller Kürze lässt sich der Inhalt dieser Deklaration darin zusammenfassen, dass jene Industriebereiche, die aus den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts essentiell für eine kriegerische Auseinandersetzung sind, einer transnationale Kontrolle unterstellt werden müssen: Kohle und Stahl. Sechs Mitgliedsstaaten machten den Anfang: Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Belgien und Luxemburg. Ein Zitat aus dieser Deklaration, das noch genauso heute Bestand hat: „Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung. Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.“
Auf dieser Basis ging es weiter. Es folgten 1957 die Römischen Verträge mit dem Ziel, Institutionen wie Euratom und letztendlich die Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu etablieren. 1965 dann der Vertrag von Brüssel, mit dem eine gemeinsame Europäische Kommission und ein gemeinsamer Europäischer Rat beschlossen wurden. Fünfzig Jahre nach den Römischen Verträgen wurde 2007 der Vertrag von Lissabon geschlossen, der die europäische Einigung völkerrechtlich absichert und dem EU-Parlament mehr Einfluss einräumt. Ein wichtiger Meilenstein dazwischen wurde 1986 mit der einheitlichen europäischen Akte erreicht: benötigten alle Entscheidungen vorher Einstimmigkeit, waren fortan auch Mehrheitsentscheidungen möglich. Der nächste Meilenstein: der Vertrag von Maastricht (1992), der die Gründung der Europäischen Union beinhaltet und das Fernziel einer Europäischen Währungsunion. Weiter ging es 1997 (Vertrag von Amsterdam) mit der Reform der EU-Institutionen, dann 2001 (Vertrag von Nizza) die rechtsverbindliche Grundrechtecharta.
Birgholz erläuterte den Gesetztgebungsprozess auf europäischer Ebene als einen Zweiklang aus Entscheidungen des Ministerrates (hier sind alle jeweiligen nationalen Minister vertreten und bringen stets die nationalen Interessen ein) und denen des EU-Parlaments. Dieser Prozess kann in eine Richtlinie münden, die dann jeweils national umgesetzt werden muss (z.B. die Abschaffung der Roaming-Gebühren im EU-Ausland) oder in einer Verordnung, die unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten gilt (z.B. die aktuell viel diskutierte Datenschutzgrundverordnung DSGVO).
Ulrich Weddige erläuterte das Konzept der Unionsbürgerschaft (angelegt im Vertrag von Maastricht) und ging dabei auch auf die Grundrechtecharta ein, z.B. momentan in aller Munde Artikel 8: Recht auf Schutz der die Person betreffenden personenbezogenen Daten (Absatz 2: Jede Person hat das Recht, Auskunft über die sie betreffenden erhobenen Daten zu erhalten und die Berichtigung der Daten zu erwirken). Sein Tenor war, es gelte die Bindung der Bürger an Europa zu verbessern, auch indem man viel transparenter darstellt, wo und wie gerade auch die bürgerlichen Rechte durch Europa gestärkt werden.
Beide Referenten betonten: die EU funktioniert! Und zwar sehr effizient, die Stadt Köln beschäftigt zum Beispiel mehr Mitarbeiter als die EU in Brüssel. Ja, die EU ist das weltweit beste Beispiel für eine Integration durch und in einem klar definierten rechtlichen Rahmen. Nirgendwo sind so erfolgreich Mechanismen umgesetzt worden, um Gewalt zu vermeiden. Einig waren beide, dass der Brexit jetzt zu Ende geführt werden müsse. Damit einerseits deutlich wird, das es einen funktionierenden transparenten Prozess gibt, die Staatengemeinschaft auf eigenen Wunsch auch wieder zu verlassen. Andererseits muss die austretende Nation, in diesem Fall Großbritannien, eben auch die Risiken und Kosten schultern. Ob das am Ende für die Bürger der britischen Inseln gut oder schlecht ausgeht, könne man noch nicht vorhersagen.
Zum Schluss beschäftigte sich Ulrich Weddige mit dem weithin unbekannten Weißbuchprozess der EU. Angelegt bis Ende 2019 werden dabei fünf Szenarien skizziert, die die EU der Zukunft nachhaltig beinflussen werden (I. Weiter wie bisher – Die Europäische Union konzentriert sich auf die Umsetzung ihrer positiven Reformagenda; II. Schwerpunkt Binnenmarkt – Die Europäische Union wird schrittweise wieder auf den Binnenmarkt ausgerichtet; III. Wer mehr will, tut mehr – Die Europäische Union ermöglicht es Mitgliedstaaten, die dies wünschen, in bestimmten Bereichen mehr gemeinsam zu machen; IV. Weniger, aber effizienter – Die EU27 konzentriert sich darauf, in ausgewählten Politikbereichen rascher mehr Ergebnisse zu erzielen, unternimmt in anderen Bereichen aber weniger; V. Viel mehr gemeinsames Handeln – Die Mitgliedstaaten beschließen, auf allen Politikfeldern viel mehr gemeinsam zu machen.)
Am Ende diskutierten die Mitglieder, wie europäische Politik den Menschen vor Ort am besten nahe gebracht werden könnte. Hierzu sollen Kooperationen mit den benachbarten Ortsvereinen eingegangen werden.

  
Linedance 4 all
Jöllenbeck hat eine (neue?) Vize-Weltmeisterin
„Ohne Fleiß kein Preis“ – für Marina Krüger (57) hat sich das Sprichwort bewahrheitet. Die Linedance-Trainerin des Tanzsportvereins  Linedance4all e.V. ist Vize-Weltmeisterin in San Francisco geworden – Lohn für ein intensives Trainingsjahr.
Nach drei internationalen Qualifizierungs-Meisterschaften in Holland, Belgien und Bad Salzuflen ging es mit elf Mitgliedern des Bielefelder Tanzsportvereins zur Weltmeisterschaft im Country- und Western-Linedance an die amerikanische Westküste. Im Gepäck nicht nur schicke Outfits, sondern auch eine Menge Respekt vor der Konkurrenz, gepaart mit Aufregung und Nervosität bei allen Startern. „Beim Tanzsport spielen die eigene Tagesform, die Auswahl der Jury, die Konkurrenz sowie der Tanzboden eine nicht unerhebliche Rolle. Alles Faktoren, die man immer erst direkt vor Ort sieht“, erklärt Marina Krüger.
Für Christine Radoske und Liza Snow, beide Newcomer des Vereins, und Marina Krüger, die beim Linedance in der nächst höheren Kategorie Novice antrat, ging es zuerst in die Einzeltanzdivisionen. Drei oder vier Tänze mussten alle präsentieren. Nach rund vier Stunden konnte Liza Snow aus Herford unter tosendem Beifall ihren ersten Weltmeistertitel entgegennehmen. Ihre eigene Platzierung war dann eine weitere Belohnung: die Bielefelderin ist nun Vizeweltmeisterin in Novice. „Alle drei Einzelstarterinnen können stolz auf ihre Leistung sein, denn schon allein die Teilnahme an einer WM ist nicht selbstverständlich“, so die Trainerin. Das Team des Vereins, die Stars United, musste sich der Konkurrenz aus Japan, Kanada und den USA mit dem 5. Platz geschlagen geben. Sie hatten jedoch das beste Teamoutfit gewählt, auf denen die Medaillen mit den Pailletten um die Wette funkelten.
Auch dieses Jahr heißt es für Marina Krüger wieder: Nach der WM ist vor der WM. Die leidenschaftliche Trainerin schätzt am Linedance, dass man ohne Partner tanzen kann, immer mit gut gelaunten und tanzwütigen Gleichgesinnten aller Altersklassen ein paar schöne Stunden beim Training verbringen kann, denn die Geselligkeit kommt beim Linedance nie zu kurz.
Wer auch einmal diese tolle anerkannte Tanzsportart ausprobieren möchte, kann in verschiedenen Wochenend-Workshops oder den Beginnergruppen vorbeischauen. Aktuell gibt es ab Donnerstag, 8. März in der Turnhalle der Hauptschule in Jöllenbeck eine neue Tanzgruppe für Mama/Papa oder Oma/Opa und Kinder von 2-4 Jahren (10.00-10.45 Uhr) und von 4-6 Jahren (10.45-11.30 Uhr). Gemeinsam tanzen, Bewegung zur Musik und viel Spaß wünscht sich Trainerin Marina Krüger für die TeilnehmerInnen.
Weitere Infos unter der Telefonnummer 0172 / 58 38 670 oder per eMail: info@linedance4all.de.

  
Statement zur Kündigung durch die Sängergemeinschaft
Als ich mich 2014 bereitfand, die Leitung der Sängergemeinschaft Jöllenbeck zu übernehmen, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, vorerst keinen weiteren Chor (ich war zu dem Zeitpunkt auch noch für den Frauenchor Hiddesen tätig) mehr zu übernehmen; zu sehr hatten mir die ewigen Debatten und Diskussionen mit dem MGV Germania-Sieker zugesetzt. Es ist nicht leicht, als junge Frau Menschen, die die eigenen Großeltern sein könnten, anzuleiten; sich von „so einem jungen Ding“ etwas sagen zu lassen, ist nicht einfach.
Dennoch überredete mich Karl-Heinz Husemann und ich habe meine Zusage nie bereut. In der Sängergemeinschaft stieß ich zunächst auf großes Wohlwollen, Neugierde und gemeinsame Sangesfreude. Natürlich gab es auch zu Beginn vereinzelte Stimmen, die den Sinn der Veränderung von 5 Minuten Einsingen zu 25 Minuten Stimmbildung nicht erkennen konnten, aber die breite Resonanz unserer folgenden Auftritte gab meiner Arbeit recht. Stets wurde hervorgehoben, dass der Chor jünger klänge als zuvor und welch deutliche Verbesserung eingetreten sei. Dies hat uns gemeinsam angespornt und mir die nötige Rechtfertigung beschert. Ebenso wie im Sport gilt es beim Singen, Muskulatur aufzubauen, zu stärken und beherrschen zu lernen. Dafür sind die Aufwärm- und Technikeinheiten, das, was ich „Stimmbildung“ nenne, vonnöten. So, wie der Fußballer seine Muskulatur aufwärmt und seine Kondition trainiert, wenn er zu Beginn des Trainings Runde um Runde um den Platz läuft, so erzielt der (Chor-)Sänger Fortschritte und Stimmgesundheit in diesen ersten 25 Minuten. Viele Mitglieder der Sängergemeinschaft konnten die positiven Effekte selbst spüren und hatten Freude daran. Natürlich machen diese Routineübungen nicht gerade großen Spaß. Ich selbst, als ausgebildete klassische Sopranistin, mache täglich 90 Minuten derartige Übungen, bevor ich mich an die Literatur wage, und ich wünschte mir oft, ich könnte diese Phase überspringen. Das funktioniert jedoch nicht, und der Spaß ist umso größer, wenn man bemerkt, welch positive Entwicklung fortschreitet, wenn man sich durch diese Einstiegsphasen kämpft.
Karl-Heinz Husemann und seine Frau haben diesen Spaß entdeckt und stets hinter meiner Arbeit gestanden – auch, wenn es im Chor einmal Unmut gab und der Zusammenhalt schwierig wurde. Dafür danke ich den beiden herzlich. Ich weiß, dass sie die Entscheidung, sich von mir zu trennen, mit großem persönlichen Unbehagen getroffen haben, und ich bedaure es sehr, dass der Chor sie in diese Situation gebracht hat. Bis in den November des vergangenen Jahres haben wir stets das offene Wort gepflegt und schwierige Situationen im Plenum gemeinsam diskutiert und gemeistert. Warum dies plötzlich nicht mehr erfolgte, weiß ich nicht, ich verstehe den Umschwung nicht und bedaure ihn zutiefst. Ich weiß, wie viele Mitglieder sich gegen die Fortführung meiner Arbeit ausgesprochen haben, begreifen kann ich es jedoch nicht. Wenn die Zahl stimmt, so muss ich mich in einigen schwer getäuscht haben, oder sie haben mir andere Haltungen vorgespiegelt als sie tatsächlich einnehmen. Darüber möchte ich nicht Nachdenken. Ich habe stets gern am Pult gestanden und das ist es, was ich in Erinnerung behalten möchte.
Die Leitung der Sängergemeinschaft beinhaltete für mich jedoch viel mehr als nur die Abhaltung von Chorproben. Gemäß einem geflügelten Wort gibt es nur wenige Möglichkeiten, „Jöllenbecker“ zu werden – denn eigentlich kann man nur als solcher geboren sein. Ich lebe seit 2005 in unserem schönen Stadtbezirk, aber erst durch die Sängergemeinschaft bekam ich Einblicke in das Leben in Jöllenbeck, lernte den Heimatverein, den Sozialverband, das Bezirksamt und die Bezirksvertretung kennen und wurde in Planungen eingebunden. Es ist mir möglich geworden, mich politisch zu äußern und für den Stadtbezirk zu engagieren, ohne einer Partei beitreten zu müssen, kurzum: Ich fühlte mich in Jöllenbeck angekommen. Ich hoffe sehr, dass meine Kündigung durch die Sängergemeinschaft nicht einer Kündigung durch den Stadtbezirk gleichkommt. Ich möchte Jöllenbecker bleiben und noch viele weitere Projekte auf den Weg bringen.
Lara Venghaus, 23.01.2018

  
Neujahrsempfang des CVJM
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des 175-jährigen Jubiläums des Posaunenchors des CVJM, so auch der Neujahrsempfang am 21. Januar. Gast der Veranstaltung war Monika Hofmann, Professorin im Fachbereich Kirchenmusik Klassisch an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford.
Frau Prof. Hofmann (auf dem Foto links am Rednerpult) berichtete über das Projekt „Brass for Peace“, das sie gemeinsam mit Pfarrer Eberhard Helling ins Leben gerufen hat. Inhalt dieses Projektes ist die Ausbildung von Jungbläsern an drei lutherischen Schulen in Bethlehem. Das Projekt existiert seit neun Jahren.
Mit zahlreichen Fotos und kurzen Videosequenzen schilderte Prof. Hofmann eindrücklich die zahlreichen kleinen und großen Probleme und Missgeschicke, die den Alltag mit den jungen Bläsern in Bethlehem prägen – aber auf der anderen Seite genauso häufige Momente des Glücks und der Bestätigung dieser Arbeit. Getragen wird sie vor Ort durch Freiwillige aus der Bundesrepublik, die jeweils ein Jahr in Bethlehem leben, organisieren und unterrichten. Sie erhalten dafür lediglich Kost und Logis, dazu die Flugkosten und ein kleines Taschengeld.
„Brass for Peace“ ist aus dem Wunsch entstanden sich aktiv für den Frieden im Heiligen Land einzubringen. Die Möglichkeiten sind angesichts der großen Fragen und Nöte, die die Menschen dort vor Ort umtreiben, eher bescheiden. Aus der Ferne betrachtet mutet es schon erstaunlich an, dass in nicht einmal zehn Kilometer Entfernung zu dem weltpolitischen Brennpunkt Jerusalem so etwas überhaupt möglich ist. Prof. Hofmann konnte beredt Zeugnis  darüber ablegen, welche individuellen Entwicklungssprünge einige der Schüler*innen gemacht haben.
Die beiden nächsten Termine im Jubiläumsjahr:
10. März 2018 – Konzert mit den Posaunenchören aus Gütersloh
17. April 2018 – Über die Entstehung der Posaunenchöre, Vortrag in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein
  
Blick zurück nach vorn
Offene Jugendarbeit am Marktplatz
Zu den Dingen, die im abgelaufenen Jahr im Stadtbezirk neu bzw. anders gemacht wurden und deren Fortsetzung wünschenswert ist, zählt die Woche, in der die Offene Tür (OT) des CVJM an den Marktplatz verlagert wurde.
Max Hoffmann vom CVJM Jöllenbeck: „Die Idee dazu wurde im Team geboren. Hier in der Schwagerstraße kommen die Jugendlichen zu uns. Vieles spielt sich hier im Haus bzw. auf dem Areal ab. Nur bei der aufsuchenden Arbeit gehen wir direkt in die Quartiere. Abgesehen von den Jugendlichen bekommt die überwiegende Mehrzahl der Menschen in Jöllenbeck von all dem gar nichts mit. Dies zu ändern war uns ein Anliegen. Der Marktplatz ist der zentrale öffentliche Ort in Jöllenbeck, wo sonst könnte unser Angebot öffentlicher präsentiert werden?“
Dankenswerterweise wurde ein leerstehendes Ladenlokal dem CVJM für die Woche kostenfrei zur Verfügung gestellt. Damit gab es einen Rückzugsort bei schlechtem Wetter und vor allem ein Ort, den die Jugendlichen nach ihren Ideen gestalten und vereinnahmen konnten. In den Herbstferien war es dann so weit. Für die Werktage von Montag bis Freitag wurde ein Programm entwickelt. In dem umgestalteten Ladenlokal gab es jeden Tag verschiedene Angebote, von der Safttheke über Fahrradbasteln bis zu Rückzugsräumen. Draußen auf dem Platz wurde am Montag und Dienstag ein Streetsoccer-Areal abgetrennt, mit Banden, die verhinderten, dass Bälle unkontrolliert durch die Gegend flogen. „Am Montag haben wir erst einmal nur so auf dem Marktplatz gekickt, am Dienstag kam der Treffpunkt Oberlohmannshof mit seinen Mannschaften und wir haben ein kleines Turnier veranstaltet. Auch der Mittwoch sollte einen sportlichen Schwerpunkt bekommen, aber der Regen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Team von ‚Spielen mit Kindern‘ unterstützte uns dann am Donnerstag, für die Älteren gab es zeitgleich als Alternative eine Fahrt zur Spielemesse nach Essen. Da wir den Wochenmarkt am Freitag nicht stören wollten, verlegten wir die Aktivitäten für diesen Tag komplett nach drinnen – mit Live-Musik konnten wir noch mal richtig ‚Leben in die Bude‘ bringen.“
Im Vorfeld wurde an den Schulen Werbung für die Aktion betrieben und daher kamen auch Jugendliche vorbei, die nicht zum Kern der OT-Besucher zählten. Zudem wurden gezielt auch Jugendliche unter 12 Jahren angesprochen. „Unsere Jugendlichen fanden das absolut klasse, wir hatten wirklich Spaß dabei. Besonders hervorzuheben ist jedoch das durchgehend positive Feedback der Menschen drumherum. Von den Ladenbesitzern, die übrigen Besuchern auf dem Platz, gerade auch von älteren Jöllenbeckern. Der allgemeine Tenor war, ‚endlich ist wieder Leben auf dem Marktplatz!‘ Daher möchten wir die Aktion in 2018 wiederholen.“
Die Planung läuft schon und wenn alles glatt geht, wird in der ersten Woche der Osterferien der Marktplatz an der Amtsstraße wieder von den Jugendlichen bevölkert.
Übrigens hält der CVJM weiterhin zwei offene Sportangebote vor (d.h. Teilnahme ohne Mitgliedschaft, ohne Beitrag, ohne Anmeldung):
•    jeden Dienstag ab 17.00 Uhr in der Sporthalle der Grundschule Dreekerheide Fußball für Jungs
•    jeden Donnerstag ab 15.30 Uhr in der Sporthalle der Realschule Tanzen und Ballsport für Mädchen.
  
Charity Diner
Ostwestfälisch Crossover
Seit Jahren wird auf allen Ebenen für das ehrenamtliche Engagement geworben. Es begegnet uns überall: in den (Sport-)Vereinen, Kirchen, diversen Fördervereinen von Kita über Schule bis hin zur Kultur, in der (Kommunal-)Politik, bei der Integration geflüchteter Menschen, bei der Betreuung älterer Mitbürger. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Ehrenamt ist wichtig, weil es ein substantieller Bestandteil unserer Gesellschaft ist und weil ohne dieses unentgeltliche Mitarbeiten dieses Land ärmer wäre, weil unser Miteinander Schaden nehmen würde.
Andererseits stößt das Ehrenamt auch an Grenzen: immer dort, wo Professionalität in einer über Jahre tagtäglich verlässlichen Arbeit der einzige Weg zum Ziel ist, wird das Ehrenamt dies nur begleiten können. Eine besondere Situation tritt ein, wenn durch ehrenamtliches Engagement die professionelle Arbeit mitfinanziert wird. Dies trifft auf die Stelle in der Gruppenarbeit des CVJM in Jöllenbeck zu, die die Förderinitiative des CVJM zu fast dreiviertel selbst bezahlt – tagtäglich, verlässlich, Jahr für Jahr.
Nun ist der CVJM Jöllenbeck der Zahl der Mitglieder nach einer der größeren Vereine im Stadtbezirk, dennoch legt diese Verpflichtung als „Arbeitgeber“ den Finanzen des Vereins besondere Fesseln an, insbesondere, wenn der Anspruch besteht, dieser Verpflichtung nicht alles andere unterordnen zu müssen.
Daher entwickelt der Vorstand seit jeher eine enorme Kreativität in der Erschließung neuer Finanzquellen, in der Regel stets gepaart mit einem erneuten und immer wieder neu gefordertem ehrenamtlichen Engagement. Neu in diesem Jahr: das Charity Diner.
Hundert Karten waren im Nu verkauft, die Deele des Uphofs sollte die besondere Atmosphäre beisteuern, ein kulturelles Begleitprogramm aus dem gemeinsamen Essen ein richtiges Event erwachsen lassen – eben ein Diner. Thema: Ostwestfälisch Crossover.
Vorweg gesagt, die Stimmung war grandios. Dreißig Menschen aus dem CVJM zauberten ein kulinarisch anspruchsvolles 4-Gänge-Menü auf die festlich dekorierten Tische, das mit jedem Gang die Gäste aufs Neue überraschte und begeisterte. Dazwischen Zeit zum Gespräch und Zeit für Unterhaltung in Form von musikalischen Beiträgen, Zaubereien und Artistik – den Höhepunkt markierte das Ensemble ‚Die DesHarmoniker‘, die den Geist der Comedian Harmonists der zwanziger Jahre wiederbelebten (Foto rechts oben). Eine Tombola mit Gewinnen mit „Jürmker Flair“ rundete den Abend ab. Diese wunderschönen fünf Stunden im Uphof wird keiner der Teilnehmer so schnell vergessen. Vielen Dank an die Spender und Unterstützer, die so ein Highlight haben Gestalt annehmen lassen! Ganz besonderen Dank an das Team, das die Gäste perfekt umsorgte.
Das Charity-Diner hat seinen primären Zweck erfüllt, wobei es natürlich nur ein Beitrag unter mehreren ist, die oben genannte Stelle zu finanzieren. Mit hundert Gästen aus Jöllenbeck dürfte auch das Potential in unserem Stadtbezirk längst nicht ausgeschöpft sein, andererseits kann man so etwas auch nicht beliebig wiederholen. Vielleicht ringt man sich zu einem solchen Event pro Jahr durch, das wäre begrüßenswert, auch im Sinne derer, die diesmal keine Karte mehr ergattern konnten.
Wenn Sie die Gruppenarbeit durch eine regelmäßige Spende unterstützen möchten, nehmen Sie einfach unter 05206/91 79 46 Kontakt auf, dort wird Ihnen geholfen. Jeder Betrag ist willkommen.
  
Michael Blaschke beim Männerfrühstück
Von Wölfen und Windrädern
Der bekannte Naturfilmer aus Jöllenbeck zu Gast beim Männerfrühstück des CVJM. Seit vielen Jahren produziert der Diplom-Biologe Michael Blaschke im Auftrag des WDR Filme über Landschaften und ihre Flora und Fauna in Nordrhein-Westfalen. Das es diese fest im Programm verankerte Fernsehreihe gibt, ist nach seiner Meinung ein Glücksfall – der damalige Intendant hätte diese Reihe gegen Widerstände ins Programm genommen und damit langfristig finanziell gesichert, das würde heute wahrscheinlich nicht mehr passieren. Einer der vielen produzierten Streifen beschäftigt sich mit den kleinen Bächen in der Senne. Hier ist dank jahrzehntelanger Verwendung als Truppenübungsplatz die Natur noch intakt, so paradox sich das anhören mag. Bei den Dreharbeiten hatte Michael Blaschke ein sog. Ur-Erlebnis: das Wasser in diesen Bächen hat Trinkwasserqualität und kann ohne weiteres so getrunken werden. „Ich kannte immer nur die sehr berechtigte Ermahnung, kein Wasser aus der freien Natur zu trinken – wie weit haben wir uns schon von unseren Wurzeln entfernt!“ Natürlich hatte Michael Blaschke Ausschnitte aus diesem Film mitgebracht.
Diese Filme dreht er zwar immer noch, im Hauptberuf leitet er seit wenigen Jahren die Öffentlichkeitsarbeit des Landesbetriebes Wald und Holz NRW. In dieser Eigenschaft griff er zwei Themen auf, die von der Männerrunde durchaus kontrovers diskutiert wurden: Wölfe und Windräder. Bei beiden plädierte er dafür, sie zuzulassen, wenn auch unter Auflagen. So warnte er eindringlich davor, freilebende Wölfe in irgendeiner Weise zu verniedlichen. Man dürfe sie jedoch nicht dämonisieren. In vielen Gegenden Europas leben seit Jahrzehnten, bzw. schon immer Wölfe in freier Wildbahn, ohne das es zu ernsten Gefahren für die ansässige Bevölkerung kommen würde (Zitat: „möglicherweise haben Sie schon mitten unter ihnen Urlaub gemacht, in der Schweiz, in Italien, Spanien“). Wichtig wäre die Erkenntnis, dass der Wolf als Individuum Schutz braucht, als Art jedoch keine besonderen Ansprüche an den Lebensraum hat, er komme mit der durch den Menschen geformten Landschaft auch in Nordrhein-Westfalen zurecht. Daher müssten wir uns auf weiteren Zuzug von Wölfen einstellen. Bei nachgewiesenen Problemwölfen forderte er die Herausnahme dieser Tiere.
In Sachen Windkraft ordnete Michael Blaschke sie als Übergangstechnologie ein, allerdings die mit Abstand effektivste regenerative Form der Energiegewinnung mit dem in Relation zur gewonnenen Leistung geringsten Einfluss auf die Natur und Landschaft. Weitläufige Windparks wie z.B. im Paderborner Land, wären sicher nicht schön, aber wären Kohle- oder Atomkraftwerke eine Alternative? Bei der Frage, Windräder auch im Wald zuzulassen, forderte Michael Blaschke genau hinzusehen. Dort, wo nach Kyrill große Flächen mit Nadelhölzern schnell aufgeforstet wurden, die als Nutzwald in wenigen Jahren bis Jahrzehnten wieder eingeschlagen werden, sieht er eine Errichtung von Windrädern als durchaus akzeptabel an. In naturnah bewirtschafteten Laubwäldern würde er sie ablehnen.
Im Ehrenamt ist Michael Blaschke Vorsitzender des Bielefelder Vereins „Pro Grün“. Hier erinnerte er an die Anfänge dieses bürgerschaftlichen Engagements im Zusammenhang mit dem damals drohenden Abriss der Ravensberger Spinnerei. Zwei aktuelle Themen, die der Verein begleitet, sind die Freilegung der Lutter und die Erweiterung des Hochschulcampus. Während er die Anstrengungen, die Lutter in der Innenstadt wieder an die Oberfläche zu holen uneingeschränkt befürwortete, sah er die geplanten Massnahmen in Babenhausen eher kritisch. Ob diese neuen Areale inklusive der Stadtbahnverlängerung wirklich gebraucht würden, sah er als nicht erwiesen an und thematisierte im Gegenzug den enormen Flächenverbrauch.
  
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